Space Dragons

Wir vertreiben uns die Zeit im All.
Jeder mit eigener Crew, versteht sich.
Wir jagen Drachen und zerschießen das Spaceship der Gegenspieler.
Oder es wird uns zerschossen.
Gefährlich ist es garantiert in der Galaxie der Space Dragons.
Es gibt ein paar universelle Wahrheiten:
- ein Schutzschild hilft gegen einen Angriff
- ein Angriff ohne Schutzschildabwehr erzeugt einen Schaden
- ein Werkzeug repariert einen Schaden
- The winner takes it all (das wussten schon ABBA!)

Die Crew


Nein, wir springen jetzt nicht einfach in ein anderes Spiel, sondern wir stellen unsere Crew mittels Drafting zusammen. Dazu bekommt jeder neun Crew-Karten, wählt eine aus und gibt acht nach links weiter. Das passiert so oft bis jeder nur mehr eine Karte weitergibt.
Crew fertig!

Aber welche Crew bastelt man sich?
Jedes Crewmitglied hat einen Wert von 01 bis 80 und die meisten haben zusätzliche Sonderfunktionen.
Das können Symbole für Wissenschaft (blau), Korruption (grau) oder Stimmung (grün) für die jeweilige Endwertung sein. Es können aber auch Symbole sein, die sofort beim Ausspielen der Karte wirksam werden.
Ein Schild bringt dem eigenen Raumschiff ein Schild.
Ein Werkzeug repariert sofort einen Schaden.
Eine Flamme fügt dem eigenen Raumschiff einen Schaden zu, es sei denn, man kann das mit einem Schild abwehren.

Warum man das tun sollte?
Dazu gleich mehr.
Ein Fadenkreuz fügt dem Stichgewinner - ja, es ist ein Stichspiel - einen Schaden zu.
Abwehr eines Fadenkreuzangriffs durch einen Schild ist möglich.
Manche Crew-Karten bringen auch noch den einen oder anderen Plus- oder Minuspunkt mit.

Die Selbstverstümmelung

Die stärksten Crewmitglieder mit den Werten 73 bis 79 fügen dem eigenen Raumschiff des Spielers einen Schaden zu, der Kapazunder mit Wert 80 haut dem eigenen Raumschiff gleich zwei Dellen in die Karosserie. Drum schütze sich, wer sich später selbst verstümmelt.
Die Zusammenstellung der eigenen Crew sollte bereits darauf Rücksicht nehmen.

Die Drachen

Der Spieler mit der höchsten gespielten Crew-Karte bekommt den ausliegenden Drachen.
Drachen bringen neun bis zwölf Punkte, manche zusätzliche Wertungssymbole.
Im Drachenhort warten sieben Drachen auf ihren Besitzer.
Es werden demnach auch sieben Stiche gespielt, zwei der neun Handkarten bleiben übrig und ohne Funktion.

Der Stich

Ein Spieler eröffnet den ersten Stich und legt seine Karte offen vor sich.
Schild, Werkzeug und Flamme (=Schuss ins eigene Knie) werden sofort ausgewertet.
Reihum spielt jeder seine Karte.

Der Spieler mit der höchsten Crew-Karte gewinnt den Drachen und legt ihn zu sich. Falls andere Spieler eine Crew-Karte mit Fadenkreuz gespielt haben wird das Schiff des Stichgewinners nun beschädigt oder durch Abgabe von Schilden abgewehrt. Der Stichgewinner deckt den nächsten Drachen auf und eröffnet den nächsten Stich.

Weil die Crew-Karten klug gestaltet sind, werden sie Karte für Karte übereinander in die persönliche Auslage gelegt und nur die oberste Wertungszeile jeder Karte bleibt sichtbar. So bleibt die Übersicht über die gesammelten Symbole auf eigenen und fremden Karten erhalten. So werden alle sieben Drachen in sieben Stichen über sieben Brücken...
Na eben ausgespielt.

Die Wertungen

Am Spielbeginn werden die drei Wertungskarten für Wissenschaft (blau), Korruption (grau) und Stimmung (grün) mit einer der beiden Kartenseiten ausgelegt. Diese Wertungen belohnen oder bestrafen die eifrigsten Sammler dieser Symbole oder jene Spieler, die am wenigsten davon in ihrer Auslage haben. Die Wertungskarten mögen etwas ungerecht erscheinen, aber sie gelten ja für jeden.
Erspielte Drachen bringen viele Punkte.
Jeder Schaden kostet fünf Punkte.
Jeder Schild bringt einen Punkt.
Die wenigen Punkte der gespielten Crew-Karten machen das Kraut nur dann fett, wenn alle Wertungskarten mit der B-Seite ausliegen und damit nur Minuspunkte liefern.

Aus Schaden wird man klug

Mehrere Partien hintereinander vermitteln eine kleine Lernkurve.
Wie stelle ich meine Crew zusammen?
Welche Symbole will ich sammeln?
Will ich mir Werkzeuge organisieren oder lieber Schilde?
Soll ich hohe Crew-Karten anwerben und mir damit das Raumschiff selbst beschädigen aber einen Drachen fangen?
Viele Fragen, die Antworten stecken in den Karten, die mir von rechts weitergereicht werden.

Spieletester

13.12.2021

Fazit

Space Dragons hat in unserer Runde voll eingeschlagen. Der Ablauf ist einerseits einfach, andererseits durch die Wertungsvariationen wirklich abwechslungsreich. Natürlich trägt auch der Drafting-Mechanismus, der bestens zur Crew-Zusammenstellung passt, dazu bei.

Die kluge Verteilung der Aktionssymbole (niedrige Karten verbessern den Zustand des Schiffs, hohe Karten gewinnen die Drachen) ist ebenso gelungen wie die optische Darstellung der Crew-Mitglieder und der Drachen.
Jede Karte ist anders.

Besonders erfreulich finde ich zusätzlich, dass die Karten für Links- und Rechts-Stecker gleich gut lesbar sind. Die wichtigen Symbole sind oben links und oben rechts zu sehen. So bleibt Space Dragons eine sehr empfehlenswerte Stichspiel-Variante, die sicher immer wieder auf den Tisch kommen wird.

Alle jene, denen das Drafting zu mühsam ist, können folgende Variante spielen:
Jeder bekommt neun Crew-Karten und gibt alle seine Karten nach jedem Stich nach links weiter. Das Spiel verliert damit zwar an taktischen Möglichkeiten und damit an Reiz, es geht aber schneller.
Und witzig ist es dennoch und kostet auch nur knapp 12€.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • kluges Kartendesign
  • sehr nette Illustrationen
  • Drafting, das wirklich Sinn macht
  • abwechslungsreiche Ausgangslage durch die Wertungskarten
  • gute Spielregel

Minus

  • schade, dass es keine Zwei-Spieler-Variante gibt

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 15 bis 20 Minuten
Preis: 14,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2021
Grafiker: Florian Biege
Genre: Karten, Stichspiel
Zubehör:

80 Crew-Karten (von 01 - 80 nummeriert)
20 Drachenkarten (Rückseite Raumschiffe)
3 doppelseitige Wertungskarten
Spielanleitung (englisch, deutsch)

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