Es liegt an uns, die Geschicke der Region Saltfjord zu leiten. Wollen wir lieber Ressourcen sammeln und mit ihnen Aufträge erfüllen? Oder lieber Häuser bauen, um neue Einnahmequellen zu erschließen? Wir können uns auch auf den Fischfang konzentrieren. Lasst uns ans Werk gehen!
Wo liegt Saltfjord?
Der Saltfjord ist ein Fjord in Mittelnorwegen. Also eine schmale, lange Bucht. Naja, schmal ist übertrieben, aber bei rund 40km Länge ist das Ding deutlich schmäler als lang. Im gleichnamigen Spiel kann man diverse Rohstoffe einsammeln. Salz, was der Name ein wenig suggerieren würde, ist aber nicht dabei. Der Name Saltfjord leitet sich vielmehr vom Namen der Region Salten ab, in der der Saltfjord liegt.
Das Spielbrett
Wenig verwunderlich, zeigt der Spielplan den Fjord, mit einigen Stellen für den Fischfang. Am Ende des Fjords liegt der Hafen, in dem die Fischerboote ihre Homebase haben. Gleich daneben warten Tavernen, sowie ein Auftragsmarkt. Den restlichen Platz nehmen Fortschrittsleisten und Vorratsstapel ein, außerdem eine Leiste für Würfel.
Neben dem Spielbrett, braucht es noch Spielmaterial für jeden Spieler. Hierzu gehören ein Gebäudeplan, ein Ressourcenplan und ein Schiff. Ausgerüstet mit ein paar Gebäuden, Ressourcen und einer Spezialfähigkeit, starten wir ins Spiel.
Würfel, der zentrale Motor
Pro Spieler sind anfangs drei weiße und ein oranger Würfel im Spiel. In den nächsten beiden Runden kommt pro Spieler ein oranger Würfel hinzu. Dann ist das Spiel auch schon aus! Denn Saltfjord geht über nur drei Runden, in denen ich maximal 15 Würfel auswählen und ausführen kann.
Bevor wir Würfel wählen können, müssen diese gewürfelt werden. Während sich also die Farbe klarerweise nicht ändert, haben wir immer wieder neue Zahlen vor uns. Diese Farben und Zahlen finden wir auch auf unseren Gebäudeplänen. Wenig überraschend, aktiviert ein Würfel die Reihe bzw. Spalte des Gebäudeplans, die seiner Farbe und Augenzahl entspricht. Saltfjord, ein großes Glücksspiel? Mitnichten. Der Fischfang kann uns dabei helfen, die Anzahl von Würfelaugen zu modifizieren.
Gebäude und Stege
Unser Spielplan hat ein paar Gebäude vorgedruckt. Auf manchen Feldern sind aber auch Stege abgedruckt. Im Lauf des Spiels kann ich Plättchen bauen, welche die anfangs noch leeren Felder mit Leben füllen. Wird eine Reihe aktiviert, wird, in vorgegebener Reihenfolge, ein Feld nach dem anderen aktiviert. Dies bringt uns Ressourcen, Siegpunkte oder Aktionen (Fischfang, Bauen, Aufträge erfüllen, Fortschritt...). Letztere benötigen für die Aktivierung oft eine Zahlung von Ressourcen. Der Würfel wird auf das zuletzt aktivierte Gebäude gelegt, es kann in dieser Runde nicht nochmal aktiv werden.
Würfel zu nehmen und Gebäude zu aktivieren, ist die Standardaktion in diesem Spiel. Ich kann aber auch einen großen Bau vornehmen, oder aus der Runde aussteigen. Wer aussteigt, bekommt eine Bonusaktion. Je schwächer meine gewählte Aktion, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ich in der nächsten Runde Startspieler sein werde.
Arbeiter, die wertvollen Helfer
Jeder Spieler startet mit einer Arbeiterfigur, zwei weitere kann man während des Spiels, auf der Fortschrittsleiste, anheuern. Einmal pro Runde kann ein Arbeiter ein Gebäude aktivieren, ohne dass ein Würfel das tut. So kann ich zusätzliche Aktionen bekommen, oder die Gefälligkeiten eines Gebäudes frühzeitig in Anspruch nehmen. Das Gebäude ist für den Rest der Runde für neuerliche Aktivierung gesperrt.
Punkte sammeln
Im Prinzip könnten wir es schon dabei belassen, Ressourcen zu sammeln. Am Spielende werden nämlich alle Ressourcen in Fisch umgerechnet, drei Fisch bringen einen Siegpunkt. Das ist zwar ganz nett, aber nicht besonders einträglich.
Geh auf Fischfang und verbessere deine Fang-Skills! Das bringt schlimmstenfalls "nur" Fisch und ein paar Punkte für das Erreichen von Fischgründen, im besten Fall fängt man aber mehrere Siegpunkte pro Plättchen. So richtig erquickend ist das aber noch immer nicht, vor allem habe ich nicht unbegrenzt Gebäude mit Fischfang-Aktion.
Lass mich überlegen... Ich hab's! Verwende gesammelte Ressourcen, um Aufträge zu erfüllen! Das bringt am Spielende Punkte (direkt über den aufgedruckten Wert, sowie ein Extra für je vier Auftragsplättchen), außerdem erhalte ich dafür an jedem Rundenende Boni (Fischfangfahrten, Fische, Aufwertungen von Ressourcen und/oder Siegpunkte).
Ganz nach der Devise "Kleinvieh macht auch Mist", sollten wir Fortschritte erzielen, Reihen und Spalten auf unserem Gebäudeplan komplett befüllen..., weil es auch hierfür Belohnungen in Form von Siegpunkten und/oder Ressourcen gibt. Fortschritte können außerdem permanente Fähigkeiten bringen, mittels derer ich Aktionen effizienter ausführen kann.
Spielvarianten
Für Fortgeschrittene stehen je zwei Wagen zur Verfügung. Einen hat man von Beginn an, den anderen kann man über eine Fortschrittsleiste erhalten. Wagen erlauben zusätzliche Aktivierung von Gebäuden, die angrenzend an die eigentlich aktivierte Reihe oder Spalte liegen, wenn sie selbst in der aktivierten Reihe oder Spalte stehen.
Wer Saltfjord lieber alleine spielen will, kann das tun. Sowohl die Basis- als auch die Fortgeschrittenenversion steht uns offen. Der Ablauf ist ähnlich dem Spiel mit mehreren Personen. Allerdings liegen die Würfel nun auf den Tavernen. Und es sind mehr Würfel, als ich in einer Runde verwenden darf! Ich werde also nicht alle Tavernen frei haben, bin somit in der Wahl der Rundenendaktion eingeschränkt. Und ich habe zwei Wertungsplättchen gezogen (die liegen normalerweise nur am Ende von Entwicklungsleisten), die ich so gut erfüllen muss, dass mindestens je zehn Siegpunkte abfallen.
Spieletester
Fazit
Wir schwierig Saltfjord ist, hängt ein wenig von der Spielerzahl ab. Im Spiel zu zweit habe ich immer wieder das Problem, das die von mir gewünschte Zahl nicht gewürfelt wurde. Spielt man zu viert, wo doppelt so viele Würfel in Umlauf sind, gibt es dieses Ärgernis deutlich seltener. Dafür weiß man zu zweit recht gut, in welchen Spalten noch Würfel liegen werden, wenn ich das nächste Mal an die Reihe komme. Zu viert können einzelne Spalten ziemlich rasch zur Neige gehen und ich muss meinen hart verdienten Fisch investieren, um die Augenzahlen zu manipulieren.
Auch die Spieldauer hängt von der Spielerzahl ab, man kann mit etwa 20-25 Minuten pro Spieler rechnen. Außer man hat Grübler am Tisch, die jede Möglichkeit bis zur letzten Konsequenz durchdenken wollen. Und von denen gibt es reichlich! Wobei gesagt werden muss: Gegen Spielende gibt es noch immer mehrere Möglichkeiten, die aber oft alle denselben Siegpunktzuwachs versprechen. So zumindest empfindet es der Anfänger, der vielleicht kein perfektes Engine gebaut hat.
Da Saltfjord nur dort Interaktion hat, wo es darum geht, etwas zu nehmen, bevor es jemand anderer nimmt, ist man auf weiten Strecken frei in seinem Spieltempo. Ich kann etwa früh ins Engine investieren, wodurch andere Dinge auf der Strecke bleiben. Mit der Folge, dass ich anfangs langsam vorankomme, dafür aber am Ende auf der Überholspur bin. Oder ich stürze mich auf das Erfüllen von Aufträgen, um über die Bonusaktionen am Rundenende Meter zu machen. Sich rasch Arbeiter zu sichern, ist auch eine gute Strategie. Welchen Weg man einschlägt, hängt unter anderem von der Spezialfähigkeit ab, die mir am Beginn zugelost wurde. Neben der Spezialfähigkeit gibt es noch weitere Dinge, wie Startressourcen oder Wertungsplättchen auf den Entwicklungsleisten, und natürlich die Würfelergebnisse, die eine kleine Abwechslung von einer Partie zur nächsten versprechen.
Die Ausstattung von Saltfjord ist ausgezeichnet: Dicke Pappe, ein Ressourcenplan mit erhabenem Gitter, damit nichts verrutschen kann, einwandfreie Spielanleitung, bedruckte Holzfiguren, schöne Illustrationen... So würde man es sich öfter wünschen! Das Spiel ist nicht günstig, für seine umfangreiche Ausstattung aber auch nicht übertrieben teuer. Für Strategen auf jeden Fall einen genaueren Blick wert!
Plus
- ausgezeichnete Spielausstattung
- schnell erlernt und spielbar, wenn auch die volle Tiefe sich erst mit der Zeit offenbart
- viele mögliche Taktiken
Minus
- geringe Interaktion
- die Varianz von einer Partie zur nächsten ist eher gering
- es ist praktisch unmöglich, während des Spiels zu sehen, wie gut man im Rennen liegt
- kleine Fehler bewirken, erst stark zeitversetzt, große Katastrophen
- ein kleiner Ausgleich für die initiale Spielerreihenfolge (Bonus für die, die später am Zug sind), erscheint manchmal notwendig
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Details
1 Spielplan
4 Gebäudepläne
4 Ressourcenpläne
4 Boote
24 Würfel
66 Gebäudebauteile
67 Fischplättchen
48 Auftragsplättchen
11 Wertungsplättchen
4 Fischerboote
8 Fähigkeitsplättchen
16 Entwicklungsmarker
8 Personenmarker
4 Ressourcenplättchen
48 Ressourcenwürfel
12 Arbeiterfiguren
1 Technologieleiste
8 Wagenfiguren
1 Übersichtsblatt
1 Spielanleitung
Statistik
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