Caylus 1303

ES WAR EINMAL …
… im Jahre 1303. Der Krieg gegen England ist vorbei, doch Guyenne verbleibt in ihrem Besitz. Das nahe an der Grenze gelegene Schloss von Caylus muss daher modernisiert und seine Mauern verstärkt werden.

Als Baumeister versorgt ihr die Baustelle mit allen nötigen Materialien, Nahrungsmitteln und Arbeitskräften. Errichtet Gebäude, werbt einflussreiche Persönlichkeiten an und verwaltet eure Arbeiter so gut wie möglich, um der einflussreichste Baumeister von Caylus zu werden.

Spielziel

Innerhalb von neun Runden sammelt ihr Prestigepunkte, indem ihr die Stadt entwickelt und den Ausbau des Schlosses unterstützt. Wer am Spielende die meisten Prestigepunkte vorweisen kann, gewinnt das Spiel.

Bereits im Jahre 1289 hatte König Philipp der Schöne den Neubau seines Schlosses beschlossen, was im Caylus aus 2005 durch den Verlag Ystari Games realisiert wurde. Die Neuauflage des Vorgängers kommt deutlich schlanker, eleganter und mit einer wesentlich übersichtlicheren Spielregel daher. Auch das Spielbrett wirkt aufgeräumter, schicker und unterstützt mit dem zum Schloss führenden Weg auch den eigentlichen Spielablauf. Dieser sieht vor, dass die Baumeister die bereits errichteten Gebäude vom Stadttor über die Gildenbrücke bis zur zweiten Brücke nutzen, um dorthin ihre Arbeiter zu entsenden. Auf diese Weise werden Ressourcen gesammelt, zusätzliche Arbeiter rekrutiert und neue Gebäude gebaut.

9 Runden á 4 Phasen

Jede Runde ist in vier Phasen unterteilt. Zunächst werden die Arbeiter auf den entlang des Weges vorhandenen Gebäuden platziert Ein Arbeiter je Spieler darf aber auch auf die Baustelle gesetzt werden. Wer keine Arbeiter mehr einsetzen will oder kann, setzt eines seiner Gebäude auf die Gildenbrücke. Wer dies als erster macht, ist in der nächsten Runde Startspieler und verursacht damit für alle, die noch weitere Arbeiter einsetzen möchten, zusätzliche Kosten.

Sobald alle gepasst haben, beginnt die Phase der Aktivierung der Gebäude. Dies beginnt beim Stadttor und geht bis zum Standort des Vogtes. Wer jetzt einen Arbeiter auf einem Gebäude hat, kann dessen Effekt nutze. Danach wandert der Arbeiter ins Camp. Durch das Zollgebäude und die Gildenbrücke kann der Vogt bewegt werden Und somit dafür sorgen, dass auch weiter vorne liegende Gebäude in dieser Runde noch aktiviert werden. Da alle Spieler mit Hilfe der Gildenbrücke die Bewegung des Vogtes, sowohl vorwärts, als auch rückwärts, durch die Abgabe von Arbeitern beeinflussen können, ist dies ein strategisches Instrument, das es nicht zu vernachlässigen gilt.

In der dritten Phase dürfen die auf der Baustelle vertretenen Spieler beliebig viele Bündel von drei verschiedenen Ressourcen liefern und jedes Mal fünf Prestigepunkte dafür kassieren. Wer zudem die meisten Bündel liefert, erhält eine Gunst. Dann muss er sich entscheiden, ob er den Effekt eines der an der Baustelle ausliegenden Gebäudes nutzt oder die Charaktertafel von einem Mitspieler nimmt und diese fortan nutzen darf.

Phase vier widmet sich der Verwaltung und wandelt Startgebäude in Residenzen um, wenn ein Spieler durch den Notar dort ein Gebäude platziert hatte. Alle bereits errichteten Residenzen darf ein Spieler wiederum durch Monumente ersetzen, wenn er bereit ist , dessen Preis zu zahlen.

Der Seneschall, der im Ur-Caylus noch für die Bestimmung des Spielendes und der Schlosswertungen zuständig war, ist hier komplett weggefallen. Das Spiel endet nach neun Runden und ist somit planbarer und auch deutlich in der Spielzeit verkürzt. Wer am Ende die meisten Prestigepunkte während des Spiels sammeln konnte, zum Schluss ist auch jedes Gold noch jeweils zwei Punkte wert, gewinnt und wird einflussreichster Baumeister von Caylus.

Spieletester

07.12.2020

Fazit

Auf einem deutlich aufgeräumteren Spielbrett findet sich im Caylus 1303 eigentlich nichts innovativ Neues. Arbeiter einsetzen, Ressourcen sammeln, Gebäude bauen - nichts, was wir vom Vorgänger nicht schon kennen. Und trotzdem bin ich von der Neuauflage begeistert. Der Ablauf ist eingängiger, Geldnot existiert nicht, weil es gar keins gibt. Stattdessen haben wir eine bestimmte Menge an Arbeitern, mit denen wir "bezahlen" können. Und weil jede Runde wieder einige den Weg vom Camp zurück finden, ist das Gefühl eines Mangels nicht so groß wie beim Ur-Caylus.

Die Interaktion am Spieltisch beschränkt sich weiter nur auf die Effektnutzung und dem Wegschnappen von Gebäuden und Bauplätzen sowie dem Bewegen des Vogtes genau dorthin, wo andere Spieler keinen Nutzen ziehen können, weil eigene Gebäude dann nicht aktiviert werden. Statt einer Punkteleiste, auf der man jederzeit sieht, wer vorne liegt, gibt es nun Chips, die erst zur Abrechnung offen gelegt werden. Dies erhöht die Spannung und die neuen Charaktertafeln beleben ebenfalls das Spielgefühl. Sie gewähren diverse Vorteile für ihren Besitzer, können diesen aber auch ständig wechseln.

Das neue Design hat mich begeistert, die Regeln wurden entschlankt und vereinfacht, sind geradliniger und auch die klar strukturierte Anleitung kann begeistern. Was geblieben ist, ist ein Spiel mit großem strategischem Anspruch, das in jeder Besetzung sehr gut funktioniert, auch zu zweit. Von mir eine klare Empfehlung, auch für diejenigen, die das Caylus aus 2005 noch kennen. 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • ansprechendes Design
  • eingängiger Ablauf
  • gutes Material
  • klar strukturierte Spielregel

Minus

  • -

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
Preis: 39,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2020
Autor: William Attia
Grafiker: Andrew Bosley
Zubehör:

1 Spielplan
90 Ressourcen
- 20 Nahrung
- 20 Holz
- 20 Stein 
- 15 Tuch 
- 15 Gold
34 Gebäudeplättchen
- 9 doppelseitige Startgebäude
- 9 doppelseitige Holzgebäude
- 9 doppelseitige Steingebäude
- 7 Monumente
12 Charakterplättchen
75 Arbeiter
50 Häuser
1 Vogt
1 Rundenmarker
1 Startspielermarker
120 Prestigepunkteplättchen
1 Anleitung

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