Noria

Bei dem Brettspiel Noria von Sophia Wagner, erschienen bei dem Verlag Pegasus Spiele, geht es darum, ein Handelsimperium aufzubauen. Neue fliegende Inseln zu erkunden, Schiffe zu bauen und Fabriken zu errichten, um im Endeffekt über vier große Projekte zu Siegpunkten zu kommen. Eine kleine Besonderheit gleich vorweg: Obwohl es in Noria einiges zu tun gibt und viele unterschiedliche Aktionen möglich sind, gibt es nur bei den Projekten im Rathaus Punkte zu holen.

Bevor es losgehen kann, muss erst einmal alles hergerichtet werden. Der Spielaufbau ist recht aufwendig. Nicht zuletzt wegen dem wirklich innovativen und meiner Meinung nach super gelungenen Aktionsrad, welches jeder Spieler vor sich liegen hat. Definitiv das Herzstück des Spiels. Zum Glück wird der Aufbau wirklich gut mit ausreichend Bildern in der Beschreibung erklärt. Die restliche Anleitung kann da leider nicht ganz mithalten. 

Das Aktionsrad:

Das Rad besteht aus drei Ringen, die übereinander zusammengebaut werden. Unten der größte Ring und nach oben hin immer kleiner. Im Laufe des Spiels werden kleine Scheiben gekauft die in den Ringen je nach Belieben des Spielers eingesetzt werden. Diese stellen die Aktionen dar. Wer an der Reihe ist,  wählt drei dieser Aktionen aus. Am Ende der Runde wird das Rad weiter gedreht. Es gehört einiges an Überlegung und Strategie dazu, um das Beste aus dem Rad rauszuholen. Dieses coole „Wheelbuilding-System” macht die eine oder andere Kleinigkeit, die nicht zu hundertprozentig überzeugen konnte, wett.

Im Wesentlichen läuft eine Runde in vier Phasen ab. 

Einflussphase: In dieser Phase ist es möglich, entweder einen der beiden größeren Ringe um einen Platz weiter zu drehen oder zwei im Rad befindliche Scheiben zu tauschen, um in weiterer Folge in den nächsten Phasen einen besseren Start zu haben. 

Aktionsphase: Bis zu drei Aktionsscheiben vom eigenen Rad werden ausgewählt und abgehandelt. Es gibt sieben verschiede solcher Scheiben: Energie, Myzel, Obsidian, Stadt, Reise, Werkzeug und Bonus. Bei den Rohstoffen(Myzel, Obsidian und Energie) bekommt man zum Beispiel für jedes passende Schiff im eigenen Vorrat einmal diesen Rohstoff. Bei Reise wird zum Beispiel ein eigener Botschafter auf eine Insel gesetzt und ein dort anliegendes Schiff genommen oder eine Fabrik gebaut. So haben jede dieser Scheiben ihre eigenen Vorteile für sich und die Entscheidung fällt oft nicht leicht.

Politikphase: Es kann die optionale Sonderaktion Intrige ausgeführt werden, um die Politik zum eigenen Vorteil zu beeinflussen.

Verwaltungsphase: Für errichtete Fabriken wird Wissen verteilt, das Rad wird weiter gedreht und neue Scheiben werden eingesetzt.

Je nach Spieleranzahl endet Noria nach 14, 15 oder 16 Runden. 

Spieletester

10.05.2019

Fazit

Ein solides Spiel, das einiges richtig macht, aber bei dem der Funken trotzdem nicht ganz übergesprungen ist. Warum, ist schwer zu sagen. Das coole Steampunksetting und die dazu passende grafische Gestaltung lässt doch eigentlich auf den ersten Blick einiges erwarten. Auch das so noch nicht da gewesene Aktionenrad und das damit verbundene Wheelbuilding-System, ließ die Vorfreude auf das Spiel ordentlich wachsen. Vielleicht ist diese geringe Enttäuschung, wenn man das überhaupt so nennen kann, die Noria in den ersten Testrunden aufkommen ließ, auch einfach den riesigen Erwartungen an das Spiel geschuldet. Es ist definitiv ein Spiel, welches ein paar Runden braucht. Gerade bei der ersten spielt es sich etwas zaghaft. Aber auch hier war vermutlich die Vorfreude schuld. Nachdem alles aufgebaut ist und man erstmals das gesamte Ausmaß des schönen Materials vor sich liegen hat, will man einfach nur loslegen. Leider lässt das die Anleitung nicht wirklich zu. Die ist leider für meinen Geschmack etwas zu kompliziert verfasst. Trotzdem kann ich Noria absolut empfehlen. Nur nicht von den ersten Runden entmutigen lassen. Es lohnt sich!

(Fotos von Rainer Assler)

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • innvatives Wheelbuilding-System
  • grafische Gestaltung
  • hochwertiges Spielmaterial

Minus

  • komplizierte Anleitung
  • fehlende Kurzübersicht

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 70 bis 120 Minuten
Preis: 26,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2017
Grafiker: Michael Menzel
Zubehör:

  • 1 doppelseitiger Spielplan
  • 24 Politikersteine
  • 66 Scheiben
  • 20 Gesandtenzylinder
  • 4 Aktionsrädersets
  • 57 Schiffsplättchen
  • 75 Rohstoffplättchen
  • 1 Startspielermarker
  • 9 Inseln
  • 4 Fabrikablagen
  • 54 Warenlager
  • 4 Spielerübersichten
  • 16 Rundenplättchen
  • 28 Fabrikplättchen
  • 1 Anleitung

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