Empires of the North

Die imperialen Siedler sind zurück – diesmal im Reich des hohen kalten Nordens. Hier liegt aber nicht etwa eine weitere Erweiterung des Grundspiels Imperial Settlers auf dem Spieltisch, sondern eine eigenständige Ausgabe mit etwas verändertem Spielablauf – man darf gespannt sein.

Bei Empires of the North spielen drei verschiedene nordische Völker mit, die jeweils mit zwei Clans vertreten sind. Jeder Spieler ist Anführer eines einzelnen Clans, die beschlossen haben, die eigenen Grenzen ihres Reiches zu erweitern. Dazu setzen sie die Segel ihrer Schiffe und begeben sich auf große Fahrt, in der Hoffnung, neue Länder mit wertvollen Ressourcen zu entdecken. Sie errichten neue Orte und nutzen die Vorteile aus den kommenden Ereignissen, stechen ihre Gegner aus und versuchen, am Ende der machtvollste Clan mit den meisten Siegpunkten zu sein.

Einmalige Clan-Karten

Jeder Clan besitzt ein eigenes Kartendeck, von dem im Verlauf einer Partie Karten nachgezogen werden. Zusätzlich hat jeder Clan eine bestimmte Menge an Schiffen, Arbeitern, drei Landschaften als Rohstoffquellen sowie zwei Clanscheiben. Die entsprechenden Rohstoffe gibt es dann auch mal gleich zu Spielbeginn in den eigenen Vorrat.

Jeder Clan beginnt mit drei Karten auf der Hand. Auf dem Expeditionsplan werden jeweils zwei Sorten von Inseln aufgedeckt. Die am nächsten liegenden Inseln können ohne weiteres geplündert werden. Will man sie erobern und somit dauerhaft dem eigenen Reich zufügen, wird ein Zerstörungsplättchen benötigt. Für die weiter entfernten Inseln wird ob der längeren Anfahrt zusätzlich Nahrung in Form von Fisch benötigt. Das Aktionsrad wird ausgelegt und der Kampf um die Siegpunkte kann beginnen.

Los geht´s

Das Spiel verläuft rundenbasiert mit jeweils vier Phasen und endet, sobald ein Clan 25 Siegpunkte erreicht oder überschreitet.  In der ersten Phase ziehen die Spieler zunächst vier neue Karten von ihrem eigenen Deck und müssen dann für jede Karte, die sie behalten möchten, einen Arbeiter ermüden, in dem dieser auf das eigene Ruheplättchen kommt.

Mit der folgenden Aktionsphase wird die wichtigste Phase eingeläutet. Hier können Orte gebaut, überfallen oder deren Aktion genutzt oder eigene Clanscheiben eingesetzt werden. Jeder Spieler führt der Reihe nach genau eine mögliche Aktion aus oder er passt und beendet damit für sich diese Phase.

Vor allem das Aktionsrad und die Clanscheiben sind für erfahrene Imperial Settlers-Spieler neue Elemente. Hierdurch können Karten gezogen, die Arbeiterschaft vergrößert, Orte kostenfrei errichtet, Rohstoffquellen geerntet oder ein eigenes Schiff  reisefertig gemacht werden. Jede Clanscheibe kann dabei bis zu zweimal je Runde eingesetzt werden.

Sobald alle gepasst haben, folgt die Expeditionsphase, in der die in der vorherigen Aktionsphase startklar gemachten Schiffe der Clans aufbrechen, um Inseln zu plündern oder sie zu erobern. In der abschließenden Aufräumphase werden ermüdete Arbeiter und genutzte Karten wieder reaktiviert, die Clanscheiben zurückgenommen und neue Schiffe auf dem Expeditionsplan bereit gelegt. Sobald ein Clan in der Aktionsphase die Siegpunktgrenze erreicht, endet das Spiel nach der Expeditionsphase der aktuellen Runde. In einer anschließenden Schlusswertung gibt es noch Punkte für jede Karte im eigenen Reich, für jeweils zwei Rohstoffe und Gold im eigenen Vorrat. Wer jetzt die meisten Siegpunkte sammeln konnte, gewinnt.

Spieletester

25.09.2020

Fazit

Empires oft he North spielt zwar in der Welt der imperialen Siedler und ähnelt vom Material, den Illustrationen und dem Ablauf dem großen Bruder, bringt aber ein ganz anderes Spielgefühl mit. Vor allem das Aktionsrad ist eine echte Bereicherung. Durch die vor jeder Partie neu anzuordnenden Plättchen und den insgesamt sechs verschiedenen Clans kommt zusätzliche Varianz in den Kampf um Siegpunkte.

Die einzelnen Züge der Clans gehen meist schnell und flüssig von der Hand, es entstehen kaum Wartezeiten. Leider konnten wir zu Beginn die Schiffe und Punktemarker nur schwer den einzelnen Clans zuordnen. Da ist dann auch die Spielanleitung keine wirkliche Hilfe. Sie ist zudem unübersichtlich und schlecht strukturiert. Diesen kleinen Ausstattungsmakel muss sich das Spiel zwar gefallen lassen, ansonsten ist es aber durchaus empfehlenswert.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • mit Solovariante
  • eingängiges und leichtes Regelwerk
  • unterschiedliche Spielweise der sechs Völker 
  • Materialqualität
  • die putzigen Illustrationen begeistern

Minus

  • trotz "Ort überfallen"-Aktion kaum Interaktion
  • schwer zuzuordnende Schiffe und Punktemarker

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 bis 90 Minuten
Preis: 39,95 Euro
Erscheinungsjahr: 2019
Verlag: Pegasus Spiele
Zubehör:

220 Karten
130 Warenmarker
1 Expeditionsplan
1 Wertungsplan
16 Schiffplättchen
5 Aktionsplättchen
11 Zerstörungsplättchen
4 Clanplättchen
5 Zahlenplättchen
1 Startplättchen
2 Vervielfältigungsplättchen
21 Gold
6 Wertungsplättchen
8 Aufkleber
1 Solospielanleitung
1 Anleitung

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