Fahrt eure Stacheln aus! Denn in diesem rasanten Sammelspiel werden schonungslos Karten und sogar Punkte gestohlen. Wer hier zu nett spielt, schaut definitiv durch die Finger.
Alles begann an einem ganz normalen Spieleabend, wie man ihn sich nur wünschen kann. Eine herbstliche Kürbiscremesuppe zum Reinstarten und danach direkt das erste Spiel auf den Tisch. Das Kaktusspiel eignet sich dafür wirklich gut, denn abgesehen von ein paar Grundregeln steht eigentlich alles, was man wissen muss, direkt auf den Karten.
Alles, was man wissen muss
Ziel des Spiels ist es, Dreiersets aus gleichen Kakteen namens Charly, Spike und Walter auf der Hand zu sammeln und diese anschließend gegen Punkte einzutauschen. Wer an der Reihe ist, spielt entweder Aktionskarten aus oder zieht neue Karten vom Nachziehstapel. Das Ganze geht ziemlich flott vonstatten. Anfangs muss man die Karten noch kurz durchlesen, doch nach ein paar Runden geht es reihum wie bei Uno.
Achtung, stachelig!
Wo beginnt nun der Spaß? Oder besser gesagt, wo hört der Spaß auf? Bei den Aktionskarten! Denn bei Das Kaktusspiel dreht sich alles darum, den Mitspielern ihre hart verdienten Punkte und mühsam gesammelten Kakteen wieder abzuknöpfen. Dafür stehen allerhand gemeine Aktionskarten zur Verfügung, mit denen man den anderen ordentlich eins auswischen kann. Die allseits beliebte STOPP Karte darf natürlich auch nicht fehlen. Mit ihr lässt sich jede beliebige Aktionskarte unterbinden, sehr zum Ärger desjenigen, der sie gerade ausgespielt hat.
Da sich Das Kaktusspiel so zügig spielt und man frei entscheiden kann, gegen wen man seine Gemeinheiten richtet, entwickeln sich schnell regelrechte Fehden zwischen einzelnen Spielern. Wer mir gerade einen Kaktus gestohlen hat, kann sich sicher sein, dass die nächste Retourkutsche nicht lange auf sich warten lässt. Da kochen die Emotionen durchaus auch einmal hoch und aus einem gemütlichen Spieleabend wird plötzlich eine ziemlich stachelige Angelegenheit.
Spieletester
Fazit
Gelungenes Konzept mit Konfliktpotenzial
Eigentlich kann Das Kaktusspiel jeder spielen, der lesen kann. Ob man mental dafür bereit ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Tränen sind bei uns zwar gerade noch keine geflossen, aber manchmal würde man den Tisch am liebsten über den Haufen werfen. Da ergibt das Motto des Spiels plötzlich richtig Sinn!
Trotz der wenigen Regeln bietet Das Kaktusspiel erstaunlich viele taktische Möglichkeiten. Natürlich nichts hochkomplexes, aber man hat schon das Gefühl, den Spielverlauf beeinflussen zu können.
Wer sich gegenseitig gerne eins auswischt und auch einmal darüber lachen kann, wenn die eigenen Punkte plötzlich verschwinden, wird mit Das Kaktusspiel definitiv seinen Spaß haben. Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung für alle, die gerne etwas gemeiner spielen. Einzig der Preis stößt mir etwas sauer auf. Fast 20 € für ein Spiel, das letztlich nur aus einem Kartendeck besteht, finde ich doch etwas hoch angesetzt und die Schachtel hätte dabei auch noch deutlich kompakter sein können. Spielspaß für ein paar lockere Runden ist aber definitiv da.
Plus
- schnell erklärt und sofort losgespielt
- hohes Tempo und viel Interaktion
- überraschend viele taktische Möglichkeiten
- sorgt für Emotionen am Spieltisch
Minus
- vergleichsweise hoher Preis für ein reines Kartenspiel
- nichts für schlechte Verlierer
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Details
90 Kaktuskarten
1 Anleitung
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