Am Goldenen Fluss

An den Ufern des Goldenen Flusses konkurieren Handeltreibende um Ansehen und Wohlstand. Wem gelingt es, das größte Handelsimperium im legendären Reich Rokugan zu erschaffen. 

In der Welt von Rokugan, auch bekannt als das auf dem feudalen Japan basierende Smaragdreich, geht es weniger um kriegerische Konflikte, als um den wirtschaftlichen Aufstieg am Ufer des titelgebenden Flusses.

Der schlängelt sich sanft an sechs Regionen auf dem großen Spielplan vorbei. Dabei fällt der glänzende Golddruck sofort ins Auge, was einen sehr wertigen Eindruck hinterlässt. Der Fluss selber ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die durch Verbindungslinien zwischen gegenüberliegenden Bauplätzen gebildet werden.

Jede Region hat fünf dieser Bauplätze entlang des Flusslaufes und jeder Abschnitt tangiert dabei selbst insgesamt vier Bauplätze. Dies ist wichtig für die Position eines Schiffes, denn diese können bei einem Halt entsprechende Ressourcen einbringen. 

Bauen, Reisen oder Handeln?

Jeder Händler hat pro Zug nur eine von drei Aktionsmöglichkeiten, was durch einen vorherigen Würfelwurf bestimmt wird. Da dieser aber immer zum Ende des vorherigen Zuges ausgeführt wird, kommt ein ziemlich flüssiger Ablauf zustande:

  • Segeln: Basierend auf dem Ergebnis des Würfelwertes segelt das eigene Schiff entsprechende Abschnitte flussabwärts und man erhält Ressourcen für vorhandene Gebäude oder Boni.
  • Bauen: In der Flussregion, die der Würfelzahl entspricht, baut man ein Gebäude, was einem langfristige Boni und Einfluss sichert.
  • Liefern: Ausliegende Kundenaufträge können durch Abgabe von Waren wie Reis, Porzellan oder Seide erfüllt werden, was wiederum Siegpunkte und dauerhafte Vorteile einbringt.

Um nicht von einem ungünstigen Würfelwurf abhängig zu sein, können gesammelte Gunst-Punkte zu deren Manipulation ausgegeben werden. Dies senkt dann auch den Glücksfaktor etwas. Der Fluss fungiert außerdem wie eine Endlosschleife. Erreicht ein Schiff das Ende, startet es automatisch wieder am Anfang. So werden immer wieder die verschiedenstens Gebäude angefahren. Da diese immer auch für den Besitzer Boni ausschütten, wenn fremde Schiffe anlegen, entsteht permanent eine belohnende Atmosphäre.

Gespielt wird über zwei Epochen, die durch die ausliegenden Bauwerke beschränkt sind. Es folgt eine Schlusswertung, in der noch weitere Siegpunkte für den regionalen Einfluss, zufriedene Kunden und deren Belohnungen ausgeschüttet werden. Das erfolgreichste Handelsimperium hat dann, wer die meisten Siegpunkte sammeln konnte.

 

Spieletester

Fazit

Wer ein klassisches Eurogame mit frischem Twist sucht, sollte hier den Anker lichten. Die Mechanik von Am Goldenen Fluss besticht durch ein belohnendes System: Jedes Mal, wenn ein gegnerisches Schiff an deinem Gebäude anlegt, klingelt bei dir die Kasse. Das Management der drei Kernaktionen – Segeln für Boni, Bauen für Einfluss oder Liefern für Siegpunkte – fühlt sich durch das Vorab-Würfeln extrem dynamisch an. Ein Wohlfühl-Spiel, bei dem man permanent Fortschritte macht, bis in der großen Schlussabrechnung der wahre Herrscher Rokugans gekürt wird.

Wer bei Brettspielen auf die Mischung aus edler Optik und klarem Regelwerk steht, kommt an diesem Titel aus dem Hause Kosmos kaum vorbei. Am goldenen Fluss ist ein klassisches Optimierungsspiel, das den Spagat zwischen „schnell gelernt“ und „schwer zu meistern“ wunderbar schafft. 

Der Reiz des Flusses liegt sicherlich an dem linearen, aber verzweigten Aufbau der einzelnen Spielzüge. Wir schippern nicht einfach nur hin und her, sondern müssen jeden Stopp genauestens kalkulieren und planen. Ein Würfelwurf ist keineswegs ein Schicksalsschlag, sondern taktisch-strategische Vorgabe, die jongliert werden will. Fast jede einzelne Aktion fühlt sich belohnend an, auch weil die lieben Gegenspieler einem freudige Momente liefern. Wenn man passiv Ressourcen oder Punkte bekommt, weil ein eigenes Gebäude fremdgenutzt wird, ist das immer eine schöne Sache.

Am goldenen Fluss ist ideal für Spielgruppen, die gerne vorausplanen und dafür ein kompaktes Spiel suchen, das auch für´s Auge etwas zu bieten hat. Nach etwa 60 Spielminuten folgt oftmals sofort eine Revanche, um dann eine andere Taktik auszuprobieren.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Spielbrett mit Golddruck ein echter Hingucker
  • kompakter Spielfluss
  • interessanter Würfelmechanismus
  • wunderschönes und wertiges Spielmaterial

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
Preis: 49,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Kosmos
Autor: Keith Piggott
Zubehör:

1 Spielplan mit Goldprägung

30 Kundenkarten

6 Meisterschaftskarten

4 Übersichtskarten

1 Bauwerktafel

4 Klantafeln

12 große Holzschiffe

4 Sonderwürfel

49 Bauwerkplättchen

75 Warenplättchen

95 Münzplättchen

4 Spielfiguren

88 Klanmarker

6 Wertungsplättchen

4 Sonnensteine

4 Mondsicheln

1 Anleitung

Mini-Erweiterung “KLANLEGENDEN"

8 Karten

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