Playball

Als Kinder spielten wir gerne Fußball.
Zwei gegen zwei oder drei gegen drei.
Auf kleine Tore ohne Tormann.
Daran werde ich bei Playball erinnert.

Playball ist ein abstraktes Spiel, dem ein durchaus passendes Thema gegönnt wurde.
Mit den drei Playballern kann jeder der beiden Spieler den schwarzen Ball quasi Huckepack nehmen, Pässe können gespielt und Tore können erzielt werden. Die genauen Bewegungsregeln und jene für das Passspiel sowie korrektes Tackling sind auf vier kleinen Regelseiten zusammengefasst. 

Die Theorie

Drei Bewegungspunkte, die beliebig auf die drei Playballer aufgeteilt werden dürfen, hat ein Team in seinem Zug. Einen Punkt kostet die Bewegung auf eines der sechs Nachbarfelder, einen der Sprung über eigene und/oder gegnerische Figuren - in gerader Linie wie bei Dame, das Feld direkt dahinter muss frei sein. Überspringt ein Playballer dabei einen anderen Playballer mit Ball, nimmt der springende Playballer den Ball mit.
Die gegnerischen Felder mit Punkt dürfen nur mit Ball betreten werden.
Die eigenen Felder dürfenmit Punkt betreten werden, müssen aber am Ende des Zugs wieder frei sein.

Kostenfrei dürfen während des Team-Spielzugs beliebig viele Pässe gespielt werden. Dabei wandert der der Ball in gerader Linie von einem eigenen Playballer zu einem anderen. Der Weg für den Ball mus dabei frei sein.

Zieht man mit dem Ball auf eines der drei Felder der gegnerischen Endzone hat man ein Tor erzielt (der Gegner beginnt die nächste Partie). Wie so oft bei ähnlichen Spielen siegt man bei "best of 5" erzielten Toren.

Die Praxis

Natürlich fühlt man sich bereits beim Lesen der Regel an klassische Spiele wie Dame, Halma sowie Fuchs und Henne erinnert. Als Kapitän eines Playballer-Teams hat man jedoch ungleich mehr Optionen. Speziell das Passspiel - es sollte durch kluge Bewegung der Playballer vorbereitet werden - öffnet viele Möglichkeiten. Natürlich muss man diese auch erkennen. Der Blick für abstrakte Spiele sollte schon geschärft sein. Sonst macht Playball wenig Spaß. 
Als Teamchef muss man die drei Playballer mit sinnvollen Aufgaben in jeden Zug schicken. Alibizüge werden sich rächen, durch das Überspringen anderer Figuren nähern sich die Gegner schneller als man denkt der eigenen Endzone.
Tragischerweise oft mit Ball, der eben erst erobert wurde.
Bedrohungen müssen rechtzeitig erkannt werden.
Eigene Fallen müssen gestellt werden.
Der klügere Playballer gibt nicht nach sondern gewinnt.

Spieletester

25.01.2026

Fazit

Wie immer bei abstrakten 2-Personen-Spielen macht die Partie bei ausgeglichener Spielstärke der beiden Gegner den größten Spaß (vor allem wenn man dann doch gewinnt!).
Playball lässt durchaus Finten zu. 
Angriff über die linke Flanke, Pass zurück und weiter nach rechts außen.
Ist der Gegenspieler gut, erkennt er das, holt sich mit einem sauberen Tackling den Ball und leitet den Gegenangriff ein.

Natürlich ist nicht jedes Tor zu verhindern. 
Das ist bei Fußball so und bei Playball nicht anders.
Das ist aber auch tröstlich.
Ohne Fehler würde bekanntlich jedes Fußballmatch mit einem 0:0 enden und das wäre bei Playball nicht anders.

Also wozu spielen? Um Fehler zu machen!

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • einfache Regeln
  • beachtliche Spieltiefe bei wenig Material
  • für Experten abstrakter, taktischer Spiele
  • schnell gespielt, wenn Fehler gemacht werden

Minus

  • sehr nüchterne und lieblose Gestaltung
  • eigentlich zu hoher Preis

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 7 Jahren
Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
Preis: 14,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Autor: David Florsch
Grafiker: Pauline Detraz
Genre: Strategie
Zubehör:

3 Playballer Team A (rot)
3 Playballer Team B (grün)
5 Bälle (schwarz)
Spielfeld
Spielanleitung (englisch, deutsch, französich, holländisch)

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