Fladeranti

Gemeinsam mit deiner Diebesbande überfällst du die ortsansässige Bank. Kaum wurden die Tresortüren geknackt, ertönen auch schon die Sirenen der Polizeiautos und Blaulicht überflutet die Straßen. Unglücklicherweise lässt das bestellte Fluchtfahrzeug noch auf sich warten. Was nun?

Die Diebesbande flüchtet auf die Straße und versucht im dunklen der Nacht unterzutauchen. Im Fokus der polizeilichen Ermittlungen steht immer nur der Räuber, der die größte Beute mich sich führt. Daher versuchen die Mitglieder der Diebesbande ihre eigene Haut zu schützen, indem sie ihren flüchtigen Kameraden den einen oder anderen Geldsack unterzujubeln, um die Aufmerksamkeit von sich zu lenken. Doch sobald das Fluchtauto dann endlich eintrifft, möchte jeder den erfolgreichsten Coup gelandet haben und mit der größten Beute heimkehren.

Spielvorbereitung

Vor Beginn des Überfalles, müssen alle 8 Fluchtautokarten aus dem Kartenstapel aussortiert werden. Anschließend wird der Kartenstapel gemischt und jedes Bandenmitglied erhält 3 Karten. Danach werden die 8 Fluchtautos wieder in den Kartenstapel gemischt und als Nachziehstapel, für alle gut erreichbar, in der Tischmitte platziert. Der Gauner mit dem fiesesten Gesichtsausdruck beginnt die große Jagd ums viele Geld.

Spielablauf

Der aktive Spieler führt folgende zwei Aktionen aus:

Handkarten auf 4 ergänzen:

Der Spieler an der Reihe, zieht so viele Karten vom Nachziehstapel nach, bis er 4 Handkarten hat. Sollte er dabei ein (oder auch mehrere) Fluchtauto ziehen, muss dieses sofort offen in die Tischmitte gelegt werden. Für jedes Fluchtauto wird eine weitere Karte nachgezogen, sodass der Spieler 4 Handkarten hat.

Eine Karte ausspielen:

Bei Fladeranti gibt es drei unterschiedliche Kartentypen:

  • Geldkarten mit dem Wert 0 bis 3:
    Die häufigsten Geldkarten sind Geldsäcke. Sie können entweder verdeckt vor sich selbst, oder aber offen vor einem anderen Ganoven abgelegt werden. Besondere Geldkarten sind der Diamantring und der Talisman. Der Diamantring ist für die Polizei von enormem Wert (3), für die Diebe selbst jedoch eher wertlos (1). Der Talisman hingegen ist unter den Dieben sehr gefragt (3), jedoch das Interesse der Polizei, den Talisman wieder zu finden ist sehr gering (1).

  • Polizeiautos:
    Entscheidet sich der Spieler, eine Polizeikarte auszuspielen, legt er diese offen in die Tischmitte. Sobald 4 oder mehr Polizeihüte ausliegen, wird einer der Diebe geschnappt und es kommt zu einer Zwischenwertung. Alle verdeckten Geldkarten werden aufgedeckt. Jedes Bandenmitglied ermittelt den Geldwert aller vor sich liegenden Geldarten (für den Diamantring (3) und den Talisman (1) sind jetzt nur die Polizeiwerte interessant). Der Spieler mit dem höchsten Geldwert verliert seine gesamte Beute und muss all seine Geldkarten abgeben. Sollten mehrere Ganoven am Meisten Beute haben, verlieren all diese Spieler ihr Vermögen. Anschließend werden die verlorenen Geldkarten und alle ausliegenden Polizeiautos unter den Nachziehstapel gemischt. Alle anderen Diebe behalten ihre Beute, lassen diese offen vor sich liegen und das Geldsammeln wird fortgesetzt.

  • Aktionskarten:
    Wird eine der folgenden Karten ausgespielt, wird diese am Ablagestapel platziert und anschließend ausgeführt.
    Blaulicht: Alle Bandenmitglieder müssen alle Polizeiautos, die sie auf der Hand haben, ausspielen. Dabei kann es zu einer Zwischenwertung kommen.
    Straßensperre: Wird eine Straßensperre ausgespielt, wird die Polizei bei ihrer Verfolgung gehindert. Der aktive Spieler entfernt eine ausliegende Polizeikarte aus der Tischmitte und legt sie auf den Ablagestapel.
    Dieb: Der aktive Spieler darf eine beliebige Geldkarte, egal ob offen oder verdeckt, von einem Spieler zu einem anderen umlegen. Eigene Geldkarten sind jedoch tabu.
    Doppelte Beute: Der aktive Gangster zieht zwei Karten vom Nachziehstapel und muss diese sofort ausspielen. Zieht er dabei ein Fluchtauto, legt er es in die Tischmitte und zieht eine Karte nach.

Spielende:

Sobald 7 Fluchtautokarten in der Tischmitte ausliegen, erscheint das sehnsüchtig erwartete Fluchtauto am Tatort. Jeder Fladerant zählt ein letztes Mal den Wert seiner ausliegenden Beute. Der Meisterdieb mit der fettesten Beute gewinnt den abendlichen Raubzug.

Spieletester

29.01.2017

Fazit

Bluffen und allen anderen dazwischen pfuschen, um am Ende selbst als Bester dazustehen, ist das Spielprinzip von Fladeranti. Ein sehr unterhaltsames Spielprinzip, wenn man ein Freund von Schadenfreude ist und auch selbst rachsüchtige Retourkutschen der Mitfladeranten halbwegs wegstecken kann. Da bei Zwischenwertungen jeweils der aktuell erfolgreichste Dieb seine komplette Beute verliert, bleibt das Spiel durchgehend sehr ausgewogen und man hat jederzeit noch gute Chancen die Partie zu seinen Gunsten zu wenden, bevor das Spiel durch das letzte Fluchtauto zufällig beendet wird.

Das relativ kurzweilige Spiel um den großen Coup eignet sich sehr gut für eine schnelle Runde zwischendurch oder zum warmwerden für einen längeren Spieleabend. Meist ist eine Runde jedoch nicht genug, da siegessichere Verlierer schnell eine Revanche fordern.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • einfaches, schnell erklärtes Spiel
  • eine Runde reicht meist nicht aus
  • reichlich Möglichkeiten, anderen Spielern rein zu pfuschen
  • schöne, stimmige Illustrationen
  • durchgehend ausgeglichene Spielbalance

Minus

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 6
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten
Preis: 8,99 Euro
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Piatnik
Genre: Bluff, Karten
Zubehör:

1 Spielanleitung
52 Spielkarten

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