Rajas of the Ganges

Indien in der Zeit vor der Unterwerfung durch die britische Ostindien-Kompanie - das Großmogulreich steht in seiner vollen Blüte. Als Rajas und Ranis ist es eure Aufgabe, die euch anvertrauten Ländereien zu prächtigen und wohlhabenden Provinzen zu machen. Euer Karma hilft sicherlich, doch liegt es an euch, Ansehen und Reichtum in Gleichklang zu bringen.

Der Ganges, der bedeutenste Fluss Indiens, ist Mittelpunkt in diesem neuen Spiel der Erfolgsautoren Inka und Markus Brand. Zumindest auf dem von Dennis Lohausen ansprechend bunt illustrierten Spielplan, wo sich der Fluss des Lebens am Palast des Großmoguls entlang schlängelt und den darauf befindlichen Schiffen Vorteile verschafft. Genau gegenüber des prunkvollen Baus finden wir Steinbruch, Marktplatz und Hafen, um dort unsere Arbeiter einzusetzen und Geld und Ruhm zu generieren. Aber auch der Palast ist Quell reichhaltiger Vergünstigungen.

Kali hilft

Mit der Unterstützung von Kali, einer hinduistischen Gottheit, und eigener Arbeitskräfte versuchen wir,  unsere Provinz zu Wohlstand und Reichtum zu bringen. Würfel in vier verschiedenen Farben dienen der Aktivierung unterschiedlicher Tätigkeiten. Bezahlt wird mit Geld, das auf der umlaufenden Geldleiste markiert ist. Gegenläufig dazu finden wir eine Ruhmesleiste. Sobald sich die Marker eines Spielers auf den beiden Leisten begegnen, wird das Spielende eingeleitet. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun.

Jeder Spieler startet mit drei Arbeitern, einem Schiff und ein wenig Kleingeld. Vier Würfel gehören ebenfalls zum Grundstock, werden gewürfelt und auf der Kali-Statue abgelegt. Reihum setzt jeder einen Arbeiter ein und führt die entsprechende Aktion aus. 

Workerplacement

Steinbruch: Nach dem Einsetzen des Arbeiters darf eines der offen ausliegenden zwölf Provinzplättchen genommen werden. Dazu müssen Würfel mit entsprechendem Wert und Farbe abgegeben werden. Das neue Provinzplättchen muss auf dem eigenen Tableau so gelegt werden, dass es über die aufgedruckten Wege immer mit der Residenz verbunden ist. Dann gibt es entsprechend Geld und/oder Ruhmespunkte, manchmal auch Vergünstigungen.

Marktplatz: Hier bringen die Märkte des eigenen Provinztableaus Geld ein. Der Gemischtwarenmarkt, der nur drei verschiedene Märkte wertet, kostet selber keinen Würfel, ansonsten bestimmt der Wert eines abgegebenen Sechsseiters, wie viele sortenreinen Märkte gewertet werden dürfen.

Hafen: Der hier platzierte Arbeiter bewegt das eigene Schiff zwischen ein und drei Felder weit. Dazu muss ein entsprechender Würfel mit niedrigem Wert abgegeben werden. Das erreichte Flussfeld generiert dann den entsprechenden Vorteil. Dies können Würfel, Siegpunkte, Gebäudeaufwertungen, Karma, Geld, Vergünstigungen einer Palastaktion oder auch eine Marktwertung sein.

Palastaktionen: Im Palast stehen verschieden Räumlichkeiten zur Verfügung, die nach Platzierung eines Arbeiters und zusätzlicher Abgabe eines Würfels genutzt werden können.

In den Gemächern stehen sechs Unterstützer zur Verfügung. Wer deren Gunst in Anspruch nehmen möchte, der muss einen beliebigen Farbwürfel mit vorgegebenem Wert platzieren. Am beliebtesten ist die Tänzerin, die ihrem Verehrer zwei neue Würfel schenkt und zusätzlich ein Ertragsplättchen. Wer neuer Startspieler werden möchte, der sollte eine Eins beim Großmogul ablegen und erhält zusätzlich noch zwei Siegpunkte. Weitere Vorteile in anderen Gemächern sind die Aufwertung einer Gebäudeart, das Vergrößern des eigenen Karmas, Geld, weitere Würfel, das Bewegen des eigenen Schiffes um genau sechs Felder sowie die Möglichkeit, ein eigenes Provinzplättchen zu überbauen.

Wer klamm an Würfeln ist, der kann auf den Balkonen einen Würfel in zwei andere umtauschen. Auf der Terrasse bekommt man einen beliebigen und auf der Vorterrasse darf man beliebig viele eigene Würfel neu werfen.

Wer mit den Werten seiner Würfel nicht zufrieden ist, der kann sein Karma einsetzen, um einen beliebigen Würfel von der Kali-Statue auf seine gegenüberliegende Seite zu drehen. So wird aus einer Eins ganz schnell eine Sechs oder umgekehrt. 

Zusätzliche Arbeiter, bis zu zwei in der Basisversion, gibt es bei Voranschreiten auf dem Fluss und den beiden Zählleisten, wobei auf Letzteren noch weitere Boni warten.

Eine Runde ist zu Ende, wenn alle Spieler nacheinander ihre Arbeiter eingesetzt und die entsprechende Aktion ausgeführt haben. Sobald sich bei einem Spieler der Geld- und Ruhmesmarker einander begegnen, wird das Spielende ausgelöst und jeder bis zum aktuellen Startspieler darf noch einen Zug ausführen. Schaffen mehrere Spieler noch die Begegnung ihrer beiden Marker, gewinnt, wer die höhere Differenz an Ruhmespunkten zwischen den beiden Markern hat.

Varianten

Wer was auf sich und sein Spiel hält, der bietet neben der Basisversion natürlich auch Varianten an. So auch bei Rajas of the Ganges. Bei der Navaratnas-Variante wird mit der Rückseite der Kali-Statue mit nur acht Ablageplätzen für die Würfel gespielt. Dafür dürfen alle drei zusätzlichen Arbeiter rekrutiert werden. Auch das Provinztableau wird mit der Rückseite gespielt, wobei die dort aufgedruckten Sondererträge am Rand deutlich geringer ausfallen. Dafür kommen die zusätzlichen gelben, braunen und roten Ertragsplättchen ins Spiel und können die entsprechenden Sondererträge spürbar verbessern. Die braunen Plättchen stehen dabei in Abhängigkeit mit den aktuell bereits erreichten Errungenschaften wie errichtete Gebäude, Märkte, Provinzplättchen und dergleichen.

Spielen Fortgeschrittene mit Neueinsteigern, benutzen die einen die Navaratnas-Seite der Kali-Statue und des Provinztableaus und die anderen die jeweilige Basisseite. Beim Ganga-Modul kommen noch zusätzlich acht Flussplättchen ins Spiel und modifizieren damit die entsprechenden Flussfelder.

Spieletester

22.02.2018

Fazit

Mit Rajas of the Ganges hat das erfolgreiche Autorenpaar Brand wieder einmal ein Topspiel auf den Markt gebracht. Neben dem tollen Material gefällt auch der sofort gängige Spielablauf. Die Idee mit den gegenläufigen Wertungsleisten zur Einleitung des Spielendes ist einfach nur brilliant. Man muss nicht unbedingt auf beiden Leisten gleich schnell vorankommen, sondern kann sich auch auf eine konzentrieren und hat trotzdem die Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden.

Was ich persönlich als sehr ausgewogen empfand, war die Tatsache, dass ein Leerspielen im Bereich der Würfel oder des Geldes nicht zwangsläufig zur Niederlage führt. Hier gibt es genügend Möglichkeiten, den entsprechenden Vorrat wieder aufzufüllen, ohne gleich abgehängt zu werden. Sehr fein austarierte Aktionsmöglichkeiten, die einfach begeistern.

Für mich ist Rajas of the Ganges eines der besten Spiele des aktuellen Jahrganges und ganz heißer Kandidat für einen der zahlreichen Spielepreise. Von mir gibt es ein klares „Daumen hoch”.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • reichhaltiges, sehr schönes Material
  • ansprechende Illustrationen
  • schnell verinnerlichter Spielablauf
  • spannend bis zum Schluss
  • tolle Idee der gegenläufigen Wertungsleisten

Minus

  • -

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 bis 75 Minuten
Preis: 40,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2017
Grafiker: Dennis Lohausen
Zubehör:

1 doppelseitiger Spielplan
4 Spielertableaus
4 Tableaus "Kali-Statue"
48 Würfel
64 Provinzplättchen
24 Arbeiter
4 Boote
4 Geldmarker
1 Startspielerelefant
2 Abdeckplättchen
4 Bonusmarker
20 Marker
4 Ruhmesmarker
30 Ertragsplättchen
8 Flussplättchen
1 Regelheft

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