Der geheimnisvolle Brunnen

Wir spähen in den trüben Brunnen, drehen am Strudel und versuchen, die richtigen Wasserwichtel zu erkennen, bevor die anderen ihre Frösche platzieren. Wer seine Türmchen klug setzt und rechtzeitig festlegt, kassiert am Ende einer Runde die fettesten Goldreihen.

Vorbereitung
Zunächst muss der 3D-Brunnen aufgebaut werden. Über dessen Tor werden anschließend verdeckt Wichtelscheiben ins Innere befördert, sodass wir sie nicht sehen können.

Spielablauf
Reihum schauen wir nun von oben in den „Brunnen“, der mit einem kaum durchsichtigen Plastik versehen ist. Dadurch ist es zunächst fast unmöglich, die Wichtel zu erkennen. Nun setzt jeder reihum je einen Frosch auf ein Seerosenblatt neben einen Wichtel. Auf bereits belegte Felder dürfen wir einen weiteren Frosch setzen, sodass gestapelt wird. Dann dreht die Startperson den „magischen Strudel“ exakt einmal herum, wodurch die Scheibe im Inneren des Brunnens langsam nach oben wandert und die Konturen der Wichtel erkennbar werden. Nach jedem Drehen dürfen wir genau einen eigenen Frosch versetzen, um unsere Wahl zu korrigieren. Sobald niemand mehr versetzen will, wird die Scheibe bis zur Oberfläche gedreht und ausgewertet: Frösche neben den tatsächlich gezeigten Wichteln erhalten Belohnungskarten. Auf diesen Karten ist ein Goldweg abgebildet. Je weiter unten unser Frosch sitzt (also je früher wir uns entschieden haben), desto mehr Gold zeigt unsere Belohnungskarte. Nach drei Runden gewinnt, wer die längste Goldreihe vorweisen kann.

Spielfluss und Reiz
Das Highlight ist das schrittweise Sichtbarwerden: Erst ahnen wir Farben, dann Formen, erst später die eindeutige Kombination. Dadurch kippt die Runde von „mutig vorfühlen“ zu „gezielt umsetzen“. Das Stapeln erzeugt sanften Wettlaufdruck und kleine Timingduelle: Gehe ich früh „ganz unten“ auf mein Ziel oder sichere ich mir erst einen dritten Platz an anderer Stelle? Für Kinder ist es ein Training in Beobachtung und Geduld, für Erwachsene ein charmantes Mikro-Deduktionsspiel mit kurzer Downtime. Wer mehr Länge möchte, verlängert auf vier oder fünf Scheiben, ohne an Zugänglichkeit zu verlieren.

Spieletester

Fazit

Der geheimnisvolle Brunnen überzeugt mit einer Mechanik, die ich so noch nicht gesehen habe. Und „sehen“ ist hier wortwörtlich gemeint: Umdrehung für Umdrehung erkennen wir mehr und können leichter entscheiden. Um den Eindruck dieses Spielgefühls zu vermitteln, habe ich in der Bildgalerie eine Serie abgelegt.

Die Regeln sind schnell erklärt und eingängig. Ab dann wird geschaut, Farben und Formen werden verglichen und mit jedem neuen Detail das eigene Ergebnis angepasst. Das geht flott von der Hand und hält die Spannung über die gesamte Partie.

Lediglich das Punktesystem wirkt etwas aufgesetzt. In meinen Augen bietet die Wertung über die Länge des Goldwegs keinen erkennbaren Vorteil. Es ist auch kein großer Nachteil, aber irgendwie unintuitiv.

Das bleibt Meckern auf hohem Niveau. Das Spiel macht nahezu alles richtig – und vor allem: Spaß!

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • deutlicher Aha-Effekt, der sich auch nicht abnutzt
  • innovative Spielmechanik
  • Mut für frühe Entscheidungen wird belohnt
  • Fehler werden kaum bestraft

Minus

  • etwas fummeliger Zusammenbau des Turms

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 5 Jahren
Preis: 30,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Grafiker: Rolf ARVI Vogt
Genre: Denken
Zubehör:

4 Brunnenwände

1 Brunnendeckel

1 Spielplan

1 Teller

38 Wichtelscheiben

40 Gewinn-Karten

4 persönliche Tableaus

8 Frösche (in 4 Farben)

1 Anleitung

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7797 Gesellschaftsspiele-,
1675 Videospielrezensionen
2298 Berichte.