Bronze

Die Bronzezeit war ein Zeitalter voller Erfindungen. Aber auch eine Zeit der Völkerwanderungen. Begeben wir uns auf eine Reise zu und mit diesen Völkern, die sich auf ihrem Weg als Bauern, Hirten und Jäger niederlassen und erste Städte, etwa das weltbekannte Theben, gründen.

Dieses Spiel ist nur in russischer und englischer Sprache erhältlich. Während des Spiels benötigt man geringe Sprachkenntnisse für die Stadtkarten.
Update 06/2019: Mittlerweile steht die Finanzierung für eine deutsche Ausgabe, bei der Spieleschmiede. Es kann sich nur noch um Jahre handeln, bis sie es in die Regale schafft. ;-)

Spielaufbau

Der Spielplan wird aus Streifen zusammengesetzt. Die Spieleranzahl bestimmt, wie groß der Spielplan ist. Anfangs sind weite Teile noch unerforscht (verdeckt). Auf den bereits entdeckten Teilen sind Siedlungspunkte vorgegeben, die sich für jeweils eine der drei Siedlungsarten Bauer, Hirte oder Jäger eignen. Unterhalb des Spielplans legt man in vier Stapeln die Technologiekarten bereit, die oberste Karte jeweils offen liegend. Nachdem jeder Spieler seine Siedlungswürfel bekommen hat und ein Startspieler festgelegt wurde, kann es auch schon losgehen.

Spielverlauf

Wer an die Reihe kommt, sucht sich eine der offenen Technologiekarten aus und legt sie in seine Auslage, die bis zu vier Spalten umfassen darf. Dabei kann man sich die Seite der Karte aussuchen, die man offen liegen haben will: Möchte ich eine spezielle Technolgie anwenden und gewisse Siedlungen auf bestimmten Landschaften bauen dürfen? Oder nehme ich den Bronzeguss, der mir erlaubt alle möglichen Siedlungen auf allen Landschaften zu bauen? Hey, ein Joker! Ich wäre doch dumm, wenn ich den nicht nehmen würde! Da sage ich nur: Vorsicht! Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Aktivieren!

Das Aktivieren einer Karte bedeutet immer das Setzen einer Siedlung. Die neue Technologiekarte wird augenblicklich aktiviert und man baut eine Siedlung in einem passenden Gebiet. Jetzt kommt aber der Clou an der Sache: Karten direkt links und rechts der neuen Karte werden ebenfalls aktiviert, egal welcher Technologie sie angehören, inklusive Bronzeguss. Außerdem aktiviert man alle Karten derselben Technologieart in derselben Spalte. Außer - und das ist der Haken am oben erwähnten "Joker" - es handelt sich um einen Bronzeguss. Das bedeutet: Man zieht aus einem Bronzeguss sofort einen positiven Effekt, muss den Rest des Spiels aber mit einem kleinen Nachteil leben.

Weitere Bauregeln

Die Technologiekarte regelt, welche Arten von Siedlung man bauen darf und in welchen Gebieten. Natürlich muss ein entsprechender Bauplatz am Spielplan frei sein, um die Bauerlaubnis umsetzen zu können. Hinzu kommt, dass man nur von links nach rechts bauen darf! Habe ich auf einem Spielplanstreifen ein Gebäude gesetzt, sind weiter hinten liegende Streifen für mich tabu.
Immer wenn ich auf einen für mich neuen Spielplanstreifen baue, erhalte ich zudem eine Stadtkarte. Diese bringt mir am Spielende Punkte, wenn ich die darauf angeführte Bedingung erfülle.
Wenn ich es schaffe, eine Reihe von Gebäuden in derselben Landschaft zu bauen, ohne dass ein Mitspieler dazwischenfunkt, erhalte ich Handelsroutenplättchen. Auch diese sind am Ende Siegpunkte wert.

Punkte am Spielende

Das Spiel kann auf drei Arten enden: Ein Spieler hat all seine Siedlungswürfel verbaut, der letzte Streifen des Spielplans ist komplett bebaut oder der zweite Stapel Technologiekarten ist aufgebraucht. Um den Sieger zu bestimmen, werden die erreichten Siegpunkte zusammengezählt. Das sind also Punkte für Städte deren Forderung ist erfüllt habe, Punkte für Handelsrouten und Punkte für Mehrheiten auf Spielplanstreifen. Wer dort nämlich am Ende mehr Siedlungen als alle anderen Spieler hat, bekommt die oberhalb des Streifens angezeigten Punkte.
Der Spieler mit den meisten Punkten ist Gewinner.

Spieletester

17.05.2018

Fazit

Bronze ist ein sehr variables Spiel, in jeder Partie sieht man sich einer neuen Herausforderung gegenüber (Reihenfolge der Spielplanstreifen, Reihenfolge der Technologiekarten, Punktezuteilung zu Streifenmehrheiten, Reihenfolge der Stadtkarten...). Zugleich kann man das dem Spiel aber auch als Schwäche auslegen. Denn: Wenn ich einen Spielzug beendet habe, kann ich nur eine sehr grobe Planung für den nächsten Zug durchführen. Schließlich weiß ich nicht, welche Karten als nächstes ins Spiel kommen! Speziell wenn mehr Spieler am Werk sind gibt es immer eine kurze Phase, in der ich lieber zuschaue als Was-wäre-wenn-Überlegungen anzustellen. Zu zweit kann man deutlich besser vorausplanen, seine Pläne öfter durchziehen und auch das Bilden von Ketten wird einfacher. Schließlich wird der Spielplan nur kürzer, aber nicht schmäler.

Es gibt zwei grundlegende Strategien die Sache anzulegen. Die eine ist: Ich hantle mich bedächtig vor, baue auf jedem Streifen viele Häuser und sichere mir so Mehrheiten am Spielplanbeginn. Durchgehende Ketten baue ich auch, wenn es sich ergibt. Die andere lautet: Ich wandere schnell durch die Streifen, habe stets eine große Auswahl von Bauplätzen, sichere mir als erster die Auswahl bei den Stadtkarten, habe so viel Vorsprung, dass ich automatisch Ketteninhaber werde und am Ende die Mehrheiten für die Streifen am Spielplanende einsacke. Bereits an der längeren Aufzählung erkennt man, dass das Schneckentempo einen gewissen Nachteil gegenüber einer (zumindest anfänglichen) Tempobolzerei hat. Jedoch sollte man nie zu schnell (oder zu langsam) sein auf den Bau auf einem Streifen verzichten. Denn ohne Siedlung keine neue Stadtkarte! Außer es ist keine sinnhafte Stadtkarte mehr dabei (d.h. nichts, was man nicht irgendwie am Spielende erfüllen könnte).

Wer ein taktisches Spiel sucht, das sowohl für Genreeinsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet ist, kann mit Bronze nichts falsch machen.
Naja, fast nichts: Einige Boxen tragen den Titel "Bronze" aufgedruckt, das ist dann sicher eine englischsprachige Ausgabe. Es gibt aber auch Boxen, auf denen der Titel in kyrillischen Schriftzeichen prangt. Wie man dort englische von russischen Ausgaben unterscheidet, habe ich leider nicht herausfinden können. Derzeit ist das Spiel noch etwas schwer zu bekommen, aber zum Zeitpunkt der Rezension laufen bereits Verhandlungen zu einer Veröffentlichung in deutscher Sprache.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Hohe Variabilität, viel Abwechslung
  • Klare Symbolik
  • Mehrere Wege zum Sieg

Minus

  • Mitunter treten Wartezeiten auf

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 bis 90 Minuten
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: Hobby World
Zubehör:

15 Spielplanstreifen
120 Siedlungswürfel
70 Technologiekarten
50 Stadtkarten
21 Handelsroutenplättchen
12 Provinzplättchen
1 Startspielerplättchen

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