Gaia Project

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer der 14 Völker des Gaia Projects. Mit ihren mehr als 300 Spielsteinen sind sie 6 Runden lang unterwegs, um fremde Planeten zu erforschen und zu kolonisieren, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringen die Gaia-Völker in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Mit diesen etwas abgewandelten Worten beginnt eigentlich jede Folge der legendären Filmserie „Raumschiff Enterprise”, passt aber auch ganz wunderbar als Teaser für Gaia Projekt.

Angelehnt an Terra Mystica versuchen die Spieler hier, sich mit ihrem Volk auf den eigenen Heimatplaneten auszubreiten, in dem sie Gebäude errichten und aufwerten sowie Technologien weiterentwickeln. Artfremde Planeten können aber auch terraformt, d. h. für die eigene Lebensform bewohnbar gemacht werden.

Wer das bereits erwähnte Terra Mystica kennt, der schafft den Einstieg ins Gaia Project mühelos. Aber auch alle anderen können beruhigt sein, denn die Regeln sind zwar sehr umfangreich und mit vielen kleinen Details versehen, aber nicht kompliziert. Schwieriger hingegen sollte das Herausfinden einer Siegstrategie werden, denn derer gibt es viele.

Alle Informationen liegen offen aus

Der eigentliche Spielplan ist der Weltraum, der aus bis zu zehn Raumsektoren zusammengesetzt wird und auf denen unterschiedlich viele Planeten abgebildet sind. Auf dem allgemeinen Forschungstableau markiert jedes Volk den eigenen Fortschritt. Basis- und Ausbautechnologien werden hier ebenfalls bereitgehalten. Auf dem Wertungstableau werden zu Beginn einer Partie sechs zufällige Rundenwertungs- sowie zwei Schlusswertungsplättchen platziert. Damit sind bereits zu Anfang alle möglichen Siegpunktmöglichkeiten offen gelegt.

Über einen Zeitraum von sechs Runden versucht nun jeder Spieler, den Lebensraum seines Volkes im Weltraum auszubreiten. Dazu wird reihum jeweils eine von acht möglichen Aktionen ausgeführt und zwar so lange, bis alle Spieler gepasst haben. Zu Beginn einer Runde bekommt jedes Volk Einkommen, was zum Einen durch frei werdende Gebäudeplätze auf dem eigenen Tableau dargestellt wird, zum Anderen aber auch durch erreichte Technologiestufen. Der zu Beginn einer Runde neu ausgewählte Runden-Booster kann auch Einkommen generieren sowie die im Verlaufe einer Partie erhaltenen Technologieplättchen.

Der Kreislauf der Macht spielt dabei eine große Rolle, denn mit ihr können wichtige Aktionen bezahlt werden. Macht verbracht sich nicht, sondern wird immer wieder über drei Stufen entwickelt - dargestellt mit lilafarbenen Markern, die auf dem eigenen Tableau liegen. Sobald sie die Stufe III erreicht hat, kann sie verwendet werden und beginnt danach wieder bei Stufe I. Wird ein Transdim-Planet terraformt, dürfen Machtsteine aus allen drei Stufen verwendet werden und landen danach auf einem separaten Feld, dem Gaia-Bereich. Zu Beginn einer neuen Runde wandern sie dann wieder in Stufe I und beginnen einen neuen Entwicklungskreislauf. Wer Satelliten zur Errichtung einer Allianz in den Orbit schießt, der muss dann tatsächlich Machtsteine in den allgemeinen Vorrat abgeben. Über diverse Aktionen können Machtsteine aber auch wieder hinzugewonnen werden.

Ein weiteres wichtiges Instrument sind die sechs verschiedenen Technologien, die auf einem entsprechenden Tableau entwickelt werden können. Je nach Stufe und Technologie können dort einmalige oder dauerhafte Boni und auch Einkommen generiert und Technologie-Plättchen in Basis- oder Ausbaustufen erworben werden. Wer am Ende in den einzelnen Technologien mit seinem Marker mindestens die Stufe drei erreicht hat, bekommt zusätzliche Siegpunkte gutgeschrieben.

Nach sechs Runden, in denen die Kontrahenten Planeten umgewandelt und besiedelt, Gebäude errichtet und aufgewertet, Allianzen gegründet, Forschung betrieben, ihre Macht entwickelt und diverse Aktionen und Sonderaktionen durchgeführt haben, endet Gaia Project mit einer abschließenden Schlusswertung. Hierbei werden noch einmal Punkte gemäß den Bedingungen der beiden Schlusswertungsplättchen auf dem Wertungstableau vergeben. Weitere können noch für die Forschungs- und Ressourcenwertung vergeben werden. Wer dann mit seinem Punktemarker ganz vorne ist, gewinnt.  

 

Spieletester

05.08.2018

Fazit

Gaia Project ist ein phantastische Entwicklungsspiel, bei dem alles passt und nichts zu viel ist. Es beginnt mit nur wenig Einkommen, entwickelt sich aber im weiteren Verlauf durch das Ausbreiten im Weltall und den damit verbundenen weiteren Möglichkeiten zu einem wirklich tollen Gesamtensemble. 

Durch die vielen Aktionsmöglichkeiten hat hier jeder die Gelegenheit, sein eigenes Volk zur Hochkultur zu bringen. Die fremden Völker kommen einem dabei nur bedingt in die Quere. Im Weltall ist eigentlich genügend Platz für alle, trotzdem ist hier Schnelligkeit durchaus von Vorteil, wenn dadurch näher gelegene Planeten kostengünstiger terraformt werden können. Auch bei den diversen Macht- und Q.I.C.-Aktionen, die nur einmal pro Runde nutzbar sind, fängt der frühe Vogel den Wurm.

Gaia Project braucht sich in keinster Weise vor Terra Mystica zu verstecken, denn das Ausbreiten im All macht mindestens genau so viel Spaß und spielt sich insgesamt sogar ein wenig runder. Lediglich die vielen kleinen Regeldeatails sind manchmal etwas hemmend, was sich aber im Verlaufe mehrer Partien auch wieder verläuft. Sind alle Kontrahenten mit den Regeln vertraut, spielt sich Gaia Project flott und ohne große Downtime. Für mich eines der besten Spiele des Jahrganges 2017.
Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Wahnsinnig viel hochwertiges Spielmaterial
  • Solovariante mit eigenem Material
  • 14 Völker mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften

Minus

  • Viele kleine Regeldetails erschweren manchmal den Spielablauf
  • Die 14 Völker sind farblich immer zweigeteilt, weshalb man sich entscheiden muss, welches davon miwirken soll

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 bis 150 Minuten
Erscheinungsjahr: 2017
Grafiker: Dennis Lohausen
Zubehör:

10 Raumteile
1 Forschungstableau
7 Völkertableaus
1 Wertungstableau
10 Rundenwertungsplättchen
6 Schlusswertungsplättchen
10 Rundenbooster
36 Basistechnologien
15 Ausbautechnologien
12 Gaiaplaneten
1 Schwarzer Planet
6 Raumstationen
19 Allianzmarker
15 Allianz-Anzeigeplättchen
20 Aktionsmarker
25 Automa-Karten
4 Spielerhilfen „Aktionen”
1 Zugreihenfolge-Karte
480 Gebäude und Marker
1 Startspielerfigur
1 Spielregel
1 Automaregel


Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7243 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2320 Berichte.