Wir tauchen wir ab in die bunte Unterwasserwelt von Aquatica. Als Meereskönige wollen wir unser Reich vergrößern, wilde Kreaturen fangen und versunkene Orte finden. Das wunderschöne Spiel verspricht tiefe Taktik bei kurzen Wartezeiten. Ob der Tauchgang wirklich Spaß macht, klärt unsere Rezension.
Ein frischer Wind unter den Wellen des Ozeans
Jeder Spieler startet mit sechs Handlangern und einem eigenen Spielbrett. Auf diesem Brett gibt es Schlitze für Ortskarten, auch Stätten genannt. Wer am Zug ist, spielt genau eine Karte seines Decks aus. Dabei haben wir zu Beginn alle Karten des eigenen Decks auf der Hand und können aus dem Vollen schöpfen. Zusätzlich hat jeder Meereskönig vier eigene Mantas, die diverse Boni mitbringen. Die wilden Mantas bekommt man, wenn Ortskarten komplett hochgeschoben wurden.
Die Regeln sind eingängig und verlaufen nach folgendem Schema: Gespielt wird reihum, wer am Zug ist, spielt eine Handkarte und führt die damit verbundenen Aktionen aus. So kauft man neue Orte oder fängt Meereswesen, die dem eigenen Deck zugefügt werden. Um etwaige Kosten zu begleichen, können Mantas und Stätten genutzt werden. Alle bereits ausgespielten Karten können nur durch die Verwendung der Matrona zurück auf die eigene Hand gelangen. Dies ist auch die einzige Karte, die nicht aus dem Spiel genommen werden darf.
Blubb Blubb
Neue Orte zeigen links diverse Luftblasen, die teilweise mit Boni und Aktionen gefüllt sind. Sie werden von unten in das eigene Spielbrett geschoben. Nur die Blase am oberen Rand ist nutzbar, um Ressourcen wie Gold und Macht oder andere Vorteile zu bekommen. Wurde der Bonus einer Blase genutzt, schiebt man die Karte einen Schritt weiter hoch und die nächste Blase steht zur Verfügung.
Die leeren Blasen auf den Ortskarten sind dagegen kleine Hindernisse, die den Spielfluss hemmen. Sie stellen Orte im Meer dar, an denen es im Moment nichts zu holen gibt. Und weil eine Karte nur kostenlos hochgeschoben werden darf, wenn ein Bonus enthalten ist, stockt die Karte bei einer leeren Blase. Mit einer extra Aktion einer Handkarte oder der Nutzung eines verfügbaren Rochens ist das Weiterschieben erlaubt und man kommt an die tieferen Blasen, denn erst ganz unten auf der Karte warten die richtig guten Belohnungen und dicken Siegpunkte.
Ist ein Ort komplett hochgeschoben ist, kann er nur durch eine weitere Aktion in die Wertung kommen und darf dann auf den eigenen Wertungsstapel gelegt werden. Nur die dort gesammelten Karten bringen am Ende die aufgedruckten Siegpunkte.
Wer bestimmte Errungenschaften erfüllt, darf eigene Mantas zur Wertung auf die Zieltafel setzen. Je früher, umso mehr Siegpunkte gibt es dafür. Auf diese Weise können maximal vier Wertungen mit den eigenen Rochen ausgelöst werden, was gleichzeitig das Spielende bedeutet. Auch ein leerer Nachziehstapel der Meereswesen beendet den Kampf um das größte Unterwasserreich. Wer jetzt die meisten Punkte durch Orte, Kreaturen und Ziele sammeln konnte, gewinnt.
Spieletester
Fazit
Aquatica ist das perfekte Spiel für alle, die schon immer mal eine Unterwasser-Mafia anführen wollten, ohne dabei nass zu werden. Wer hätte denn schon gedacht, dass Tiefsee-Bürokratie so viel Spaß machen kann? Getarnt als friedliches Unterwasser-Abenteuer, liegt aber im Grunde ein knallhartes Management-Training für angehende Meeres-Diktatoren auf dem Spieltisch. Du reißt dir wilde Standorte unter den Nagel, presst jeden Bonus aus deinen Untertanen heraus und wirfst sie weg, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben.
Das Ganze spielt sich so rasant, dass man kaum Zeit hat, über seine moralischen Fragwürdigkeiten nachzudenken. Ehe man sich versieht, hat jemand alle seine Ziele erfüllt, das Spiel ist vorbei und man sitzt vor seinem halb fertigen Korallenreich wie ein gestrandeter Wal an der Ostseeküste. Ein herrlich flüssiges, fieses und schnelles Taktikspiel, bei dem man danach erst mal ein Glas Wasser braucht.
Ein frischer Wind unter den Wellen des Ozeans
Das Spiel mixt cleveren Kartenbau mit einem innovativen Schiebe-Mechanismus. Ein schnelles Suchtspiel für alle, die das Meer und gute Taktik lieben. Das wunderschöne Material trägt sein Übriges zu einer tollen Tischpräsenz bei, zumal auch die Regeln schnell erklärt und gelernt sind.
Durch die optionalen Königskarten kommt eine leicht asymmetrische Fähigkeit mit ganz individuellen und mächtigen Vorteilen ins Spiel - entweder als ständiger Begleiter im eigenen Kartendeck oder mit einmaligem Startbonus. Trotz wenig Interaktion und Kartenglück begeisterte Aquatica meine Spielrunden und ist ein gern gesehener Gast auf dem Spieltisch.
Plus
- innovativer Schiebemechanismus
- hohes Spieltempo
- befriedigende Kettenreaktionen
- hochwertiges Material
- einfache Regeln und Ablauf
Minus
- kaum Interaktion
- abruptes Spielende möglich
- Glücksanteil
Kommentar verfassen
Details
1 Spielplan
4 Spieler-Tableaus
98 Karten
- 56 Stätte
- 24 Start-Meeresbewohner
- 18 Meeresbewohner
39 Miniaturen
- 16 Start-Mana
- 23 Wilder Manta
1 Anleitung
Kennervariante:
8 Karten König
5 Plättchen Errungenschaft
Statistik
Derzeit findest Du auf spieletest.at
7998 Gesellschaftsspiele-,
1678 Videospielrezensionen
2335 Berichte.