Mombasa

Die Kolonialzeit war aus menschlicher Sicht nicht immer ein Ruhmesblatt für die europäischen Nationen. Aber geschichtlich ist sie sehr interessant und bildet immer wieder die Grundlage für Gesellschaftsspiele. So auch für Mombasa, in dem wir als Spieler in afrikanischen Kolonien nach Reichtum streben.
Die Mission

Vor uns liegt der Spielplan, er zeigt ein in mehrere Gebiete aufgeteiltes Afrika. Sowohl im Norden, Osten, Süden und Westen gibt es eine Handelsniederlassung. Von dort breiten sich die Handelskompanien aus und kämpfen um die ertragreichsten Regionen. Die Spieler treiben diese Ausbreitung voran, investieren aber gleichzeitig in Anteile an den Kompanien. Nebenbei sammelt man Diamanten und Bücher. Dies alles hat möglichst großen Reichtum zum Ziel.


Die Planungsphase

Jeder Spieler wählt Aktionskarten aus seiner Hand, die er den Spalten seiner Spielerablage zuordnet (maximal eine Karte pro Spalte). Am Spielbeginn sind es höchstens drei Karten, später können es bis zu fünf sein. Die Aktionskarten erlauben es in weiterer Folge Kompanieanteile oder neue Aktionskarten zu kaufen, eine Kompanie zu expandieren, Buchhalter zu bewegen, Bücher oder Diamanten zu kaufen.

Die Aktionsphase

Reihum kommen die Spieler an die Reihe und können eine Aktion durchführen oder ihre Bonusmarker nutzen um Bonusaktionen durchzuführen oder sich Bonusplättchen für die folgende Runde zu sichern. Viele dieser Vorgänge bringen zusätzliches Geld, Diamanten oder Buchkaufoptionen. Weitere Vorteile resultieren aus gewissen Stufen der Investition in Kompanieanteile.
Alternativ kann man passen und seine Aktionsphase damit beenden. Man darf als Handkartennachschub einen der Ablagestapel (also eine Reihe) an seiner Spielerablage auf die Hand nehmen. Die in dieser Runde verwendeten Karten landen auf den entsprechenden Ablagestapeln.

Das Spielende

Nach der siebenten Runde endet Mombasa. Die Spieler zählen ihre erreichten Punkte zusammen. Diese resultieren vor allem aus Kompanieanteilen. Wie viel ein Anteil schlussendlich wert ist, hängt von der Ausbreitung der Kompanie ab. Weitere Punkte gibt es für gesammelte Diamanten und Bargeld, aber auch für gekaufte Bücher die vom Buchhalter abgearbeitet wurden. Der Spieler mit dem größten Vermögen hat gewonnen.

Spieletester

09.05.2016

Fazit

Mombasa bietet so viele Möglichkeiten. Am liebsten würde man ihnen allen nachgehen, aber dafür hat man viel zu wenige Aktionen bzw. Aktionskarten! Aktionen kann man sich ja in gewissem Rahmen freischalten, allerdings darf man nicht übersehen, dass man sich den Nachschaub auf viel mehr Stapel verteilt. Das bedeutet: Dieselbe Kartenkombination auf die Hand zu bekommen wie man sie eben eingesetzt hat wird zum Langzeitprojekt. Vermutlich geht es sich bis zum Spielende gar nicht aus. Darum gilt: Immer ein paar Runden vorausdenken!

Vorausdenken sollte man auch vor dem ersten Spiel und sich ein wenig mit den Kompanieleisten etc. vertraut machen. Sich die Symbolik einzuprägen wäre ebenso ratsam, die Erklärungen hierzu sind jedoch über die Spielanleitung verteilt bzw. teils nur zwischen den Zeilen zu finden. Das ist aber schon meckern auf hohem Niveau, die Anleitung erklärt das Spiel nämlich ganz ausgezeichnet. Der Einstieg dauert zwar mindestens dreißig Minuten, aber dann gibt es nur noch wenige Unklarheiten. Das Spiel selbst dauert am Anfang vielleicht zweieinhalb Stunden, weitere Partien sind aber locker innerhalb von zwei Stunden absolviert.

In Mombasa gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, um an Siegpunkte zu gelangen. Man muss neidlos anerkennen, dass sie allesamt perfekt austariert sind. Ich konnte noch keinen Vorteil der einen gegenüber der anderen Strategie finden. Negativ sei vielleicht anzumerken, dass man zu zweit ein wenig aneinander vorbei spielen kann, wenn der eine sich an Kompanien, ihre Ausbreitung und Anteile klammert während der andere sein Glück als Buchhalter und Diamantenhändler sucht.

Wer taktische Spiele liebt und sich an einer höheren Spieldauer nicht stört, findet mit Mombasa ein grandioses Spiel vor. Unbedingt ausprobieren!

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Hochwertiges Spielmaterial
  • Zahlreiche taktische Möglichkeiten
  • Ausgewogene Strategien

Minus

  • Benötigt Eingewöhnung
  • Lange Spieldauer nicht für jedermann geeignet

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Besucherkommentare

Mo | 09.10.2017

Hallo Spieletest-Team, schöne und informative Rezension. Meine Frage: wie spielt es sich zu zweit im Vergleich mit größeren Runden? Bin noch am überlegen, ob mir das Spiel nicht zu komplex ist, aber es reizt schon sehr, zumal Alexander Pfister ein Garant für Qualität ist. Danke und Grüße! P.S. Wo bleibt der Test zu "Great Western Trail" von Alexander Pfister?? Soll doch auch toll sein...

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 75 bis 150 Minuten
Preis: 39,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Pegasus Spiele
Genre: Strategie
Zubehör:

1 Spielplan
8 Kompanieleistenteile
4 Spielerablagen
84 Aktionskarten
4 Leistenkarten
72 Buchplättchen
10 Startplättchen
4 Bonusplättchen
60 Münzen
60 Handelsposten
16 Anteilsmarker
20 Bonusmarker
4 Tintenfassmarker
4 Diamantenmarker
1 Startspielermarke
1 Wertungsblock
4 Übersichten
1 Spielanleitung

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