Hadara

Indianer, Wikinger und alte Ägypter in einem Spiel? Und alle parallel agierend? Willkommen in Hadara! Führe deine Zivilisation zum größten Ruhm, indem du die kulturelle und militärische Entwicklung vorantreibst.

Spielprinzip

Jeder Spieler verkörpert eine Zivilisation, die gewisse Startwerte in den Bereichen Einkommen, Kultur, Militär und Ernährung sowie ein Startguthaben hat. In jeder Runde erhält man eine neue Karte, die man entweder kauft und nutzt oder ablegt und gegen Bares verkauft. Die meisten Karten bringen, neben Siegpunkten, Fortschritte auf den Bereichsleisten. Diese Leisten sind nur Mittel zum Zweck, um mein Einkommen, militärische Stärke, kulturelle Errungenschaften und Nahrungsangebot festzuhalten. Am Ende jeder Epoche muss ich nämlich meine Bevölkerung (=Karten) versorgen, sonst verliere ich sie. Da jede Karte Siegpunkte bringt, tut das doppelt weh. Weitere Siegpunkte gibt es durch erworbene Kolonien, Büsten und Siegel. Abgerundet wird dies durch Siegpunkte für verbliebenes Geld. Der Spieler mit den meisten Punkten nach drei Epochen hat die siegreiche Zivilisation angeführt.

Karten, frische Karten!

Das Spiel erstreckt sich über drei Epochen, jede in zwei Phasen unterteilt. Die Phasen wiederum sind Abfolgen von Runden. Zuerst werden verdeckt liegende Kartenstapel vom Spielplan verteilt. Hierzu nimmt jeder Spieler von einer anderen Farbe zwei Karten. Er entscheidet sich, welche er behalten möchte, die andere legt er offen zurück auf den Spielplan. Die behaltene Karte kann er nun bezahlen und offen vor sich auslegen, wodurch er auf den Leisten für Einkommen, Kultur, Militär und/oder Ernährung vorwärts kommt. Manche Karten bringen keine Schritte, dafür andere, dauerhafte Vorteile und/oder besonders viele Siegpunkte. Siegpunkte gibt es aber auf jeden Fall auf jeder Karte. Wer eine Karte nicht nutzen will oder sie sich nicht leisten kann, verkauft diese und erhält Bargeld. Die aufgedruckten Schritte und/oder Vorteile erhält man dann natürlich nicht.
Von Epoche zu Epoche werden die Karten teurer, bringen aber dafür höhere Einkünfte beim Verkauf. Zum Glück bringt jede Karte, die man in der angeworbenen Farbe schon hat, einen Preisnachlass.

Pharao, bleib bei deinen Leisten

Sind alle verdeckten Karten verteilt, gibt es Nachschub. Jeder bekommt Geld entsprechend seiner Position auf der Einkommensleiste.
Dieses Geld kann ich im nächsten Abschnitt sofort investieren, wenn es um Kolonisationen geht. Der Stand auf der Militärleiste bestimmt, ob ich stark genug bin eine Kolonie zu nehmen. Hierbei kann ich einen Überfall machen und Geld kassieren oder einen kleinen Obulus entrichten und mich verbünden. Während Überfälle Geld und Siegpunkte bringen, kann ein Bündnis weitere Schritte auf den Leisten erlauben und es bringt gleich viele oder sogar mehr Siegpunkte.
Nächste Leiste: Kultur. Meine kulturellen Errungenschaften sagen, ob ich es Wert bin eine Büste zu erschaffen. Büsten bringen Siegpunkte. Mithilfe der Bonusplättchen kann ich mir zudem Schritte auf den Leisten oder Extrasiegpunkte sichern.
Die vierte Leiste ist die Ernährung, die ist (noch) nicht von Bedeutung.

Phasensprung

Willkommen in Phase zwei! Nun werden die offenen Karten verteilt. Von jeder Farbe ist immer nur die zuletzt abgelegte Karte nehmbar. Man nimmt jetzt immer nur eine Karte. Wie schon bei den behaltenen, verdeckten Karten kann man die Karte anwerben oder veräußern. Dies geht solange reihum, bis alle offenen Karten verteilt sind. Anschließend geht es wieder um Einkommen, Kolonien und Büsten. Jetzt wird die Ernährungsleiste schlagend: Ich muss genügend Ernährung haben, um alle angeworbenen Karten zu versorgen. Kann ich das nicht, verliere ich Karten. Mit ihnen gehen mir die damit verknüpften Schritte auf Leisten verloren, ebenso die aufgedruckten ständigen Vorteile und Siegpunkte.
Ihr habt noch immer Geld übrig? Dann gibt es nun ein Angebot: Kauft Siegel! Von Epoche zu Epoche teurer werdend, könnt ihr Siegel für Leisten oder Karten kaufen. Am Spielende werfen diese Punkte ab (halbe Punkte für den Stand auf der gewählten Leiste, je sieben Punkte für Sets aus fünf angeworbenen Karten unterschiedlicher Farbe).
Die Epoche ist nun vorrüber und alles beginnt von vorne. Nach der dritten Epoche endet das Spiel und alle Punkte (gekaufte Karten, Siegel, Büsten, Kolonien...) werden zusammengezählt. Du hast die meisten Punkte errungen? Na dann: Gratulation zum Sieg!

Spieletester

29.11.2019

Fazit

Man muss bei Hadara aufpassen, wie der sprichwörtliche Haftelmacher: Schnell passiert es, dass man irgendwo etwas vergisst (etwa Schritte auf einer Leiste zu ziehen oder die Sonderfähigkeit einer gekauften Karte einzusetzen). Es schadet nicht, die (stets nachvollziehbaren) Punktezahlen ab und an zu kontrollieren. Die kurzen Pausen im Spiel sind dafür ausreichend. Prinzipiell ist man aber nie lange tatenlos, teilweise wird sogar parallel gespielt. Wenn man es überspitzt darstellt, könnte man sogar sagen „ein Solo-Optimierungsspiel für bis zu fünf Spieler gleichzeitig": Ich bekomme von jeder Farbe zwei verdeckte Karten, deren Werte sind fix vorgegeben. Ich habe meine ganz persönlichen Siegel und Bonusplättchen, die ich aus meinem persönlichen Vorrat kaufe. Kolonien bekomme ich auch nur eine von jedem Wert, für jeden liegt eine im allgemeinen Vorrat.

Wofür brauche ich also die Mitspieler? Die kommen nur in der Phase mit offenen Karten in Berührung mit mir und die Wahl des Startspielers hinsichtlich Reihenfolge der genommenen Kartenstapel (deren Wichtigkeit Anfänger noch nicht zu schätzen wissen) hat einen Einfluss auf mich. Macht dies Hadara zu einem schlechten Spiel? Habe ich das Gefühl, alleine zu spielen? Keineswegs! Es ist in meinen Augen sogar ein großartiges Spiel. Es gibt keine revolutionären Spielelemente, es ist einfach eine sehr gute Abstimmung der Einzelzutaten. Und es bedeutet, dass das Spiel mit allen Spielerzahlen gleich gut funktioniert.

Bevorzugte Strategien konnte ich noch keine ausmachen. Es gibt lediglich ein Gesetz, dessen Missachtung einen in arge Probleme stürzen kann: Ohne Moos nix los! Ich sollte in den ersten Runden auf jeden Fall eine Karte kaufen, die in der Abschlussphase mein Einkommen erhöht. Andernfalls fehlt mir bald das nötige Bargeld, um Karten zu kaufen, Kolonien zu verbünden, Siegel zu kaufen... Sich während einer Runde frisches Geld organisieren zu müssen, ist mit Tempoverlust und entgangenen Siegpunkten verbunden. Und hier muss ich sagen: Es kommt auf jeden Punkt an! Die Ausgänge sind bei Hadara extrem knapp. Während des Spiels zu sagen wer vorne liegt, ist so gut wie unmöglich. Erst die Addition bei der Endwertung zeigt, wer die Nase vorne hat.

Auf jeden Fall hat Hadara die Nase vor vielen anderen Spielen dieses Jahrgangs. Unbedingt mal ausprobieren!
Übrigens darf man sich nicht verwirrsen lassen, das Spiel gibt es mit zwei unterschiedlichen Titelgrafiken.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Das Spiel ist toll gestaltet
  • Es gibt nur minimale Wartezeiten
  • Packendes Spielgefühl

Minus

  • Geringe Interaktion
  • Leicht kann etwas vergessen werden

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Preis: 45,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2019
Grafiker: Dominik Mayer
Zubehör:

5 Spielplanteile
1 Drehscheibe mit Befestigung
5 Spielertableaus
5 Startkarten
5 Epochenübersichten
20 Holzfiguren
10 goldene Siegel
40 Bonusplättchen
48 10er-Plättchen
25 Kolonien
162 Epochenkarten
62 Münzen
1 Wertungsblock
1 Spielanleitung

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