Mission ISS

Eine der größten Forschungskooperationen der Menschheit bewegt sich in einer Höhe von etwa 400 km und einer Geschwindigkeit von fast 30.000 km/h über der Erde: die "International Space Station", kurz ISS genannt.
Während in der US-Sitcom „The Big Bang Theory" Howard Wolowitz erst nach hartem Training als Nutzlastingenieur auf die ISS durfte, können wir ganz entspannt am Spieltisch sitzen und mit Mission ISS den Flair eines der größten Weltraumabenteuer der Menschheit genießen.

Das Abenteuer besteht darin, gemeinsam - also wie in Wirklichkeit die beteiligten 16 Nationen - die Internationale Raumstation aufzubauen und dort zu forschen. Entwickelt wurde das Brettspiel auf Initiative des „German Space Operations Center" und sollte spielerische Möglichkeiten schaffen, Schulungsinhalte für das Training des Flugkontrollteams zu vermitteln.

Das Abenteuer wird vorbereitet

Wir beginnen zunächst mit dem Startmodul, das aus drei Feldern besteht und auf den Spieltisch gelegt wird. Hierauf werden drei der sechs zur Verfügung stehende Astronauten gestellt, die jeweils farbige Scheiben mit unterschiedlichen Erfahrungswerten mitbringen. Drei weitere Raumfahrer befinden sich noch auf der Erde und werden auf das entsprechende Tableau gesetzt, auf dem auch der Fortschritt der Mission mit dem Start im Jahre 1998 angezeigt wird. Drei kleine Robonauten unterstützen zusätzlich die Arbeit auf der ISS und werden auf die angedockte Sojuskapsel zusammen mit den Trainingsmarkern gelegt.

Insgesamt können zwölf weitere Module angebaut werden. Für jedes Modul liegt zusätzlich eine Modulkarte aus, auf der ein Marker die Schwierigkeit des Modulbaus angibt. Anstehende Aufgaben und mögliche Probleme werden über Vorfallkarten ausgelöst und liegen zunächst als gemischtes Deck bereit. Sie können im weiteren Spielverlauf die Arbeit auf der Raumstation erschweren.

Weil aber die Astronauten neben dem Ausbau der ISS auch Forschung betreiben, kommt auf jedes gebaute Modul eines der verdeckt gemischten Forschungsplättchen. Die abgebildeten ein bis zwei Würfelfelder werden mit entsprechenden Forschungswürfeln belegt. Zu Beginn liegen zwei dieser Plättchen auf dem Startmodul.

Zu guter Letzt werden die Kommandokarten gemischt und an die Spieler verteilt. Mit diesen Karten erteilen sie den Astronauten an Bord der ISS bestimmte Befehle. Die Karten legt jeder Spieler offen vor sich aus.

Countdown

Gespielt wird reihum. Wer am Zug ist, bestimmt eine eigene und eine beliebige bei einem der Mitstreiter ausliegende Kommandokarte. Diese beiden Karten nimmt er an sich und führt dann in beliebiger Reihenfolge deren entsprechende Befehle/ Kommandos durch. Jedem der auf der ISS befindlichen Astronauten können damit Anweisungern gegeben werden. Die Raumfahrer sind somit keinem bestimmten Spieler zugeordnet. Die beiden Karten legt der Spieler zum Abschluss seines Zuges als eigenen Ablagestapel vor sich ab, danach ist der nächste im Uhrzeigersinn am Zug.

Kann oder will ein Spieler keine Anweisung mehr geben, muss er pausieren, um sich zu erholen. Er beendet seine Schicht und rückt den ISS-Marker einen Schritt auf der Fortschrittsleiste vor. Erreicht er damit bestimmte Symbolfelder, muss er die dort angegebenen Anweisungen durchführen. So könnte die Mission bereits frühzeitig scheitern, wenn bis 2005 nicht bereits das sechste Modul angebaut ist. Gesammelte Trainingsmarker können nun dazu verwendet werden, Fähigkeiten beliebiger Astronauten auf der ISS zu verbessern. Danach nimmt der Raumfahrer die Kommandokarten seines Ablagestapels und legt sie wieder offen vor sich aus und ist somit erneut arbeitsfähig, sobald er wieder am Zuge ist.

Mögliche Kommandos

Die Astronauten können per Karte bewegt werden, bauen Module an, forschen und trainieren sich in den drei zuerst genannten Kommandos. Wie gut ein Astronaut diese drei Kommondos ausführen kann, wird mittels Zahlenscheibe an der entsprechenden Spielfigur angezeigt. Diese Eigenschaft kann bis zum Maximalwert 4 aufgewertet werden. Befinden sich mehrere Astronauten und/ oder Robonauten im selben Modul, arbeiten alle zusammen und verwenden die Summe der entsprechenden Eigenschaft, um eine Aufgabe gemeinschaftlich zu lösen.

Erfüllte Forschungsplättchen werden vom Modul genommen und können einmalig für einen darauf abgebildeten Bonus genutzt werden. Wurde ein Modul erfolgreich angebaut, werden nacheinander zwei Vorfallkarten aufgedeckt. Damit können weitere Forschungsplättchen oder Vorfallmarker ins Spiel kommen. Danach wird die entsprechende Modulkarte umgedreht und kann einmalig als Kommando-Joker verwendet werden.

Mission beendet

Sobald der ISS-Marker auf der Fortschrittsleiste das Feld mit einer abgebildeten 6 oder 9 erreicht, verlieren alle gemeinsam, falls die geforderte Anzahl an Modulen bis dahin nicht gebaut wurden.
Erreicht der Marker dagegen das letzte Feld oder das zwölfte Modul ist fertig, war die Mission erfolgreich und alle gewinnen.

Spieletester

07.08.2021

Fazit

Mission ISS wartet mit einem faszinierenden und interessanten Thema auf. Der Aufbau der Raumstation im Orbit ist eine fordernde Aufgabe, die nur in koordinierter Teamarbeit zu schaffen ist - quasi wie in der Wirklichkeit, bei der bis zu 16 Nationen dieses gemeinsame Projekt verfolgen. Alle Mechaniken der Modulbauweise, die Ausbildung der Raumfahrer und das Forschen greifen wunderbar ineinander.

Für das Spiel ist allerdings ein großer Tisch notwendig, sowohl für die ISS selber, als auch die zahlreichen Karten, Marker und das Erdtableau. Leider sind die Figuren der Astronauten - obwohl die russischen Raumfahrer wohl eher Kosmonauten genannt werden - etwas zu groß geraten und besonders in den einzelnen Modulen kann es da schon mal eng werden. Trotz dieser Unübersichtlichkeit funktioniert der Spielablauf reibungslos und kam in meinen Runden sehr gut an.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Solo spielbar
  • fordernder Ablauf
  • alles greift wunderbar ineinander

Minus

  • Astronautenfiguren viel zu groß

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Besucherkommentare

Lukas | 08.08.2021

Ein super kooperatives Spiel.

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Preis: 32,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2021
Verlag: Schmidt Spiele
Autor: Michael Luu
Zubehör:

6 Astronautenfiguren
13 ISS-Modulteile
1 Erdtableau
1 ISS-Marker
53 Karten
- 20 Kommandokarten
- 12 Modulkarten
- 21 Vorfallkarten
3 Robonauten
24 Forschungsplättchen
32 Marker
- 12 Schwierigkeitsmarker
- 11 Vorfallmarker
- 9 Trainingsmarker
- 3 Würfelplättchen
- 18 Zahlenscheiben
7 Würfel
1 Anleitung
1 Beiblatt

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