Wir ziehen aus einem Beutel Buchstaben und müssen blitzschnell einen passenden Begriff zu einer offenen Kategorie nennen, während ein nervöser Timer tickt. Läuft er aus, kassieren wir Minuspunkte und geben den Beutel weiter.
Ziehen, rufen, abdecken
Wir stellen den Timer in die Mitte, legen bis zu vier doppelseitige Tableau-Karten mit je fünfzehn Kategorien aus und werfen alle Buchstaben (sowie Richtungswechsel-Plättchen) in den Beutel. Wer am Zug ist, zieht genau ein Plättchen. Ist es ein Buchstabe, wählt er eine noch freie Kategorie, nennt laut einen passenden Begriff, der mit diesem Buchstaben beginnt, deckt das Feld mit dem Plättchen ab und gibt den Beutel sofort weiter. Ist es ein Richtungswechsel, wandert der Beutel direkt an die vorherige Person zurück und die Zugreihenfolge dreht sich. Läutet der Timer, bevor wir den Beutel losgeworden sind, nehmen wir ein verdecktes Pechplättchen. Sind alle Kategorien belegt, endet die Runde. Gewertet werden ausschließlich die gesammelten Minuspunkte.
Spielgefühl
Der Spielfluss steht und fällt mit Tempo und Fairplay. Bereits im Vorfeld sollte sich die Gruppe darauf geeinigt haben, wie streng gewertet wird. Zählen Mehrwort-Begriffe? Dürfen bereits genannte Begriffe aus vorherigen Runden erneut verwendet werden? Das Spiel erzeugt kleine Stressspitzen, weil das Weitergeben des Beutels den eigenen Zug beendet und das „Düdeldü“ gnadenlos tickt.
Sehr angenehm ist, dass viele besonders fiese Buchstaben fehlen. Nur das „Z“ bleibt als kleine Stolperfalle übrig. Mit Hausregeln wie einer „Themenrunde“ – etwa nur Film und Serie – stehen quasi unbegrenzt Szenarien zur Verfügung. Der Mix aus einfacher Regel und regelmäßigem Stress durch den Zeitdruck trägt zuverlässig, egal ob zu zweit oder in größerer Runde.
Varianz
Über die Anzahl der ausliegenden Tableaus steuern wir die Spieldauer. Für kurze Partien nutzen wir ein bis drei Tableaus, für längere alle vier. Mehr Abwechslung bringen die Rückseiten der Tableaus, da dort weitere Kategorien warten.
Spieletester
Fazit
Oh my Word spielt sich wie ein Assoziations-Reise-nach-Jerusalem. Hauptsache weg mit dem Beutel, bevor der böse Timer zuschlägt.
Die Regeln sind simpel, die Aktion startet sofort. Wir sind regelmäßig dran, da jeder den Beutel schnell weitergeben will. Trotzdem skaliert das Spiel nicht ideal mit größerer Spielerzahl. Je mehr Spieler teilnehmen, desto größer werden die Downtimes. Wenn dann noch mehrere Richtungswechsel hintereinander kommen, sind wir womöglich gar nicht mehr dran, bevor der Timer abläuft – und kassieren dadurch keine Minuspunkte. Man kann also gewinnen, ohne selbst viel beigetragen zu haben, einfach weil die anderen häufiger Pech hatten. Das funktioniert als Partyspiel über mehrere Runden hinweg, ist dann aber irgendwann auch wieder genug.
Auch der Inhalt ist einen Tick knapp bemessen. Die Anzahl der Buchstabenplättchen passt, bei den Kategoriekarten hätte ich mir etwas mehr Vielfalt gewünscht. Hausregeln und Themenrunden gleichen das jedoch gut aus.
Plus
- schnell erklärt
- gutes Partyspiel
- unfaire Buchstaben sind raus
- gut integrierbare Hausregeln
Minus
- es gibt keine Plus-, sondern nur Minuspunkte
- etwas zu wenig Kategoriekarten
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Details
4 doppelseitige Spielpläne
108 Buchstabenplättchen
12 Richtungswechsel
25 Pechplättchen
1 Beutel
1 Timer
1 Anleitung
Statistik
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