Avantgardisten aus Kunst und Kultur wurden angeworben, um die prächtige fliegende Stadt mit neuen Gebäuden zu verschönern. Ihr seid einer von ihnen und sollt deshalb bei diesem Vorhaben tatkräftig mithelfen.
Bis zu vier Spieler wetteifern in diesem steampunkig angehauchten Auktionsspiel darum, in zwei aufeinander folgenden Epochen ihre Gebäude möglichst schnell auf möglichst perfekt gelegenen Grundstücken zu errichten, um dadurch eigene und öffentliche Aufträge zu erfüllen und schlussendlich die meisten Siegpunkte zu generieren.
Tolle Tischpräsenz
Vor jeder Partie muss das Spielbrett aufgebaut werden. Dabei dient der eigentliche Spielplan diesmal lediglich als Kulisse. Eine idyllische, ungestörte Landschaft, quasi aus der Vogelperspektive. Darauf werden anschließend, abhängig von der Anzahl der Mitspieler, die entsprechende Anzahl fliegender Inseln und die alles verbindende mittlere Insel gelegt. Alle Inseln zeigen unterschiedlichste Stadtbezirke, die vier farbig gekennzeichneten Typen zugehörig sind. Auf alle Stadtbezirke werden zufällig Bezirksplättchen gelegt und auch die vier Gunstplättchen werden zufällig den dafür vorgesehenen Plätzen zugeordnet. Nun werden noch drei zufällige Zielkarten offen ausgelegt und an jeden Spieler geheim eine weitere Zielkarte sowie drei zufällige Wunderkarten verteilt. Jeder Spieler erhält ein persönliches Tableau und kann sich eine der beiden Seiten mit einem individuellen Avantgardisten aussuchen. Das war es dann aber auch schon mit der Individualität, denn es gibt keine besonderen Fähigkeiten oder Eigenschaften, so dass die Charaktere leider nur schmückendes Beiwerk sind.
Das Kernstück des Spiels sind jedoch die imposanten Gebäude, von denen jeder Spieler zwölf und ein zusätzliches Wunder in seiner Spielerfarbe erhält. Die Gebäude gibt es in drei verschiedenen Höhenstufen. Zudem sind sie mit jeweils einer Zahl individualisiert und haben eine Kennzeichnung die angibt ob sie in der ersten oder zweiten Epoche gespielt werden dürfen
Wettstreit der Baumeister
Der eigentliche Spielablauf ist schnell erklärt und verinnerlicht. Nacheinander sind die Spieler an der Reihe, um ihre Gebäude in den jeweiligen Stadtbezirken einzusetzen. Dabei sind bestimmte Bauregeln zu beachten. Die Nummer auf einem im Verlauf der Auktion eingesetzten Gebäude muss höher sein als die seines Vorgängers und es muss angrenzend zu diesem eingesetzt werden. Dabei schaffen Brücken ebenfalls eine Verbindung. Zudem ist es jederzeit möglich, aus taktischen Gründen zu passen. Das Gebäude mit dem höchsten Gebäudewert gewinnt die Auktion und bleibt stehen. Der Eigentümer erhält das Bezirksplättchen, alle anderen Gebäude gehen wieder zurück an ihre Eigentümer. Der Sieger der letzten Auktion startet dann die Neue. Das eröffnet Platz für taktische Überlegungen, denn im Lauf des Spiels können sich durchaus Sackgassen ergeben, in denen man mit einem kleinen Gebäude den Stadtbezirk übernehmen kann. Die erste Epoche endet, sobald ein Spieler all seine Gebäude errichten konnte, die Zweite, wenn alle Spieler ihre entsprechenden Gebäude platziert haben.
Erst die Wertungen entscheiden
Nach jeder Epoche werden die offen liegenden Zielkarten gewertet, nach der zweiten kommen noch die geheimen, eigenen dazu. Alles umstoßen kann aber dann doch noch die Wertung der Bezirksplättchen bei Spielende. Diese wurden auf dem eigenen Tableau gesammelt und geben entweder entsprechend der bis hierher geheimen Gunstplättchen direkte Siegpunkte oder dienen als Multiplikatoren für die vier Stadtbezirkstypen die mit eigenen Gebäuden besetzt wurden. Die Wertung ist allerdings nicht unbedingt eingängig und so brauchen viele Spieler einen kompletten Wertungsdurchlauf bevor es endlich klick macht.
Spieletester
Fazit
Skyrise ähnelt im Bezug auf die Spielmechaniken dem Klassiker Metropolys https://www.spieletest.at/gesellschaftsspiel/2209/metropolys aus dem Hause Ystari, zeigt sich aber optisch und haptisch deutlich aufgewertet, zeitgemäßer und zugänglicher.
Der Bietmechanismus ist pfiffig und ermöglicht im Zusammenhang mit den beiden unterschiedlichen Epochenzielen einiges an taktischen Überlegungen. Die Skalierung auf unterschiedliche Spielerzahlen ist einfach und in jeder Konstellation funktionieren die Mechaniken und Abläufe bestens. Natürlich wird Skyrise mit weniger Mitspielern deutlich taktischer, aber auch in voller Besetzung gibt es ständig wichtige Entscheidungen zu treffen und die Interaktion ist durchgehend sehr hoch.
Die Ausstattung ist schon in der normalen Version klasse, die Deluxe Variante setzt hier natürlich optisch und haptisch noch ein Level drauf. Allerdings sind die Deluxe Elemente der Spielbarkeit und Übersicht eher abträglich.
Das Spiel selbst ist schnell erklärt und die Bietrunden laufen ohne größere Downtime ab. Die Wechselbeziehungen zwischen zu sammelnden Multiplikatoren und in Bezug auf die Wertungen interessanten Gebieten muss allerdings erst einmal durchdrungen werden und so sollte man in jedem Fall eine erste Kennlernpartie einplanen. Die wählbaren Charaktere haben leider keinerlei spezielle bzw. individuelle Fähigkeiten und auch die geheimen Ziele bieten wenig Abwechslung. Hier schwächelt Skyrise leider ein wenig und hätte durch ein zusätzliches Modul für erfahrene Spieler weitere Herausforderungen bieten können.
Trotzdem ist Skyrise ein Auktionsspiel, welches ich geübten Spielern absolut weiterempfehlen kann. Es funktioniert mit jeder Spielerzahl bestens, besitzt einen hohen Interaktionsgrad, eine geringe Downtime und hat einen hohen Aufforderungscharakter. Ein absoluter Kauftipp!
Plus
- pfiffiger Bietmechanismus
- schon in der Basis-Version sehr gut ausgestattet
- sehr hohe Interaktion
- sehr gut auf jede Spielerzahl skalierbar
- so gut wie keine Downtime
Minus
- steile Lernkurve
- Bezirksplättchen sehr fipslig
- geheime Ziele bieten keine Abwechslung
- keine individuellen Charaktereigenschaften
- Zeit und Altersangaben nicht praxisnah
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Details
Spielplan
fünf Inselteilen
vier Spielertableaus
4 Gunstwertplättchen
40 Bezirksplättchen
16 Gunstplättchen
2 Provisionsplättchen
2 Jokerplättchen
zwei Schlüsselmarker
Stoffbeutel,
48 Gebäude (Holz, 12x hoch, 20x mittel, 16x niedrig)
vier Wunder (Holz)
vier Prestigezähler (Holz)
Übersichtskarte
4 geheime Zielkarten
5 öffentliche Zielkarten
20 Wunderkarten
Inselkontrollkarte
Spielregel
Statistik
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