7 Wonders Duel

Das Spiel 7 Wonders von Antoine Bauza sollte den meisten Vielspielern wohlbekannt sein, begeisterte es doch bei seinem Erscheinen zur Spielemesse 2010 aufgrund eines neuartigen Mechanismus zur Kartenverteilung alle Spieler gleichermaßen. Hierbei erhält jeder Spieler eine vorgegeben Anzahl von Karten aus denen er sich eine aussuchen kann, die restlichen Karten jedoch an seinen Nachbarn weitergeben muss. Vom anderen Nachbarn bekommt er im Gegenzug wieder einen neuen um eine Karte reduzierten Kartenstapel und die Prozedur beginnt von vorn.
Das Spiel zielt darauf ab, dass jeder Spieler aus der aktuellen Situation und den erhaltenen Karten für sich selbst das jeweilig Beste macht, gleichzeitig jedoch die Strategien der Nachbarn beobachten muss, um ihnen nicht zufällig passende Karten zu deren Strategien auf dem berühmten Silbertablett zu servieren. Kurze Zeit später wurden schon die ersten Erweiterungen zum Spiel veröffentlicht und unbestätigten Gerüchten zufolge sollen es insgesamt sieben werden. Zwar brachte jede der Erweiterung neue und interessante Ideen und Spielelemente ein, verlängerte das Spiel aber dadurch nicht unerheblich, ohne dass gleichzeitig das Spielerlebnis im selben Maße intensiviert wurde. 7 Wonders funktioniert in fast jeder Besetzung perfekt, lediglich der angebotene Zwei-Spieler-Modus konnte dabei nicht unbedingt mithalten.

Vielleicht auch aus diesem Grund haben sich Antoine Bauza und Bruno Cathala daran gemacht mit 7 Wonders Duel ein reines Zwei-Personen-Spiel zu erschaffen. Erste Ankündigungen dazu ließen auf eine weitere Erweiterungen schließen, doch als das Spiel erschienen war, verkehrte die erste gespielte Partie negative Ahnungen in ein positives Gefühl, denn bei 7 Wonders Duel fühlen sich Spieler die 7 Wonders kennen, sofort wie zu Hause. Spielgrafiken und die farblichen Einteilungen der verschiedenen Kategorien (braun und grau für Rohstoffe, gelb für Handel, rot für Militär, blau für Prestige und grün für Wissenschaft) wurden vom Grundspiel übernommen und zudem die grundlegende Spielidee beibehalten. Gleichzeitig aber wurde an ein paar wichtigen Stellschrauben gedreht, um das Spiel komfortabler, gleichzeitig aber auch schneller und zudem konfrontativer zu machen. Als wichtige Neuerung gibt es jetzt eine militärische Punkteleiste. Auf dieser startet ein Marker im neutralen Niemandsland und wird abhängig von der Militärmacht der jeweiligen Kontrahenten in Richtung des einen oder anderen Endpunktes verschoben.

Wie im Hauptspiel auch, wollen die beiden Spieler jeweils die mächtigste Stadt mit den notwendigen Bauten erreichten und wieder gibt es dafür drei Entwicklungs-Epochen mit den zugehörigen Karten. Aus den Epochen-Karten werden zufällig einige aussortiert, um in den unterschiedlichen Partien mehr Varianz zu erhalten. Anschließend werden die restlichen Karten in einem durch die zu spielende Epoche vorgegebenen Muster ausgelegt. Zusätzlich wählen sich die Spieler zufällig jeweils vier Weltwunder aus, die sie im Verlauf des Spiels errichten könnten. Dann kann auch schon gestartet werden.

Die ausliegenden Epoche-Karten überlappen sich und wechseln zwischen sichtbar und verdeckt liegend. Wechselseitig können nun die Spieler eine der frei liegenden Karten aufnehmen. Wird dadurch eine verdeckte Karte frei gespielt, wird sie auf ihre Vorderseite gedreht und eröffnet dadurch dem gegnerischen Spieler vielleicht neue Möglichkeiten. Mit einer aufgenommenen Karte kann der Spieler entweder das entsprechende angezeigte Gebäude errichten, die Karte nutzen um eines seiner Weltwunder zu bauen oder die Karte abwerfen, um dafür ein Geld zu erhalten. Wie im richtigen Leben versucht natürlich jeder Spieler erst einmal Produktionsgebäude zu errichten, die die Grundlage für den Aufbau der eigenen Stadt schaffen, bevor große Prestigebauten oder gar Weltwunder erbaut werden. Für die Errichtung dieser Gebäude müssen nämlich neben Geld auch viele Rohstoffe bezahlt werden. Kann einer der geforderten Rohstoffe nicht produziert werden, so ist es möglich ihn gegen Bezahlung bei der Bank zu erwerben. Weltwunder werden in 7 Wonders Duel in einem Rutsch statt vormals in drei Etappen erbaut. Kleine Feinheit: Nach Errichtung des siebenten Weltwunders kann das achte nicht mehr errichtet werden. Eine weitere wichtige Änderung betrifft den Verkauf von Karten. Hier erhöht sich die Geldmenge die der Spieler erhält durch die Anzahl eigener gebauter gelber Handelsgebäude.

Nachdem im dritten Zeitalter die letzten Karte aus der offenen Auslage genommen wurde endet das Spiel und die Siegpunkte werden abgerechnet. Hier gewinnt der Spieler der die meisten Siegpunkte in den verschiedenen Kategorien ansammeln konnte. Unabhängig davon ist ein militärische Sieg oder sogar ein Forschungssieg möglich. Dazu muss der Marker auf der militärischen Punkteleiste den Endpunkt, sprich die Hauptstadt des Gegners erreicht haben. Zu einem Forschungssieg hingegen kommt es, wenn ein Spieler durch die Errichtung von grünen Forschungsgebäuden sechs von sieben verschiedenen Symbolen angesammelt hat. Beide Siege treten sofort ein, ohne dass der Gegner nochmals reagieren kann.

Spieletester

05.03.2016

Fazit

7 Wonders Duel wirkt, als ob das ohnehin schon sehr gehaltvolle Grundspiel nochmals eingedampft und von überflüssigem Ballast befreit wurde. Die Änderungen reduzieren das Spiel auf das Wesentliche und die neue grafische Symbolik erhöht Spielkomfort und Übersichtlichkeit. Die Spielregel ist schnell vermittelt und durch die geringe Anzahl von Sonderregeln kann fast sofort mit einer Partie begonnen werden. Zudem ist die Spielzeit erfrischend kurz, so dass fast immer genügend Zeit für eine Revanche-Partie bleibt. Die Qualität des Spielmaterials ist sehr gut und die Illustrationen wie schon bei 7 Wonders passend und stimmungsvoll. Aufgrund des geringen Platzbedarfs eignet sich das Spiel auch perfekt als Reisespiel. Kurzum: 7 Wonders Duel ist absolut genial und eine unbedingte Empfehlung für alle Freunde des gepflegten Brettspiels.
Redaktionelle Wertung:

Plus

kurze Spieldauer
extrem hoher Wiederspielreiz

Minus

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Besucherkommentare

Christian | 15.05.2019

Für mich aufgrund der taktischen Tiefe und Portabilität eines der besten Spiele für Zwischendurch oder auf Reisen, auch mit der Erweiterung super. Glück spielt hier m.E. eine größere Rolle als beim Original durch das Aufdecken der Karten.

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Details

Auszeichnungen:
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
Preis: 25,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Asmodee
Grafiker: Miguel Coimbra
Genre: Strategie, Taktik
Zubehör:

23 Karten – Erstes Zeitalter  
23 Karten – Zweites Zeitalter
20 Karten – Drittes Zeitalter
sieben Gilden Karten
12 Weltwunderkarten
Konfliktmarker (Kunststoff)
Militär-Tableau
vier Plättchen für Militär-Tableau
10 Fortschrittsmarker
31 Münzen (Pappe)
Wertungsblock,
Spielhilfe
Spielregel

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