Fame & Fable

Fiese Monster durchstreifen das Land und stiften Unruhe. Versammelt eure Truppen und lasst uns ihnen Einhalt gebieten! Nur der tapferste und beste Anführer wird am Ende zum Champion gekürt und darf sich mit Ruhm und Ehre schmücken. 

In Fame and Fable werben wir Verbündete an und rüsten uns mit mächtigen Gegenständen aus, um auf Monsterjagd zu gehen. Denn nur wer am Ende die meisten Kreaturen bezwingt und wichtige Aufträge erfüllt, wird als Held in die Geschichte eingehen. 

Ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben eines Helden 

Jeder Held handelt in seinem Zug drei Phasen ab. Sie bestehen aus Morgen, Tag und Abend. 
Morgens wird gemütlich gestartet, denn wer kann schon ohne ordentliches Frühstück kämpfen? Der Spielplan wird aufgefüllt, die Aktionspunkte werden bestimmt und die Charaktere für die Schlacht bereit gemacht. 
Tagsüber folgt dann die Knochenarbeit. Es können Helden oder Gegenstände vom Markt erworben sowie Monster bezwungen werden. 
Ehe wir uns abends den wohlverdienten Schlaf gönnen, wird noch überprüft, ob wir Aufträge erfüllen konnten, die uns weiteren Ruhm bescheren. Dann startet der nächste Held seinen Tagesablauf. Und für die anderen heißt es - geduldig warten und darauf hoffen, dass besonders hinterlistige Monster den Konkurrenten das Leben schwer machen. 

Dungeon Crawler trifft Kartenspiel

Zu Beginn des Zuges wird geprüft, wie viele Aktionsscheiben wir bekommen, um Aktionen auszuführen. Je weiter hinten sich der Marker auf der Ruhmleiste befindet, desto mehr Aktionsscheiben gibt es. Dadurch erhalten weiter zurückliegende Spieler einen kleinen Vorteil, um besser aufholen zu können. Mit diesen Aktionsmarkern können entweder Charaktere/Gegenstände vom Markt gekauft werden, Monster und Legenden bekämpft oder Sonderfähigkeiten eingesetzt werden. 

Sechs Charaktere dürfen gleichzeitig in unserer Auslage liegen und uns beim Kampf unterstützen. Dabei gilt ebenso ein Handkartenlimit von sechs. Besonders dabei ist, dass das Ausspielen von Charakteren oder Gegenständen uns keine Aktionen kostet, lediglich deren Erwerb. 
Entscheiden wir uns dazu, ein Monster aus der Auslage anzugreifen (oder das Monster nimmt uns die Entscheidung ab), müssen wir so viele Charaktere für den Kampf verwenden, bis wir die angezeigte Stärke des Monsters erreicht haben. Dabei können Monster gegen bestimmte Angriffstypen immun oder anfällig sein. Alle an dem Kampf beteiligten Krieger sind anschließend erschöpft und müssen getappt werden. Sie können nur durch bestimmte Karten oder Mondmarker wieder bereit gemacht werden. Gegenstände hingegen sind nur einmal verwendbar und werden endgültig abgeworfen. 
Haben wir ein Monster bezwungen, erhalten wir seine Kampfstärke als Punkte auf der Ruhmleiste. Legenden hingegen sind besonders starke Monster. Sehr tapfere Krieger ziehen eine verdeckte Karte vom Legendenstapel und heimsen entweder besonders viele Punkte ein oder müssen sich eine Niederlage eingestehen. Können ein oder mehrere Monster nicht bezwungen werden, müssen entsprechend viele Charaktere abgeworfen und der Spott der Mitstreiter ertragen werden. 
Überqueren wir auf der Ruhmleiste als Erste ein Mondfeld, erhalten wir einen Mondmarker, mit dem erschöpfte Charaktere in der nächsten Runde wieder einsatzbereit gemacht werden können. Ebenso dürfen alle anderen Helden zum Ausgleich ihre Charaktere wieder aktivieren. Landen wir mit unserer Figur auf einem Totenkopffeld, greift uns eine Legende an. Wir müssen verdeckt eine Karte vom Stapel ziehen und sind dazu gezwungen, diese in der nächsten Runde zu bekämpfen. Für die meisten bezwungenen Legenden winken noch einmal Extrapunkte. 
Wer am Ende den meisten Ruhm erlangt hat, gewinnt das Spiel und kann sich der Dankbarkeit der Bevölkerung sicher sein. 

Spieletester

Fazit

Quietschbuntes Monsterschnetzeln

Von Fantasyspielen ist man sonst ja eine eher düstere Atmosphäre gewohnt. Fame and Fable hingegen geht einen ganz anderen Weg. Autor und Illustrator Owen Davey nutzt einen kontrastreichen Stil mit wenigen, aber dafür knalligen Farben, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das Design ist bestimmt Geschmackssache, ich persönlich finde es sehr erfrischend und ansprechend. 
Auch die Spielmechanik hat mich überzeugt. Zwar gibt es einiges an Downtime, da jeder Mitspieler einen gesamten Tag abhandelt, ehe die nächste Person an der Reihe ist, aber in unserer Spielerunde fanden wir es recht spannend, den anderen beim Triumphieren oder Scheitern zuzusehen. Vorausschauende Planung wird dadurch jedoch erschwert, da sich häufig die gesamte Auslage ändert, bis man wieder am Zug ist und damit auch alle Pläne dahin sind. Sich flexibel auf neue Gegebenheiten einzustellen, ist demnach essenziell. 
Auch die Catch-up-Mechanik mit den Monden ist gut gelungen und verringert Frust, selbst wenn man mal etwas weiter hinten liegt. Denn Aufholen ist bei Fame and Fable jederzeit möglich. Die legendären Monster bringen zusätzliche Spannung ins Spiel, weil man nie weiß, was auf einen zukommt. 
Die Altersempfehlung ab 14 kommt mir jedoch etwas hoch angesetzt vor. Selbst wenn durchaus taktisches Verständnis vonnöten ist, können brettspielerfahrene Kinder das Spiel meiner Meinung nach trotzdem bereits ab 10 oder 12 Jahren spielen. 
Fame and Fable ist eine klare Empfehlung für alle, die gerne auf unkonventionelle Art und Weise Monster kloppen und sich nicht von einer etwas längeren Wartezeit abschrecken lassen. Man darf jedoch keinen epischen Fantasy-Plot erwarten, da sich das Spiel eher auf taktisches Kartenmanagement und Deckbuilding fokussiert, als auf die Geschichte. 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • originelles Design
  • hochwertiges Spielmaterial
  • gute Aufholmechanik
  • gelungener Solo-Modus
  • Anpassung der Schwierigkeit durch Mondkarten möglich 

Minus

  • längere Downtime
  • kaum direkte Interaktion 
  • wenig Storyelemente 

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 45 bis 90 Minuten
Preis: 45,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2026
Autor: Owen Davey
Grafiker: Owen Davey
Zubehör:

75 Charakterkarten

27 Gegenstandskarten

43 Monsterkarten

16 Legendenkarten

30 Auftragskarten

20 Mondkarten

70 Schicksalskarten

4 Marktkarten

4 Übersichtskarten

1 Solo-Übersichtskarte

4 Storykarten

5 Aktionskosten-Übersichten

1 Spielbrett

4 Spielfiguren aus Holz

20 Holzmarker

20 Pappmarker

2 Anleitungen

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 8028 Gesellschaftsspiele-,
1679 Videospielrezensionen
2350 Berichte.