Azuchi Castle

Als einer der drei Reichseiniger beendete der mächtige japanische Feldherr Oda Nobunaga im 16. Jahrhundert einen über 100 Jahre währenden Bürgerkrieg, begann mit der Einigung der japanischen Reiche und bereitete so den Boden für das rund 250 Jahre andauernde Tokugawa-Shogunat der Edo-Zeit. Als Ausdruck seiner Macht ließ er nach den damals neusten Gesichtspunkten der Wehrtechnik die imposante Burg Azuchi erbauen.

Diese konnte sogar Belagerungen durch große Heere und Angriffen mit Feuerwaffen trotzen. Ein großes Gebäude also! In Azuchi Castle sollen die Spieler als Vertreter von Oda Nobunaga den Bau der Burg Azuchi überwachen und vollenden. Wer nach Fertigstellung die meisten Siegpunkte erreichen konnte gewinnt das Spiel.

Beim Aufbau erhält jeder Spieler zwei Arbeiter in der eigenen Farbe, ein weiterer Marker kommt auf die Siegpunktkarte. Die 12 gemischten Ereigniskarten fungieren gleichzeitig als Rundenzähler. Die gemischten Aktionskarten bilden einen Nachziehstapel, während alle Baustoffe und Münzen im Vorrat auf ihre zukünftigen Besitzer warten.

Reihum wählt jeder Spieler aus immer drei zufällig, offen liegenden Aktionskarten immer eine für sich aus, bis jedem Spieler zwei Aktionskarten zur Verfügung stehen. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Aktionskarten. So kann man über drei von ihnen Holz, Steine oder Ziegel für den Burgenbau erhalten, eine weitere hilft dabei, Baumaterialien untereinander oder gegen Münzen bzw. einen zusätzlichen, neutralen Arbeiter zu tauschen. Die fünfte Aktionskarte hingegen schützt die eigene Baustelle vor feindlichen Angriffen. Anschließend werden die Arbeiter auf den eigenen Aktionskarten platziert und die entsprechende Aktion, so möglich, direkt ausgeführt. Zum Abschluss der Runde wird eine Ereigniskarte aufgedeckt. Hiervon gibt es drei verschiedene Arten: Bauen, Tributzahlung und Angriff. Beim Ereignis Bauen können alle Spieler komplette Sätze an Baustoffen oder den zusätzlichen Arbeiter abgeben, um Siegpunkte zu erhalten, bei der Tributzahlung kann hingegen Geld in Siegpunkte umgewandelt werden. Wenn hingegen die Baustelle mittels eines Angriffs überfallen wird und keine besetzte Armeekarte zur Verteidigung ausliegt verliert der Angegriffene zwei Siegpunkte.

Das Spiel endet, wenn alle der 12 Ereigniskarten ausgespielt wurden, es sei denn, einige der Baukarten wurden nicht genutzt. Dann verlängert sich das Spiel solange bis die vierte Ereigniskarte Bauen genutzt wurde.

Spieletester

07.06.2017

Fazit

Auf den ersten Blick kommt Azuchi Castle als geradliniger und gefälliger Gegenentwurf zu manch ausufernder Worker-Placement-Materialorgie, die daraus jedoch keinen zusätzlichen spielerischen Mehrwert generiert, daher. Ein kleines Spiel also mit geringem Platzbedarf, einer schicken und passenden Grafik, einer kurzen Spieldauer und einer recht einfachen Spielregel. Herz, was willst Du mehr?

Leider liegt der Teufel jedoch im Detail und macht sich schon während des ersten Testspiels bemerkbar. So ist schon die Zuordnung der Aktionskarten völlig zufällig, glücksabhängig und nicht planbar. Ob dann die ebenfalls zufälligen Ereignisse passen oder nicht ist dann fast schon egal. Man nimmt die Aktionskarten von denen man hofft, dass Sie den größten Mehrwert bieten, setzt seine Arbeiter und kassiert Baumaterialien und/oder Siegpunkte oder auch nicht. Das war es dann auch schon. Selten habe ich bei einem Spiel eine derartige Ernüchterung im Verlauf der Testrunden erlebt. Spannungsarm und ohne ein Quäntchen Atmosphäre schleppt sich das Geschehen durch die Spielrunden und man hofft geradezu, dass einer der Spieler auch die letzte Baukarte bedienen kann.

 

Insofern ist Azuchi Castle für Freunde asiatischer Spiele und Grafik sicher einen Blick wert, als Spiel kann es jedoch nicht empfohlen werden. Hier gibt es auch für Freunde von schlanken und einfachen Spielen deutlich Besseres.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • durch kleine Abmaße ideales Reisespiel
  • sehr schöne Grafik
  • einfache Regeln

Minus

  • simpler Ablauf ohne Spannungsbogen
  • sehr glücksbetont
  • kaum direkte und taktische Einflussnahme
  • trotz kurzer Regel viele kleine, aber wichtige Regelunklarheiten
  • Farbgebung für Baumaterialien schwer unterscheidbar
  • absolut beliebiges Spielthema

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Autor: Sungwoo Hyun
Grafiker: Jamsan
Zubehör:

12 Ereigniskarten (drei Arten mit je vier Karten)

80 Aktionskarten (fünf Arten mit je 16 Karten)

Siegpunktkarte

36 Baumaterialmarker aus Holz (drei Arten mit je 12 Würfel)

4 Spielerwürfel aus Holz (je einer in den vier verschiedenen Spielerfarben)

12 Arbeitermarker aus Holz (je zwei in den vier verschiedenen Spielerfarben, zusätzlich vier neutrale Zylinder)

Startspielermarker (Pappe)

Sechs Geldmünzen (Pappe)

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7280 Gesellschaftsspiele-,
1658 Videospielrezensionen
2220 Berichte.