Strange Creatures

Skurrile Kreaturen treiben ihr Unwesen! Doch wer hierbei nur putzige Monster erwartet, hat sich gewaltig getäuscht. Clevere Kartenkombinationen, überraschende Wendungen und ein Quäntchen Glück entscheiden über Sieg oder Niederlage. Wer hier nicht aufpasst, wird selbst zum seltsamen Vogel!

Auf der geheimnisvollen Insel Lumora treiben allerlei ungewöhnliche Kreaturen ihr Unwesen. Und wir haben nichts Besseres zu tun, als diese seltsamen Wesen zu sammeln. Das klingt zunächst nach einem gemütlichen Ausflug ins Fantasiereich, entpuppt sich aber als cleveres Kartenspiel, bei dem nicht unbedingt derjenige gewinnt, der ständig die besten Karten ausspielt.

Schräge Viecher, fiese Tricks!

Strange Creatures kombiniert ein klassisches Stichspiel mit dem Aufbau eines eigenen Kartendecks. Alle beginnen mit fünf Karten. Reihum wird jeweils eine Kreatur ausgespielt, wobei grundsätzlich die angespielte Farbe bedient werden muss. Wer die höchste passende Karte legt, gewinnt den Stich und erhält eine wertvolle Briefmarke.

Doch jetzt kommt der eigentliche Kniff: Wer keinen Stich gewinnt, geht keineswegs leer aus. Stattdessen dürfen die Verlierer die besonderen Fähigkeiten ihrer ausgespielten Karten nutzen. Damit lassen sich beispielsweise Münzen oder zusätzliche Briefmarken ergattern. Und wer die niedrigste Karte gespielt hat, bekommt sogar die Gelegenheit, eine neue Kreatur aus der offenen Auslage zu kaufen.

Die frisch erworbenen Karten wandern direkt auf die Hand und stehen somit sofort zur Verfügung. So wächst die eigene Kartensammlung und eröffnet immer neue Möglichkeiten. Nach vier Runden endet die Expedition. Wer dann die meisten Punkte durch Briefmarken gesammelt hat, gewinnt.

Warum gewinnen, wenn Verlieren schöner ist?

Das Besondere an Strange Creatures ist die ständige Frage, ob man einen Stich tatsächlich gewinnen möchte. Schließlich können die Fähigkeiten der eigenen Karten durchaus lukrativer sein als die Belohnung für den Stichgewinn. Dadurch entsteht ein interessanter Zwiespalt. Einerseits möchte man möglichst viele Punkte sammeln, andererseits benötigt man Münzen und neue Kreaturen, um die eigene Kartenhand zu verbessern. Wer nur auf Stichgewinne setzt, könnte deshalb langfristig ins Hintertreffen geraten.

Mit jeder Runde werden die Möglichkeiten vielfältiger. Allerdings muss man seine Karten auch geschickt einsetzen, denn eine noch so mächtige Kreatur bringt wenig, wenn sie zum falschen Zeitpunkt ausgespielt wird. Die fantasievollen Illustrationen verleihen dem Spiel einen besonderen Charme. Die Kreaturen sehen teilweise aus, als hätte die Natur bei ihrer Erschaffung etwas zu tief ins Glas geschaut. Gerade diese ungewöhnliche Gestaltung macht einen großen Teil des Reizes aus.

Ganz ohne Tücken funktioniert das Ganze allerdings nicht. Die unterschiedlichen Kartenfähigkeiten verlangen anfangs etwas Aufmerksamkeit, und nicht immer lassen sich die gewünschten Kombinationen verwirklichen. Zudem kann eine ungünstige Kartenauslage die eigenen Pläne gehörig durcheinanderbringen.

Spieletester

Fazit

Strange Creatures bringt frischen Wind in die Welt der Stichspiele. Die Verbindung aus Stichgewinn, besonderen Kartenfähigkeiten und wachsender Kartensammlung funktioniert auf dem Papier ausgesprochen reizvoll.

Seltsame Wesen, pfiffige Idee!

Besonders gelungen ist die Idee, dass ein verlorener Stich keineswegs eine Niederlage bedeutet. Dadurch entstehen interessante Entscheidungen, bei denen man gelegentlich lieber den Kürzeren zieht, um anschließend umso stärker zurückzukommen. Allerdings braucht das Spiel etwas Zeit, bis die Möglichkeiten der verschiedenen Kreaturen richtig zur Geltung kommen. Wer ein unkompliziertes Stichspiel ohne zusätzliche Überlegungen sucht, könnte sich anfangs etwas schwertun.

Unterm Strich bietet die Amigo-Neuheit eine originelle Mischung aus bekannten Mechanismen, hübscher Gestaltung und taktischen Entscheidungen. Ein Kartenspiel, bei dem nicht immer der größte Stich den größten Erfolg verspricht. Manchmal muss man eben erst verlieren, um am Ende als Sieger dazustehen!

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • originelle Verbindung von Stichspiel und Deckbuilding
  • wunderschöne, fantasievolle Kreaturenillustrationen
  • interessante Entscheidungen zwischen Stichgewinn und Kartenfähigkeiten
  • wachsende Kartenhand sorgt für neue Möglichkeiten
  • angenehm kompakte Spieldauer

Minus

  • Kartenfähigkeiten benötigen etwas Eingewöhnung
  • Kartenglück und Auslage beeinflussen die Möglichkeiten
  • nicht jede erworbene Kreatur kommt ausreichend zum Einsatz

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Verlag: Amigo
Grafiker: Jan Bintakies
Zubehör:

72 Kreatur-Karten

64 Briefmarken

30 Münzen

1 Spielanleitung

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