Penki

Da soll mal einer sagen, Spielen bildet nicht. Wer diesen neuen Taktiker von Gerhards Spiel und Design auf dem Tisch hat, der lernt zumindest, wie die Zahl fünf auf litauisch heißt - eben Penki.

Wenn das hier vorliegende Taktikspiel für zwei Personen den Titel „Fünf gewinnt” bekommen hätte, wäre das Spielziel Jedermann geläufig. Weil dies aber nicht so ist, erweitern wir so zumindest unseren Sprachschatz des Litauischen - auch was Nettes.

Das dynamisch wachsende Spielfeld darf neun Felder breit sein, was sich aber erst im Laufe einer Partie so ergibt - dynamisch eben. Nachdem sich beide Spieler auf eine eigene Farbe geeinigt haben, werden die runden Spielsteine in Gelb und Blau zusammen mit den Weißen in einen Beutel gegeben und dann abwechselnd paarweise aus diesem gezogen und vor dem jeweiligen Spieler abgelegt. Diese Paare müssen so zusammen bleiben und werden gemeinsam verbaut. Dabei sind die weißen Steine zwar grundsätzlich neutral, werden aber trotzdem mitgezählt.

Ziel von Penki ist es, eine durchgehende Reihe von fünf Steinen der eigenen Farbe hinzubekommen. Und wie gesagt, in diesem Fall zählt ein weißer Stein dann wie ein eigener. Die Krux ist dabei, dass auch der Gegner diesen Stein in seiner eigenen Reihe für sich beanspruchen kann.

Zwei Zugmöglichkeiten

Wer am Zug ist, der kann wählen, ob er eines seiner Stein-Paare oder ein neues Holzplättchen mit zwei Feldern verbaut. Erstere dürfen nur auf Letztere gelegt werden, was den Zwang begründet, irgendwann ein Holzplättchen legen zu müssen. Und wenn nach dem Verbauen von zwei Spielsteinen überhaupt kein freies Holzplättchen mehr vorhanden ist, muss der gleiche Spieler zusätzlich noch ein selbiges auf dem Spieltisch regelkonform unterbringen.

Regelkonform heißt in diesem Fall, dass das Plättchen auf jeden Fall an die bereits bestehende Spielfläche waagerecht oder senkrecht angelegt werden muss. Dabei muss das angrenzend bereits liegende Plättchen zwingend schon mit Spielsteinen befüllt sein. Das Anlegen an ein leeres Plättchen ist nicht erlaubt, auch darf das entstehende Spielfeld nur maximal 9 Felder breit sein. In die Höhe darf beliebig ausgebaut werden.

Fünf gerade seinlassen!

Sobald es einer der Kontrahenten schafft, eine durchgehende Reihe von fünf Steinen seiner eigenen Farbe senkrecht, waagerecht oder diagonal hinzubekommen, der gewinnt. Und wie bereits erwähnt, zählen die darin enthaltenen weißen Steinen dann wie die eigene Farbe. Vor allem zum Ende hin, wenn die Spieler nur noch wenige Steinpaare vor sich liegen haben, können sich auch schon mal diverse Zwänge entwickeln, von dem dann durchaus auch der Gegner profitiert.



Spieletester

19.01.2018

Fazit

Penki ist eine weitere der vielen Fünf-gewinnt-Varianten, die es auf dem großen Spielemarkt gibt. Es bestreitet dabei aber einen ganz anderen Weg. Durch die blind aus dem Beutel gezogenen Steine müssen auch fremde Spielsteine verbaut werden, womit nicht zu spät angefangen werden sollte. Es entstehen permant Zwänge, die es taktisch frühzeitig aufzulösen gilt. Wer zu spät damit anfängt, der könnte am Ende zum Königsmacher des Gegners werden - natürlich total ungewollt. Und weil jederzeit alle noch zu verbauenden Stein-Paare für beide Spieler einsehbar sind, könnten Hirnverzwirbler vorprogrammiert sein.

Penki gefällt mit seinen strategischen Kniffen, aber auch das Material ist wieder einmal haptisch sehr ansprechend. Aber das ist man ja mittlerweile vom Verlag Gerhards Spiel und Design gewohnt.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Sehr hochwertiges Material
  • Bekannte Spielidee innovativ umgesetzt

Minus

  • Anleitung nicht auf Litauisch ;-)

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 15 bis 30 Minuten
Preis: 35,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Strategie, Taktik
Zubehör:

28 Holzplättchen Buche geölt
56 Holzscheiben in 3 Farben
1 Stoffbeutel
1 Spielanleitung in drei Sprachen

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