Edge of humanity

Wir haben es nicht kommen sehen. „Waren wir die, die zuerst geschossen haben?”, fragte er sich, als ob es eine Rolle spielte. Der Nachthimmel, rot wie eh und je, ließ in seufzen. Er schätzte sich glücklich, noch am Leben zu sein. Doch konnte man diesen Zustand überhaupt Leben nennen? Ist es Zeit sich weiterzuentwickeln? Ist es Zeit, alles neu aufzubauen? Führt das alles überhaupt zu etwas?

In Edge of Humanity kann man sich schon öfters diese Fragen stellen, denn das Spiel schafft es erstaunlich gut, Setting, Artwork und Mechaniken zu verbinden und erzeugt somit eine wahrhaftig apokalyptische Stimmung. Es handelt sich um ein Aufbau/Deckbau Kartenspiel, mit einigen interessanten weiteren Mechaniken. Der Klassiker hierzu wäre Dominion, doch dieses Spiel ist eine bereits stark modifizierte Variante davon.

In Edge of Humanity spielt man gegen einen bis vier Gegenspieler, die alle versuchen, eine Kolonie nach einem tragischen, apokalyptischen Ereignis, wieder aufzubauen. Das Spiel endet, wenn es einer der Spieler schafft, als erster elf Überlebenspunkten (Siegpunkte) zu erwirtschaften oder wenn die letzte Eventkarte abgehandelt wurde. Die Überlebenspunkte gewinnt man durch das Anheuern neuer Kolonisten und dem errichten von Gebäuden.

So weit so gut, wäre da nicht das Problem mit der Apokalypse. Jede Runde, nach der ersten wird nämlich eine Karte vom Eventdeck gezogen. Diese Ereignisse verheißen, wie in einem Survival/Horror Setting so üblich, bekanntlich nichts Gutes. Man wird zwar oft mit einer Entscheidung konfrontiert, doch ist es meist eine zwischen Armut und Elend.

Weitere interessante Spielelemente sind z.B. die Auktionsphase jede Runde. Hierbei werden jede Runde Stapel mit Versorgegütern ausgelegt. Der jede Runde wechselnde Startspieler beginnt dann mit einer seiner Handkarten zu bieten. Die anderen Spieler folgen ihm der Reihe nach. Der Spieler mit dem Höchsten Einsatz darf sich zuerst einen Stapel aussuchen usw. Obwohl es keine Möglichkeiten im Spiel gibt, seine Gegenspieler aktiv zu sabotieren oder anzugreifen, stellt dies doch eine nette Interaktion dar, um den Wettlauf etwas anzuheizen.

Edge of Humanity liefert den Spielern drei Anfangsszenarien, in Form von vorgefertigten Eventdecks, die alle eine kleine Geschichte in einem anderen Endzeitsetting erzählen. Außerdem werden pro Szenario stets neue Karten und Mechaniken vorgestellt.

Das Artwork ist gelungen, einzig die Siegpunktekarte (Siegpunktetracker) könnte etwas übersichtlicher sein. Man erkennt, was der Designer im Sinn hatte, die Übersichtlichkeit leidet jedoch schwer darunter. Weiteres kleines Manko: die spielrelevanten Symbole auf den Karten könnten stärker hervorgehoben sein.

Was das Spieldesign angeht, wurde hier wirklich viel richtig gemacht. Da die Packung viel zu groß für den initialen Inhalt gehalten wurde, fragt man sich, wo die Erweiterungen bleiben. Diese wären auch ratsam, da der Preis für den Inhalt zwar nicht unverschämt hoch ist, jedoch etwas zu wünschen übrig lässt. Leider sind bis jetzt (September 2018) noch keine angekündigt. Man darf also hoffen ... 

Spieletester

27.11.2018

Fazit

Mit Edge of Humanity ist den Entwicklern wirklich ein spannendes Deckbuilding- und Aufbauspiel mit gut integrierten weiteren Mechaniken gelungen. Auch das Setting ist schön im Spielverlauf abgebildet. Man wartet gespannt auf mehr ... 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • gelungenes Aufbau/Deckbuilding Game
  • Survival/Horror Setting ist gut im Spiel abgebildet
  • schönes Design

Minus

  • ein paar Spielelemente könnten übersichtlicher sein
  • für den Preis erwartet man sich zumindest ein paar Erweiterungen

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 13 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Preis: 50,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2017
Zubehör:

  • 1 Regelbuch
  • 1 Zurücksetz-Seite
  • 1 Siegpunktkarte
  • 224 Karten, davon:
  • 39 Eventkarten
  • 49 Versorgungskarten
  • 34 Überlebende-Karten
  • 65 Aktionskarten
  • 27 Gebäudekarten
  • 10 Koloniekarten
  • 46 Lebensmarker
  • 25 Patronenmarker
  • 1 Unglücksmarker
  • 1 Startspielermarker
  • 5 Spielerbasen
  • 6 Überlebende-Figuren

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