Porta Nigra

Trier ist die älteste Stadt in Deutschland. Sie wurde von den Römern unter dem Namen "Augusta Treverorum" am Ufer der Mosel gegründet und kann mit einigen Baudenkmälern aufwarten, die seit 1986 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Und um den Bau drei dieser Bauwerke plus Stadtmauer geht es beim hier vorliegenden Spiel des Erfolgsautorenduos Kramer/Kiesling.

Um es gleich schon mal vorweg zu nehmen: Wer das historisch angehauchte Porta Nigra spielen möchte, muss viel Platz haben und einen großen Tisch zur Verfügung stellen. Der eigentliche Spielplan mit den vier Bauplätzen „Porta Nigra“, „Amphitheater“, „Basilika“ und „Stadtmauer“, dem zentralen Bausteinmarkt und der umgrenzenden Siegpunktleiste wird ergänzt mit einer oben und unten angrenzenden Bauwerks-  und Ehrenkartenauslage. Da mutet der persönliche Spielbereich eines Spielers schon eher bescheiden an.

Spielablauf

Die Spieler nehmen die Rolle der Baumeister ein, die in „Augusta Treverorum“ die Konstruktion der berühmten Bauwerke vorantreiben sollen, um damit zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Das Spiel verläuft rundenbasiert je nach Spielerzahl. Eine Runde geht dabei so lange, bis alle Spieler ihren Aktionskartenstapel, der für alle gleich ist, ein Mal durch haben.

Wer am Zug ist, hat zwei Phasen auszuführen. In der Nachfüllphase wird zunächst die Anzahl der zur Verfügung stehenden Bausteine im Bausteinmarkt, sowie die Bauwerks- und Ehrenkarten der Auslage geprüft und eventuell aufgefüllt. In der nachfolgenden Aktionsphase spielt er eine seiner Handkarten aus. Er darf dabei so viele Aktionen der Karte ausführen, wie die Anzahl der dort abgebildeten Fackeln angibt. Zusätzlich darf er so viele Einflussaktionen ausführen wie er sich leisten kann. Dann legt er seine Aktionskarte ab und zieht eine neue von seinem Nachziehstapel auf die Hand. Danach ist der nächste Spieler am Zug.

Mit seinen Aktionen kauft ein Spieler Bausteine vom entsprechenden Markt oder baut Bauwerksteile mit seinen zur Verfügung stehenden Bausteinen. Dabei muss er vorher immer seine Baumeisterfigur in das entsprechende Viertel der Stadt bewegen. Weitere Aktionen sind das Besorgen von Einflusschips, Fackelmarkern oder Sesterzen.

Am Ende einer Runde, wenn also alle ihren Aktionskartenstapel durchgespielt haben, zählen alle Spieler, wie viele Bausteine sie insgesamt in den vier Bauwerken verbaut haben. Jeder darf dann sein Ergebnis in einem beliebigen Verhältnis in Siegpunkte und Sesterzen aufteilen und sich die entsprechende Anzahl aus dem Vorrat nehmen.

Das Spiel endet entsprechend der Spielerzahl nach zwei oder drei Runden. Vorzeitig endet es, wenn der komplette Vorrat an Bausteinen erschöpft ist oder ein Spieler sein fünfzehntes Bauwerksteil errichtet hat. Es folgt eine Endwertung, bei der diverse Bauwerks- und Endwertungskarten Siegpunkte einbringen können. Außerdem werden diese für Römer, Sesterzen, Einflusschips, Fackelmarker und Bausteine ausgeschüttet. Zusätzlich bringen Mehrheiten in den Bauwerken weitere Punkte. Und wie könnte es anders sein: Am Ende gewinnt, wer die meisten Siegpunkte anhäufen konnte.

Spieletester

04.06.2016

Fazit

Das Herz von Porta Nigra ist unbestritten die Aktionsphase. Alles kostet dabei irgendwie Geld, ob es die Bewegung der Baumeisterfigur ist oder der Kauf von Bausteinen. Sehr schön gelöst ist die Kenntlichmachung der verschiedenen Farben der Bausteine, die selber nur in einem schlichten Grau daherkommen. Je nach dem, auf welchem Feld im Bausteinmarkt oder in der persönlichen Auslage der Baustein liegt, nehmen diese eine entsprechende Farbe an und kosten dann auch unterschiedlich viel Geld - und Geld ist bis zum Spielende ein knappes Gut. Sind die Bausteine erst einmal verbaut, markiert ein Römer in der Spielerfarbe seinen Besitzer. Und die Römerfiguren müssen ebenfalls erst einmal besorgt werden.

Mit den Einflusschips lassen sich weitere Aktionen durchführen und auch die Fackelmarker sorgen dafür, dass man mit seinen Karten mehr Aktionen ausführen darf, als angegeben. An allen Ecken und Enden warten Boni auf die Spieler, die erfahrungsgemäß in ihren einzelnen Zügen immer mehr machen wollen als sie dürfen.
Kurzum: Porta Nigra bietet jede Menge Möglichkeiten zur Siegpunktgenerierung, ist dafür aber auch mit vielen Zwängen behaftet. Und genau dieser Mix gefällt und bringt das „Schwarze Tor“ immer wieder auf den Spieltisch.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • sehr reichhaltiges schönes Material
  • stimmungsvoller Spielplan
  • funktioniert mit jeder Spielerzahl einwandfrei

Minus

  • die grauen Bausteine fallen etwas ab
  • in Vollbesetzung wird ein riesiger Platz benötigt

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten
Preis: 49,95 Euro
Erscheinungsjahr: 2015
Grafiker: Michael Menzel
Genre: Glück, Strategie
Zubehör:

1 Spielplan
4 Baumeisterfiguren
4 Spielerablagen
4 Siegpunktmarker
16 Fackelmarker
16 Aktionsmarker
60 Römer
32 Aktionskarten
28 Ehrenkarten
16 Einflusschips
1 Rundenmarker
10 Nachschubkarten
90 Bausteine
51 Münzen
20 Bauwerkskarten
4 "+100/+200" Siegpunktmarker

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