Schultert euren Bogen und poliert euer Werkzeug, wir gehen auf Mammutjagd! Denn unser Stamm braucht Ressourcen, um den harschen Bedingungen der Eiszeit zu trotzen und weiter zu florieren.
Vor zehntausenden Jahren gab es ein Gebiet, das als Verbindung zwischen Großbritannien und dem heutigen Festland diente - das Doggerland. Nahrungsknappheit, Kälte und andere Gefahren standen auf der Tagesordnung. Als Stammesoberhaupt ist es unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass unser Clan diese harten Zeiten übersteht und sich weiterentwickelt, damit wir Spuren für unsere Nachwelt hinterlassen können.
Auf den Spuren unserer Vorfahren
Doggerland verläuft über acht Runden, in denen sich warme und kalte Jahreszeiten abwechseln. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit eines verkürzten Spiels das sich dann über nur sechs Runden erstreckt.
Jede Runde ist in fünf Phasen unterteilt. Zunächst werden die Aktionen des Stammes geplant. Dabei können beispielsweise neue Unterkünfte gebaut und der Stamm vergrößert werden. Es ist möglich Fresken zu malen, Handarbeit herzustellen oder die magischen Fähigkeiten der Schamanin zu nutzen. Und natürlich muss unser Stamm Ressourcen sammeln und jagen, um für ausreichend Nahrung und Schutz zu sorgen.
Um diese Aufgaben zu erledigen, werden Stammesmitglieder eingesetzt. In jeder Runde muss weise gewählt werden, welche Aufgaben man ihnen überträgt, denn die Ressourcen sind knapp und enden wollend. Wenn wir nicht aufpassen, schnappt ein anderer Clan uns die benötigten Rohstoffe weg und wir gehen leer aus.
Die Aktionen werden reihum abwechselnd geplant, dabei aber noch nicht ausgeführt! Das ist ein zentraler und besonderer Mechanismus des Spiels, der sich von anderen Eurogames abhebt. Denn erst nachdem neue Geländeplättchen aufgedeckt wurden, führen die Spieler ihre Aktionen in beliebiger Reihenfolge gleichzeitig aus. Hat man nicht vorausschauend genug geplant, fehlen einem in dieser Phase möglicherweise die benötigten Ressourcen.
Am Ende der Runde verbreiten sich die Tiere im Doggerland, wir müssen unseren Stamm ernähren und ziehen mit unserem Dorf weiter, um neue Territorien zu erkunden.
Nach acht Runden gewinnt das Stammesoberhaupt, das den angesehensten Clan mit den meisten Stammespunkten aufgebaut und durch die Eiszeit geführt hat.
Spieletester
Fazit
Doggerland ist für mich bislang die größte Überraschung des Jahres, da mich Titel und Cover anfangs gar nicht so sehr angesprochen haben. Spielerisch hat es mich dann jedoch zu 100 % überzeugt! Ich habe selten ein Spiel gespielt, bei dem die Thematik auch spielerisch so gut und stimmig umgesetzt wurde. Man kann die harschen Bedingungen der Eiszeit beim Spielen förmlich spüren. Außerdem wird auf jedes noch so kleine Detail geachtet. Fresken können beispielsweise nur gemalt werden, wenn der Stamm das Tier auch wirklich schon einmal gesehen hat. Es ist auch sehr realistisch, dass im Winter wegen der Kälte mehr Ressourcen benötigt werden und es zu wenig Wild für alle Stämme gibt. Selbst wenn das frustrieren kann, simuliert es das Leben in der Eiszeit wirklich gut.
Atmosphäre trifft Strategie
Die Mechanik der Vorausplanung ist ebenfalls sehr erfrischend, dadurch entsteht beim Ausführen der Aktionen auch verhältnismäßig wenig Downtime für so ein umfangreiches Spiel.
Da viele Wege zum Sieg führen können, ist es vor allem anfangs recht anspruchsvoll, ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis zu finden. Viele taktische Entscheidungen sind vonnöten. Für die erste Partie sollte man schon bis zu drei Stunden Spielzeit einrechnen.
In der Schachtel finden sich mitgelieferte Ressourcenschälchen, das Inlay ist gut durchdacht und besonders die hölzernen Tierfiguren wirken sehr hochwertig. Trotz der Komplexität des Spiels lässt die Anleitung keine Fragen offen, die Erklärungen werden sogar durch Comics unterstützt.
Wer also gehobene Kennerspiele mag, gerne langfristig plant und sich nicht von einer etwas längeren Spielzeit abschrecken lässt, für den ist Doggerland eine ganz klare Empfehlung!
Plus
- thematisch und atmosphärisch hervorragend umgesetzt
- hohe strategische Tiefe
- indirekte Interaktion durch Konkurrieren um Ressourcen
- gut durchdachter Solo-Modus
Minus
- Stammesfiguren sind etwas filigran
- die vielen Möglichkeiten können anfangs überfordern
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Details
1 doppelseitiger Spielplan
69 Geländeplättchen
24 Unterkunftsplättchen
18 Handarbeitsplättchen
12 Freskoplättchen
8 Zielplättchen
24 Mangelplättchen
210 Rohstoff- und Werkzeugmarker
2 Sortiereinsätze
1 Startspielerhütte
1 Rundenzähler
1 Verbreitungspfeil
54 Erschöpfungsmarker
28 bedruckte Tierfiguren
(Pferde, Rentier, Bison, Mammuts)
4 doppelseitige Stammestableaus
4 Dorffiguren
48 Stammesmitglieder-Figuren
(Häuptlinge, Schamaninnen,Jäger-Sammler)
8 Schamaninnen-Marker
12 Megalith-Figuren
80 kleine Würfel
4 Spielerhilfen
1 Wertungsblock
30 Solokarten
1 Solo-Schamanin-Aktionsabdeckung
11 Solo-Zielplättchen
2 weiße Solo-Stammesmitglieder-Figuren
1 Spielregel
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