Cultivo

Das Ebro-Delta im spanischen Katalonien ist ein sumpfiges Labyrinth, das nur darauf wartet, von mutigen Pionieren in eine Goldgrube aus Getreide und Obst verwandelt zu werden. Hier wollen wir uns inmitten von idyllischen Dörfern und gewundenen Flüssen vom einfachen Weizenbauern zum einflussreichen Gutsherrn hocharbeiten.

Auf dem modularen Spielplan, der je nach Spielerzahl unterschiedlich groß ist, errichten wir Dörfer und versuchen, unsere Arbeiter so effizient über die Halbinsel zu verteilen, dass uns die eigene Produktionskette am Ende den Sieg bringt.

Auf einem weiteren Tableau werden Ausrüstungsplättchen mit unterschiedlichen Effekten in einem 5x5-Raster bereitgehalten, wobei fünf der sechs Waren jeweils Reihen und Spalten markieren und vorgeben, mit welchen Waren bezahlt werden kann. Nur dem Weizen kommt hier eine Sonderrolle zu, denn er wird für die Bewegung unserer Arbeiter benötigt und ist immer Bestandteil der Baukosten für die sechs Gebäudetypen. Auch ab dem fünften Arbeiter wird Weizen benötigt.

Der Tanz auf dem Marktplatz

Eine Partie spielt sich flüssig in aufeinanderfolgenden Zügen, wobei jeder Spieler fünf Aktionspunkte pro Runde verpulvern darf. Damit lassen sich Arbeiter einsetzen und über den Spielplan bewegen, Waren produzieren, Ausrüstungen erwerben und zu guter Letzt Gebäude errichten. 

Jede der sechs verschiedenen Ausrüstungen bringen am Ende die aufgedruckten Siegpunkte, verschaffen aber auch diverse Fähigkeiten, die sein Besitzer sofort nutzen kann. Zusätzlich werden Ausrüstungen benötigt, um Gebäude auf entsprechenden Feldern bauen zu dürfen. Dazu werden immer mindestens vier Siegpunkte der entsprechenden Farbe benötigt.

Ist der Vorrat an Ausrüstungsplättchen fast erschöpft oder ein fünftes Gebäude einer Spielerfarbe wurde im Ebro-Delta errichtet, ist das Spielende erreicht. Dann zählen alle ihre Siegpunkte zusammen, die durch Waren, Ausrüstungen und den Gebäude generiert werden. Selbstredend gewinnt, wer die meisten davon sammeln konnte.

 

Spieletester

Fazit

Das Spielgefühl von Cultivo ist geprägt von einer angenehmen Lernkurve und einer hohen taktischen Dichte. Trotz der idyllischen Illustrationen handelt es sich um ein ernstzunehmendes Optimierungsspiel. Wir haben es hier mit einem strategischen Leckerbissen für all diejenigen zu tun, die Ressourcen-Management und taktische Ausbreitung lieben.

Da sich der Spielplan je nach Spielerzahl anpasst, bleibt das Areal stets angenehm eng, was zu einer ständigen Interaktion führt – man muss genau beobachten, welche Ressourcen die Konkurrenz sammelt, um ihnen bei wichtigen Ausrüstungen und Gebäuden nicht den Vortritt zu lassen. Auch das Timing selbst ist entscheidend, da das Spielende kommt, sobald ein Spieler fünf seiner sechs Gebäude gebaut hat oder der Ausrüstungsvorrat erschöpft ist. Die Gebäude dienen also sowohl als "Motor" für die eigene Produktion, als auch als Zeitmesser für das Spielende - und das sollte gut im Blick behalten werden.

Cultivo vereint Strategie mit Zugänglichkeit und nutzt dabei klassische Eurogame-Elemente wie Worker Movement und Ressourcenmanagement. Wer ein Spiel sucht, das taktische Tiefe ohne 40-seitiges Regelbuch bietet, und Freude daran hat, eine funktionierende Wirtschaftsmaschine aufzubauen, der sollte mal am Ebro-Delta vorbeischauen. Cultivo ist tiefgründig, zugänglich und absolut lohnenswert.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • wertiges Material
  • spannendes Timing
  • zugänglich mit einfachen Regeln
  • hohe Skalierbarkeit und Interaktion
  • innovativer Marktplatz

Minus

  • Spielende nicht planbar

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
Preis: 54,90 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Verlag: Spielefaible
Grafiker: Alexander Jung
Zubehör:

10 Spielplanteile

4 Spielertableaus

1 Markttableau

36 Ausrüstungsplättchen

120 Waren (je Ware 20)

40 Arbeiterfiguren (je Spieler 10)

24 Gebäude (je Spieler 6)

7 Siegpunkte-Plättchen

4 Spielerhilfen

1 Startspieler-Wappen

1 Wertungsblock

1 Anleitung

 

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