Barony

Im entlegensten Teil des Kaiserreichs streiten vier Barone um die Macht. Mit ihren Ritterarmeen vergrößern sie ihre Ländereien, errichten Dörfer, Festungen und Städte. Am Ende dieses Machtkampfs wird einer von ihnen König.

Wer das aufgebaute Spielfeld mit den sechseckigen Geländeplättchen sieht, denkt automatisch an Die Siedler von Catan. Diese Ähnlichkeit wird auch durch die Startaufstellung genährt, denn jeder Spieler besetzt zu Beginn drei Plättchen mit jeweils einer Stadt und einem Ritter. Aber damit war es das auch schon mit der Ähnlichkeit von Klaus Teubers Welthit.

Der wunderschön gestaltete Spielkarton offenbart umfangreiches Material von hoher Güte. Haptisch sehr ansprechend sind die Ritter, Dörfer, Festungen und Städte aus Holz gearbeitet. Lediglich die verschiedenen Geländeplättchen kommen etwas blass und unscheinbar daher. Bei den Ressourcenmarkern muss man dann schon genauer hinschauen, um sie nicht zu verwechseln.

Bei Barony versuchen die Protagonisten ihr eigenes Herrschaftsgebiet zu vergrößern, in dem sie mit ihren Rittern Gelände erobern und dabei Dörfer, Städte und Festungen errichten. Und natürlich gilt es, dieses gegen die Mitspieler zu verteidigen. Das Spiel kommt ohne Würfel aus und wird nur durch die taktischen Winkelzüge der Spieler gesteuert.

Spielablauf

Die Spieler sind abwechselnd an der Reihe. Wer am Zug ist, hat eine von sechs Aktionen zur Auswahl:

A. Rekrutieren: Zwei Ritter werden in eine eigene Stadt gestellt. Drei, wenn diese an einem See liegt.

B. Bewegung: Bewege einen oder zwei Ritter auf ein angrenzendes Feld. Entsteht somit eine Überzahl, werden alle gegnerischen Figuren zerstört. Dies können sowohl Ritter als auch Dörfer sein. Für letztere gibt es zusätzlich einen beliebigen gegnerischen Ressourcenmarker.

C. Bau: Beliebige eigene Ritter errichten Dörfer und Festungen und erhalten entsprechende Ressourcenmarker der bebauten Geländeart.

D. Neue Stadt:  Ein eigenes Dorf wird durch eine Stadt aufgewertet und bringt sofort zehn Siegpunkte.

E. Feldzug: Ein Ritter aus dem eigenen Vorrat wird auf ein freies Feld am Spielplanrand gesetzt. Dafür wird dann ein zusätzlicher Ritter geopfert und kommt komplett aus dem Spiel.

F. Adelstitel: Durch die Abgabe von Ressourcenmarker im Wert von mindestens 15 Punkten wird der Wertungsstein ein Feld nach rechts versetzt. Auf diese Weise steigt man vom Titel des Barons über den Vicomte, Graf und Marquis bis zum Herzog auf.

Sobald ein Spieler den Sprung zum Herzog geschafft hat, wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt und die verbliebenen Ressourcenmarker zum Punktestand dazu gezählt. Wer jetzt die meisten Siegpunkte hat, wird König und gewinnt das Spiel.

Spieletester

28.07.2016

Fazit

Barony gefällt vor allem durch seinen einfachen Zugang mit eingängigen und überschaubaren Regeln. Auch wenn bei diversen Aktionen kleinere Regelergänzungen und Einschränkungen hinzukommen, ist alles leicht verständlich. Zum Beispiel darf auf Wasser weder gebaut noch darüber hinweggezogen werden. Auch können fremde Städte und Festungen weder erobert noch betreten werden. Auf Gebirgsfelder mit einer gegnerischen Figur darf ebenfalls nicht gezogen werden und auch nicht auf ein Feld, auf dem mindestens zwei Figuren desselben Gegners stehen.

Ist zu Beginn noch relativ viel Platz zum Ausbreiten vorhanden, sind die Züge schnell erledigt. Im weiteren Verlauf wird es auf dem Spielplan allerdings immer voller und enger. Dann erst kommt das Spiel so richtig in Fahrt und kann auch ziemlich tricky werden. Weil die eigenen Spielfiguren begrenzt sind, gilt es von Anfang an gut zu überlegen, wo es taktisch am klügsten ist, die eigenen Städte, Festungen und Dörfer zu errichten. Auch der Verlust eines Ritters durch einen Feldzug will wohl durchdacht sein.

Der modulare Spielaufbau, der in Abhängigkeit der Spielerzahl unterschiedlich große Spielpläne bereit hält, bietet in jeglicher Besetzung genügend Potenzial und Spielspaß. Und weil Barony meist unter einer Stunde dauert, ist eine Revanchepartie direkt im Anschluss möglich und oft auch erwünscht.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • umfangreiches Material
  • einfache Regeln
  • schnell gespielt
  • Glückskomponente vernachlässigbar

Minus

  • deutsche Spielregel nur als Download

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 42,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Matagot
Autor: Marc André
Grafiker: Ismaël
Zubehör:

36 Geländeplättchen
80 Resourcenmarker
1 Wertungstafel
1 Startspielermarker
1 Spielregel

Pro Spieler (in blau, gelb, grün und rot):

  • 7 Ritter
  • 5 Städte
  • 2 Festungen
  • 14 Dörfer
  • 1 Wertungsstein
  • 1 Regelhilfebogen

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