Tierisch bedroht

"Mogel Verlag" nennt sich der neue kleine Spieleproduzent aus Deutschland. Der Verlagsbesitzer Jürgen Loth schart seine Familienmitglieder Petra, Gerrit, Michael und Thomas verstärkt mit Jörne um sich. Der Verlagsname tut nicht viel zur Sache, schließlich sind von den ersten drei Spielen zwei kooperativ.
Und wer mogelt hierbei schon?

Bei Tierisch bedroht wollen wir gemeinsam Tiere retten.
Sei es nun der Komodowaran oder der Sumatratiger (Landtiere), der rote Apollo oder der Blewitt-Kauz (Lufttiere), der Sandrochen oder gar der Gangesgavial (Wassertiere), wir ergreifen Partei.
Der tierische Lebensraum muss geschützt werden.
Auch Geld hilft.

Die Tierkarten sind den drei unterschiedlichen Lebensräumen zugeordnet und zeigen null bis drei Symbole Lebensraum (Luft, Land oder Wasser) sowie bis zu drei Geldscheine. Je bedrohter ein Tier, desto mehr Symbole sind auf der Karte und desto höher ist der Kartenwert.

Mehr Symbole = schwerer zu retten = höherer Siegpunktwert.
Den Spielern steht zusätzlich pro Runde eine Strategiekarte zur Verfügung. Welche, darauf einigen sie sich, danach ist sie verbraucht.

Diese Karten zeigen auch den Spielfortschritt an.
Sind alle verbraucht, befinden wir uns in der letzten Runde.
"RESERVAT: Ein Spieler tauscht alle Handkarten mit der Auslage",
"EXPEDITION: Ein Spieler schaut sich die gesamte Auslage an" oder
"FORSCHUNGSSTATION: Jeder deckt eine seiner Handkarten auf"
sind drei der acht Strategiekarten.

Man erkennt schon an den Möglichkeiten dieser Strategiekarten, dass viele Karten verdeckt liegen und neugierige Blicke nur die farblich dem Lebensraum zugeordnete Rückseite erkennen. Das gilt sowohl für die ausliegenden fünf Tiere als auch für die fünf Handkarten (bei zwei Spielern).

Die Tiere der Auslage können nur mit Handkarten desselben Lebensraums gerettet werden.
Wer welche Karten spielt und welche Strategiekarte für die aktuelle Runde verwendet wird, muss quasi im Blindflug überlegt werden. Erst danach darf jeder Spieler seine Handkarten aufnehmen und reihum einen Teil davon für die kommende Rettung bereitlegen. Die folgenden Spieler können sich, eine Absprache wird nicht erlaubt, zumindest an den bereits gewählten Karten orientieren.

Haben alle gewählt (drei von fünf Handkarten bei zwei Spielern) werden die zu rettenden Tiere aufgedeckt und der Startspieler legt eine seiner gewählten Karten zu einem Tier. Reihum legen die anderen Spieler Karten zu anderen Tieren - der Lebensraum muss stets passen - oder tragen bei bereits teilweise geretteten Tieren zur endgültigen Rettung bei.

Sind alle Karten gelegt, wird ausgewertet. Idealerweise rettet man ein Tier mit einer Karte, vielfach ist aber ein Stückeln der Rettungskarten nötig. Gelingt die Rettung um ein Lebensraumsymbol oder um ein Geldsymbol nicht, kann die einmalig pro Lebensraum verfügbare Spendenkarte eingesetzt werden. Gerettete Tiere legt man auf die grüne Statuskarte, nicht gerettete bleiben bedroht und landen auf der roten Statuskarte. Sind alle Strategierkarten gespielt, endet das Spiel mit der Zählung der geretteten und der weiterhin bedrohten Tiere.

Die Differenz der Kartenwerte von gerettet minus bedroht ergibt einen Vergleichswert, der in der Spielanleitung auch klassifiziert ist.

Unsere erste Partie endete mit 47 Punkten (Klappe zu, Affe tot), die zweite mit 67 (Butter bei die Fische: Alles aalglatt!). Über 100 Punkte werden mit !!!TIERISCH!!! bezeichnet.
Wir haben noch einen langen Weg vor uns.

Spieletester

02.12.2016

Fazit

Das nette Thema ist sehr gelungen umgesetzt. Das Kartenhandling mit häufig verdeckten Karten ist etwas gewöhnungsbedürftig, nach den ersten Partien jedoch geht es flüssig von der Hand. Dass der Kartenstapel nach jeder Runde neu gemischt werden muss, ist der doch geringen Anzahl an Karten geschuldet, dafür ist aber auch der Preis angenehm und ein wenig mischen hat noch niemandem geschadet.

Tierisch bedroht darf definitiv bei uns bleiben. Der Rauswurf aus dem Spieleregal droht nicht.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Kleine Schachtel
  • Nettes Thema
  • Kooperativ

Minus

  • Etwas wenig Tierkarten
  • Zu wenig Abwechslung bei den Strategiekarten

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 bis 40 Minuten
Preis: 10,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Mogel-Verlag
Autor: Michael Loth
Zubehör:

54 Tierkarten
8 Strategiekarten
3 Spendenkarten
2 Statuskarten
1 Kompasskarte
Spielanleitung

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