Escape Dysturbia

Escape Rooms liegen seit einigen Jahren im Trend. In vielen Städten versucht eine Gruppe, innerhalb von 60 Minuten,  Rätsel zu lösen und schließlich aus einem Raum auszubrechen. Diesen Trend hat auch die Brettspielebranche erkannt und so kommen immer mehr Brettspieleumsetzungen dieses Spielkonzeptes auf den Markt. Heute werfen wir einen Blick auf Escape Dysturbia von homunculus spiel.

Wir befinden uns in der fiktiven Stadt Dysturbia, ein eher dunkler Ort, der wohl schon erfreulichere Zeiten erlebt hat. Ein Syndikat, das quasi die Macht übernommen hat, und nur wenige haben den Mut, sich entgegenzustellen. Unsere Detektei Dyscover und wir halten aber dagegen.

Zu Beginn des Spiels entscheidet man sich, welche Ermittler den Spielern helfen sollen. Mit der Anzahl der gewählten Charaktere, die unterschiedliche Eigenschaften haben, wird auch der Schwierigkeitsgrad gesteuert. Gar nicht so leicht, hier die passenden Begleiter zu wählen, da fast alle eher schräg oder seltsam wirken. Wir haben zu zweit gespielt und uns von vier Ermittlern unterstützen lassen.

Nun aber auf zum Tatort, dem Maskenbaal des Industriellen Henrik de Graaf, der plötzlich verschwunden ist. Dort angekommen, ist das Fest noch voll im Gange.

Ähnlich wie bei anderen Escape-Spielen gibt es Pläne, Dokumente und diverses Zusatzmaterial, das man im Laufe des Spiel entdecken bzw. entschlüsseln muss. Für den Fall, dass Spielmaterial zur Lösung zerstört werden muss, liegt gleich ein Ersatzdokument bei, sodass Dysturbia auch ein zweites Mal (von einem anderen Team) gespielt werden kann.

Der Motor des Spiels ist auch hier der Stapel nummerierter Karten, die man erst ansehen darf, wenn man den entsprechenden Hinweis gefunden hat. Manchmal reicht es, wenn man auf dem Spielplan oder dem Material eine Nummer entdeckt, oft muss man aber auch erst ein Rätsel lösen, um auf die passende Zahl zu kommen.

Wer der Tatort aufmerksam untersucht, wird auch immer wieder das Symbol für einen Helfer aus der Detektei finden. Hat man diesen in seinem Team, bekommt man einen zusätzlichen Hinweis, der hilfreich sein kann, oft aber auch nicht.

So taucht man im Laufe des Spiels immer tiefer in eine düstere Welt ein und entdeckt Hintergründe, die Stück für Stück offenbaren, was auf der Party vorgeht und was es mit dem Verschwinden von Herrn de Graaf auf sich hat. Kommt man an einer Stelle doch einmal nicht weiter, gibt es Hilfestellung in einem beiliegenden Heft.

Im besten Fall sollte man das Rätsel nach spätestens 90 Minuten gelöst haben und sich mit dem guten Gewissen zurücklehnen können, Dysturbia ein kleines Stück sicherer gemacht zu haben. 

Spieletester

26.04.2019

Fazit

Escape Dysturbia greift viele Elemente auf, die bereits in anderen Exit für die Umsetzung verwendet wurden. Der Kartenstapel kennt man etwa schon von EXIT - Das Spiel vom Kosmos, während die unterschiedlichen Spielmaterialien ein wenig an Escape Room - Das Spiel von noris erinnern. Dennoch bietet Escape Dysturbia einige neue Ansätze und ein etwas anderes Spielgefühl.

Die Macher vom Homunculus-Verlag sind Geschichtenerzählen. Das merkt man auch sehr positiv bei ihrem ersten Spiel. Das Setting erinnert an einen „Film Noir” und die Art und Weise, wie die Handlung erzählt wird, lässt einen für 1,5 Stunden in diese dunkle Welt eintauchen. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier eine Welt geschaffen, die man entdecken möchte. So gelingt es Dysturbia, besser als viele anderen Spielen dieser Art, Spannung aufzubauen und eine komplexe Geschichte zu vermitteln.

Eine schöne Idee sind die Helfer der Detektei, die man zu Beginn auswählt. Sehr viel Einfluss auf das Spiel hatten diese bei uns zwar nicht, aber es macht Spaß, sich sein Team zusammen zu stellen.

Erfahrene Escape Room Spieler werden mit den Rätseln wohl wenig Schwierigkeiten haben – uns waren sie jedenfalls einen Tick zu einfach. Dem Spielspaß hat das aber wenig Abbruch getan und wir freuen uns jetzt schon auf die Fortsetzung (ein Sequel wurde bereits angeteasert). Außerdem empfindet natürlich jeder den Schwierigkeitsgrad anders und gerade für Einsteiger sind diese sicher gut geeignet.

Insgesamt ließe sich da aber sicher noch mehr herausholen. Zu oft beschränkt sich die Herausforderung darauf, die passende Zahl oder das passende Symbole auf dem Spielmaterial zu entdecken, andere Rätseln kannten wir bereits von anderen Spielen.

Unter dem Strich ist Escape Dysturbia aber ein sehr gelungenes Spiel, mit schönem Material, schöner Illustration und vor allem einer tollen und stimmigen Geschichte, das wir auf jeden Fall weiter empfehlen können.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Preis
  • Gestaltung
  • Story
  • Ersatzmaterial beiliegen / downloadbar

Minus

  • Rätsel tw. zu leicht
  • Oft muss man nur passende Zahl finden

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 8
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
Preis: 16,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Deduktion
Zubehör:

Spielbox mit 60 Spielkarten im Großformat, 4 Spielfeldkarten (21 × 18 cm), Rätsel-Dokumenten & Spielanleitung

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