Cutterland

Willkommen im Land der Schneidenden! Schneiden kann man vieles: Textilien, Papier, Gemüse, Filme, Grimassen, Kurven... Und, liebe Spieleliebhaber, ihr müsst jetzt stark sein: Spielmaterial!

Spielidee

In Cutterland geht es darum, dass jeder Spieler eine Landschaft vor sich aufbaut. Dort tummeln sich verschiedene Kreaturen, wie etwa Drachen, Schildkröten oder Goblins. Manche Landschaftsteile bringen zudem Marker, die ich am Ende des Spiels einsetzen kann, etwa um Kreaturen zu schützen, Gebiete zu trennen oder zusammenzufügen. Vor der Schlusswertung vernichten sich Kreaturen gegenseitig. Die übrig bleibenden bringen Punkte, wobei jede Art ihre speziellen Vorlieben hat: die einen wollen alleine sein, andere in Gruppen leben, wieder andere bevorzugen eine weitläufige Heimat.

Spielablauf

Jeder Spieler erhält, abhängig von der Spielerzahl, drei bis vier Landschaftskarten. Diese Karten bestehen aus 3x4 Feldern. Jedes Feld ist einer Landschaftsart zugehörig, manche Felder tragen die Abbildung von Kreaturen oder Markern.

Wer am Zug ist, muss eine seiner Landschaftskarten zerschneiden. Man teilt die Karte in genau so viele Teile, wie Spieler teilnehmen. Die Form und Größe ist beliebig, wobei man aber eines im Hinterkopf behalten sollte: Gleich wird jeder Spieler sich ein Teil nehmen und in seine Auslage einbauen. Das Recht der ersten Auswahl hat aber der Spieler links vom aktiven Spieler, der Schneidende selbst bekommt das Teil, das von den anderen Spielern verschmäht wurde!

Neue Landschaftsteile müssen so eingebaut werden, dass sie mit wenigstens einer Kante an bereits liegende Teile grenzen. Lücken in der Auslage sind erlaubt, das Überlappen von Teilen hingegen verboten. Wer ein Teil mit Markerabbildung hat, nimmt sich ein entsprechendes Pappteil aus dem Vorrat.

Spielende und Wertung

Sind alle Landschaftskarten aufgebraucht, platzieren die Spieler ihre gesammelten Marker in ihrer Landschaft. Dies ist optional, man kann Marker auch unverwendet lassen, wofür es Siegpunkte gibt. Brücken lassen Landschaften gleicher Art zusammenwachsen, wodurch sie als ein großes Gebiet gelten. Palisaden machen das Gegenteil: Sie trennen eine Landschaft in zwei unabhängige Bereiche. Türme beschützen Kreaturen davor, gefressen zu werden.

Da sind wir schon beim Thema: Nun werden die Effekte der Kreatuen angewandt. Besonders gefräßig sind die Kraken, die alle Kreaturen auf den acht Nachbarfeldern fressen. Scheinbar sind es Mutanten-Kraken, denn sie fressen nicht nur was im Wasser ist, sondern auch was an Land lebt. Drachen sind nicht so hungrig, fressen dafür aber über größere Distanzen hinweg. Zur Markierung, dass eine Kreatur gefressen wurde, wird sie mit einem Knochenmarker abgedeckt.

Müssen wir jetzt traurig sein, dass etwas gefressen wurde? Nur manchmal. Oft platziere ich Fresser nämlich absichtlich so, dass sie andere tilgen. Frösche etwa haben die unliebsame Eigenschaft, dass sie Minuspunkte bringen. Sie fressen zu lassen ist also durchaus positiv für das Punktekonto. Selbiges gilt für überzählige Schildkröten (bringen nur etwas, wenn es genau eine oder maximal zwei in meiner Auslage gibt) oder Drachen (müssen genau zu zweit innerhalb einer Landschaft auftreten, um etwas wert zu sein).

Spieletester

07.01.2022

Fazit

Spielmaterial zerschneiden - dem einen oder anderen blutet da das Herz. Theoretisch kann man die Kartenteile aufheben und aus einem Beutel ziehen. Empfohlen wird das aber nur als Hardcore-Variante, da die Balance leidet. "Aber wenn ich immer neue Karten verwende, habe ich ja irgendwann keine mehr!". Stimmt, darum gibt es Nachfüllboxen zu kaufen. Sie enthalten nur halb so viele Karten wie das "Original"-Spiel, kosten aber auch nur halb so viel. Ich kann zwischen "Original"-Karten, oder aber Karten mit zusätzlichen, neuen Kreaturentypen wählen.

In welcher Reihenfolge man seine Karten ausspielt, hat durchaus taktische Relevanz. Hebe ich zum Beispiel eine Karte mit vielen Schildkröten lange auf, wird am Ende keiner die Schildkröten-Teile haben wollen und ich muss sie selber nehmen. Dabei herrscht ohnehin immer ein Überfluss an diesen Viechern. Ganz anders sieht es bei Drachen aus, die stets heiß begehrt sind. Üblicherweise wird man die Kartenteile mit ihnen darauf eher klein halten, um ein wenig die Balance zu wahren. Da sind wir gleich bei dem Punkt, der Cutterland ausmacht: Willkommen bei der Kuchenregel, die z. B. von Alex Randolph gerne verwendet wurde! Einer teilt etwas, die anderen dürfen dann zuerst aussuchen. Dieses Prinzip stellt sicher, dass sich niemand selbst übervorteilt.

Die Schnipselei bringt gewisse Wartezeiten im Spiel mit sich. Außerdem kann man herrlich grübeln, welches Landschaftsteil das richtige für mich ist. Cutterland ist also nichts für eilige Spieler.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • niemand kann behaupten, Pech gehabt zu haben

Minus

  • kleine Lücken in der Spielanleitung, zum Glück ist die Anleitung redundant und mit vielen Beispielen ausgestattet
  • Spielmaterial zu zerschneiden ist nicht jedermanns Sache

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 20,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2020
Verlag: Fun Bot, Hobby World
Grafiker: Uildrim
Genre: Legen
Zubehör:

160 Landschaftskarten
4 Spielübersichten
30 Knochenmarker
12 Turmmarker
16 Palisaden-/Brückenmarker
1 Wertungsblock
1 Spielanleitung

weiters benötigt man: Schere, Skalpell oder ähnliches

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