Micropolis

Die Rote Armee erobert den Spieltisch. Quatsch, nicht die Russen kommen, sondern Ameisen! Und die wollen nur mit ihrem schönsten und prachtvollsten Ameisenbau beeindrucken.
Ob dies gelingt? Wir werden sehen.
Altmeister Bruno Cathala bricht zusammen mit Co-Autor Charles Chevallier die Phalanx des Städtebaus auf den Mikrokosmos der phantastischen Welt der Ameisen herab. In Micropolis befehligen bis zu sechs Spieler ihre Ameisenarmee, um Gänge zu graben, Früchte einzusammeln und mittels der speziell ausgebildeten Sonderfachleute den besten und schönsten Ameisenhügel zu errichten.

Gespielt wird über zehn Runden, in denen Stück für Stück der eigene Ameisenbau vervollständig wird. Dazu stehen den Spielern zu Beginn einer Runde sieben Plättchen zur Verfügung. Immer das Plättchen, das am Ende der Reihe liegt, ist umsonst. Jedes übersprungene Plättchen kostet eine Soldatin, die darauf abgestellt wird. Wer ein Plättchen nimmt, darf auch die dort eventuell abgestellten Soldatinnen in die eigene Armee vereinnahmen und auf sein Fundament bis zu einer Maximalstärke von Zehn stellen. 

Ein neues Plättchen wird an das eigene Fundament angelegt und erweitert die dort angeordneten Gänge. Der Effekt einer abgebildeten Baracke oder Spezialistin wird sofort abgehandelt. Sobald weniger Plättchen ausliegen als Personen mitspielen, endet eine Runde. Dann wird geschaut, wer die größte Armee auf seinem Fundament hat. Dieser erhält dann den Rote-Armee-Marker und ist damit der Startspieler der nächsten Runde.

Experten 

Die Spezialistinnen Königin, Amme, Architektin, Offizierin und Wächterin helfen dabei, die spielentscheidenden Siegpunkte zu generieren. Jede Königin bringt nur Punkte am Ende, wenn sie alleine in einem Gang ist. Die Amme umsorgt die Eier, aus denen Soldatinnen schlüpfen. Für jedes abgebildet Ei darf eine Soldatin auf das eigene Fundament gestellt werden. Für eine Architektin darf ein entsprechender Marker genommen werden, der dann das Abgeben von Soldatinnen beim Nehmen von Plättchen erspart. Die Offizierin sorgt dafür, dass der Startspieler eine Soldatin in den allgemeinen Vorrat abgeben muss. Dann darf sich der Spieler der neuen Offizierin selber eine neue Soldatin nehmen und auf das eigene Fundament stellen. Eine Wächterin erlaubt das Umsortieren eigener Soldatinnen zwischen Baracken und Fundament.

Auf eine neu angelegte Baracke dürfen Soldatinnen vom eigenen Fundament gestellt werden, allerdings immer genau so viele, wie abgebildet. Danach ist die Baracke entweder voll oder eventuell leer, wenn nicht genügend Soldatinnen zur Verfügung stehen. 

Punkte, Punkte, Punkte

Nach zehn Runden ist jeder Ameisenbau komplett und die Schlusswertung entscheidet über den Sieger.
• Die Bevölkerung umfasst jede aufgedruckte Ameise und bringt jeweils einen Punkt.
• Wer die meisten aufgedruckten Ameisen in einem Gang hat, bekommt fünf Punkte. 
• Jeder Gang bringt zudem Punkte in Abhängigkeit der Anzahl an unterschiedlichen Früchten.
• Jeder Gang, der nur eine Königin aufweist, generiert Punkte entsprechend der Anzahl an Plättchen.
• Wer die Rote-Armee befehligt, bekommt fünf Punkte.
• Für jede voll besetzte Baracke gibt es Punkte entsprechend der Anzahl an Soldatinnen.

Wer jetzt die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt und wird Herrscher aller Ameisen.

Spieletester

28.03.2019

Fazit

Micropolis ist ein Nestbauspiel um die punkteträchtigste Ameisenbehausung. Eingängige Regel, die auf wenige Seiten passen, erleichtern den schnellen Einstieg ins Spiel, das dann in weniger als einer Stunde ein spannendes, aber auch überschaubares Spielgefühl bietet. Die Interaktion beschränkt sich auf das Wegschnappen von Bau-Plättchen und dem Ärgern des Startspielers. Ansonsten beschäftigt sich jeder Baumeister mit dem sinnvollen Ausbau seiner Gänge. Dabei gilt es, die verfügbaren Plättchen in ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis zu bringen.

Micropolis macht in der richtigen Spielrunde ordentlich Spaß, ist kein größeres taktisches Schwergewicht und kommt gerade deshalb auch in der Familie sowie bei Wenigspielern sehr gut an.
Redaktionelle Wertung:

Plus

  • tolles Material
  • witzige Illustrationen
  • kurze Regel

Minus

  • nur geringe Interaktion

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 bis 45 Minuten
Preis: 27,95 Euro
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Pegasus Spiele
Grafiker: Camille Chaussy
Zubehör:

61 Ameisenbau-Plättchen
6 Fundamente
45 Soldatinnen
1 Rote-Armee-Marker
2 Architektinnen-Marker
1 Wertungsblock

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7240 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2316 Berichte.