Little Soldiers

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Vor mir erstreckt sich das Schlachtfeld. Ein Stapel Bücher ragt wie eine uneinnehmbare Festung in die Höhe, und irgendwo dort drüben, hinter der Keksdose lauert ein feindlicher Scharfschütze. Doch für mich zählt nur eines, die Klopapierrolle in der Mitte um jeden Preis zu halten! Willkommen auf dem Schlachtfeld von Little Soldiers.

Das chaotische Kinderzimmer oder der unaufgeräumte Wohnzimmertisch sind perfekte Schauplätze für Little Soldiers. Das Spielfeld lebt von Alltagsgegenständen wie Gläsern, Boxen, Kerzen, Schüsseln oder Blumentöpfen, die unseren kleinen Soldaten Deckung vor feindlichem Beschuss bieten. Jeder Spieler übernimmt die Kontrolle über einen Trupp Plastiksoldaten und versucht, die gegnerischen Einheiten auszuschalten sowie die Vorherrschaft über das Schlachtfeld zu erlangen.

Spielaufbau

Zu Beginn wird das Spielfeld wie in der Anleitung beschrieben aufgebaut. Dafür nutzt ihr einfach die Alltagsgegenstände, die gerade zur Hand sind. Anschließend legt ihr die benötigten Spielmaterialien im und neben dem Schlachtfeld bereit und errichtet euer Hauptquartier. Nun wählt ihr euren Soldatentrupp, eine Entscheidung, die wohlüberlegt sein sollte, denn jeder Soldat verfügt über eigene Spezialfähigkeiten.

Über drei Runden hinweg versucht ihr, die Kontrolle über das Schlachtfeld zu gewinnen. Der Battletracker zeigt jederzeit an, wie sich das Kräfteverhältnis entwickelt. Die Spielfiguren werden mithilfe der Blocktoken zufällig an einem der Deployment-Token auf dem Spielfeld platziert. Dabei kann es vorkommen, dass sogar mehrere gegnerische Soldaten am selben Ort starten. Chaos ist also von Beginn an vorprogrammiert.

Zu Beginn einer Runde sammelt ihr eure Befehltoken ein. Ein Token aus der oberen Hälfte der Kiste, je einen Token von jedem Soldaten auf dem Spielfeld sowie alle Token aus der unteren Hälfte der Kiste. Während eures Zuges dürft ihr eure Soldaten bewegen und ihnen Befehle erteilen. Für eine Bewegung wählt ihr einen Soldaten und bewegt ihn entlang der gelben Schnur. Um einen Befehl zu erteilen, nehmt ihr einen Befehltoken und legt ihn zu einen eurer Soldaten. Anschließend wählt ihr eine seiner Fähigkeiten. Angriff, Bewegung oder Spezialangriff.

Bei einem Angriff wählt ihr ein Ziel. Wichtig ist dabei die Sichtlinie. Der komplette Kopf der Zielfigur muss von der angreifenden Spielfigur aus sichtbar sein. Nun würfelt ihr alle fünf Angriffswürfel. Einmal dürft ihr eine beliebige Anzahl davon neu würfeln. Befindet sich das Ziel zusätzlich innerhalb des roten Fadens, ist ein weiteres erneutes Würfeln erlaubt.

Der verursachte Schaden wird mit dem Schildwert der Figur verglichen und entsprechend mit Schadensmarkern angezeigt. Erreicht oder überschreitet der Schaden die Lebenspunkte einer Figur, ist sie kampfunfähig. Die Figur wird auf ihre Spielkarte im Hauptquartier zurückgestellt, die Befehltoken wandern in die untere Hälfte der Kiste und die Flagge bewegt sich in Richtung der gegnerischen Zone. War es der letzte Soldat eines Spielers auf dem Schlachtfeld, wird die Flagge sogar um zwei Felder verschoben.

Zusätzliche Würze bringen die Spezialangriffe der verschiedenen Einheitentypen:
- Die Infanterie senkt die Rüstung gegnerischer Soldaten.
- Der Sniper erhält beim Angriff einen zusätzlichen Würfel, riskiert dabei aber auch Eigenschaden.
- Der Operator bedient das Löffelkatapult und schleudert eine Müslibombe auf das Spielfeld, die allen Soldaten im Explosionsradius Schaden zufügt.
- Der Grenadier rollt eine Granate über das Schlachtfeld, mit verheerender Wirkung, sofern sie nicht fehlzündet und ihm selbst schweren Schaden zufügt.

Erreicht die Flagge am Battletracker den Zielbereich, endet das Spiel sofort und der betreffende Spieler gewinnt. Alternativ endet die Schlacht nach drei Runden, in diesem Fall gewinnt der Spieler mit dem Vorteil und wird feierlich zum General der Spielbox befördert.

Spieletester

11.04.2026

Fazit

Little Soldiers ist ein leicht zugängliches Miniaturen-Wargame, das den Esstisch in ein lebendiges Schlachtfeld verwandelt. Statt eines festen Spielbretts kommen Alltagsobjekte wie Becher, Gläser und Schachteln als Deckung und Hindernisse zum Einsatz, ein Kniff, der den besonderen Reiz des Spiels ausmacht. Neben dem beschriebenen Grundspiel bietet Little Soldiers zusätzliche Spielmechaniken und Spielmodi wie King of the Hill, Battle Royale sowie Team- und kooperative Varianten, die für ausreichend Abwechslung sorgen.

Das Spiel bricht bewusst mit den oft sehr komplexen Regeln klassischer Tabletop-Wargames und setzt stattdessen auf schnelle, spaßige Gefechte ohne lange Vorbereitung. Eine tiefgehende strategische Simulation sollte man dabei nicht erwarten. Wer jedoch ein leichtes, geselliges Spiel mit taktischen Elementen und einem abenteuerlichen, kreativen Aufbau sucht, findet hier einen charmanten Einstieg in das Genre. Familien mit Kindern und Gelegenheitsspieler werden besonders viel Freude haben, eingefleischte Taktikfans hingegen könnten sich etwas mehr Tiefgang wünschen.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • tolles Spielmaterial
  • leichte Einstiegshürde
  • stufenweise Erweiterung des Spiels (Sielvarianten, Spielmodi)
  • schöne Dynamik zwischen Taktik und Spaß
  • ideal für Familien- oder lockere Spielabende
  • Erklärvideos

Minus

  • keine sehr tiefgründigen Strategien für Profis

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Preis: 22,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: iello
Grafiker: Paul Mafayon
Genre: Miniaturen
Zubehör:

10 Spielfiguren
7 Würfel
1 Löffelkatapult
1 Fahnenspielstein
3 Schnürre
14 Charakterkarten
4 Spielhilfen
4 Kistenkarten
2 Battletrackkarten
20 Lebentoken
11 Schildtoken
1 Starspielertoken
6 Befehltoken
2 Bewegungstoken
4 Deploymenttoken
1 Mörsertoken
8 Blocktoken
6 Leveltoken
11 Süssigkeitentoken
3 Teleportertoken
50 Taktikkarten
4 Cratetoken
3 Bonus Ordertoken
3 Ouchtoken

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