Galileo Projekt

30 Jahre sind vergangen, seit die ersten Siedler Richtung Ganymed aufbrachen. Jetzt starten die Bewohner von Erde und Mars gemeinsam ein neues Projekt: Die vier größten Monde des Jupiters - Io, Europa, Ganymed und Kallisto - für Menschen bewohnbar zu machen.

Eines der größten Probleme dieses Projekts ist es, dass es durch die ökologischen Krisen auf der Erde und die unterschiedlichen Ressourcen der Planeten Erde und Mars keine einheitliche Währung gibt. Um dies zu lösen, trefft ihr euch an einem außerplanetarischen Ort - Tarak Freeman´s Casino - da dort mit Mega-Kredits, der einzig neutralen und stabilen Währung, gehandelt wird.

Jeder von euch steht an der Spitze eines der mächtigen Konzerne, die ihren Einfluss auf Erde und Mars für ihre Ziele nutzen wollen. Ihr besiedelt die vier Jupitermonde mit erworbenen Robotern, rekrutiert Experten und entwickelt Technologien, um ausgelobte Ziele als erste zu erfüllen.

Die Besiedelung beginnt

Kern des Galileo Projekt ist ein Kartenauswahlmechanismus im Zusammenhang mit dem Ausbau des eigenen Konzerns, repräsentiert durch das jeweilige Spielertableau. Gespielt wird reihum. Wer am Zug ist, hat die Wahl, eine der fünf Karten aus der Charakter- oder Roboter-Leiste zu nehmen oder eine Technologie zu entwickeln.

Charaktere werden eingestellt und erhöhen den eigenen Einfluss, bringen danach zusätzlich entweder eine sofortige einmalige Fähigkeit oder einen Endwertungsbonus. Roboter werden mit Einfluss bezahlt, der entweder von der Erde (blau) oder dem Mars (rot) kommen muss. Wer seinen Einflussmarker auf der falschen Seite hat, kann für einen Mega-Kredit die Seite wechseln – für Geld geht halt alles!

Ein erworbener Roboter wird auf einem der vorgegebenen Monde eingesetzt und erhöht sofort den dortigen Entwicklungszähler, der wiederum diverse Boni bringen kann. Zusätzlich wird die Fähigkeit des neuen Roboters ausgeführt, dessen Stärke von der Anzahl gleichartiger Roboter im Besitz des Konzerns abhängt.

Technologien erfordern den Einsatz von Energien und Geld. Vier verschiedene von ihnen liegen zu Spielbeginn aus und bringen Soforteffekte oder dauerhafte Boni sowie Siegpunkte für die Schlusswertung. Vier zusätzliche Auszeichnungsziele werden zu Beginn ebenfalls ausgelobt und liegen auf dem Spielbrett aus. Je eher eine Auszeichnung beansprucht wird, desto mehr Siegpunkte gibt es.

Eng miteinander vernetzt

Die einzelnen Monde haben unterschiedliche Effekte, die durch entsprechende Roboter über die Entwicklungszähler ausgelöst werden. So erlaubt Io die Kosten für den Kauf von Robotern durch Mega-Kredite zu reduziert. Europa liefert Energie, die für das Entwickeln von neuen Technologien benötigt werden, während Ganymed das dauerhafte Einstellen von Charakteren verbessert. Kallisto schließlich erhöht die Siegpunkte für die häufigste Roboterart und erlaubt deren Modifizierung. Durch diverse Veränderungen auf den Mondleisten können beachtliche Kettenreaktionen ausgelöst werden, die es zu erkennen und im richtigen Moment zu nutzen gilt. Auch der Verlust von Entwicklungspunkten kann Boni auslösen, da das entsprechende Feld auf der Leiste auch im Rückwärtsgang angesteuert werden kann, auch mehrmals!

Eine Partie Galileo Projekt endet, wenn die letzte Charakterkarte gezogen wird oder ein Konzern seinen zehnten Roboter zu einem der vier Monde geschickt hat. Dann muss der Konzern erst einmal jeden fest eingestellten Charakter mit einem Mega-Kredit bezahlen, um dessen Siegpunkte kassieren zu dürfen. Danach gibt es Punkte für die Entwicklungszähler der vier Monde, für Technologien und erreichte Auszeichnungen. Es gewinnt, wer die meisten Siegpunkte verbuchen konnte.

Spieletester

19.08.2024

Fazit

Wir haben es hier mit einem eingängigen Eurogame zu tun, dessen Regeln und Abläufe wirklich schnell gelernt und verinnerlich sind. Die Ikonografie ist sauber und verständlich ausgearbeitet, so dass nach kurzer Zeit jeder Konzernchef genau weiß, was er bekommt, bezahlen muss oder welcher Vorteil und Bonus angesagt ist.

Galileo Projekt ist ein eng miteinander verzahnter Enginebuilder, dessen Komplexität sich im mittleren Segment ansiedelt. Das Design ist etwas futuristisch und deshalb genau passend zum Thema der Weltraumexpansion. Das Spiel bietet einen schnellen Zugang, interessante Entscheidungen und eine geringe Downtime. Je weniger Konzerne mitspielen, desto mehr ähnelt der Ablauf allerdings einem Wettrennen. Es ist gut austariert und bevorzugt keine Siegstrategie, denn viele verschiedene Wege führen hier zum Ziel.

Durch den begrenzten Kartenmarkt und dem Wettlauf um die besten Positionen bei den Auszeichnungen gibt es ausreichend Interaktion. Trotzdem kann jeder in Ruhe seine Monde ausbauen, wenngleich bei den nachgelegten Karten natürlich auch das Glück eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Dies ist aber alles im Rahmen und hatte keine negativen Auswirkungen auf den erlebten Spielspaß.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • tolle Komponenten
  • einfacher Zugang durch eingängige Regeln
  • schöner Optimierer
  • taktisch sehr variabel

Minus

  • der Glücksanteil beim Kartennachschub

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 40 bis 80 Minuten
Preis: 69,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2023
Grafiker: David Sitbon
Zubehör:

1 Spielplan

4 Mondtableaus

106 Karten

  • 48 Roboterkarten
  • 10 doppelseitige Projektkarten
  • 48 Charakterkarten

1 doppelseitiges Star-Z-Plättchen

12 doppelseitige Technologieplättchen

8 Zielplättchen

4 Einflusszähler

16 Entwicklungszähler

16 Auszeichnungen

16 Mondmodifikationen

16 Robotermodifikationen

50 doppelseitige Stufenplättchen

20 Energiemarker

24 Megakredite (Chips)

1 Wertungsblock

1 Anleitung

 

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