Wir legen gemeinsam Reisterrassen in die Berglandschaft Südostasiens, streiten uns aber gleichzeitig darum, wessen Büffel, Affen und Wildschweine die besten Weiden kontrollieren. Schaffen wir es dann noch, den Verlauf des Wassers miteinzuplanen, können wir vielleicht als Sieger vom Platz gehen.
Zu Beginn erhalten wir jeweils drei Tierfiguren, zwei Wasserfälle und zwei Ereigniskarten, die wir aus vier zufällig gezogenen auswählen. Diese Auswahl begleitet uns die gesamte Partie. Der gemeinsame Spielplan zeigt ein 8x8-Raster, das in eine Tages- und eine Nachtseite geteilt ist. Daneben liegt die Wertungstafel, auf der ein Zyklusmarker die vier Runden anzeigt.
Jede der vier Runden gliedert sich in drei Phasen. Die Aussaat-Phase ist kurz: Karten mischen, je zwei Reisfeld- und zwei Tag-/Nacht-Karten auf die Hand nehmen. Ab Runde zwei wird zudem der Startspieler neu bestimmt. Dann folgt die Wachstumsphase, in der das eigentliche Spiel stattfindet. Die Runde wird schließlich mit der Ernte-Phase abgeschlossen, in der die Punkte verteilt werden.
Stapeln und Taktieren
In der Wachstumsphase unterteilt sich für jeden Spieler in vier Schritte:
Im ersten Schritt wählen wir jeweils eine Reisfeld- und eine Tag-/Nacht-Karte aus der Hand. Die Kombination legt fest, welches Plättchen auf welche Spielplanhälfte gelegt werden muss. Drei Plättchengrößen stehen zur Verfügung: einzelne Parzellen, 2x2-Raster oder L-Formen. Hier ist unser räumliches Denken gefordert. Wir dürfen Plättchen nämlich auch auf beliebige Höhen übereinander stapeln, solange sie vollständig aufliegen und keine Tierfiguren von Mitspielern bedecken. Eigene Figuren wandern beim Aufeinanderstapeln mit nach oben.
Im zweiten (optionalen) Schritt, dürfen wir unsere Tierfiguren auf die soeben platzierten Felder verteilen oder von bestehenden Plättchen versetzen. Was im ersten Moment simpel klingt, ist der strategische Kern des Spiels. Nur wenn wir auf einer Terrasse die Mehrheit an Tierfiguren haben, kontrollieren wir sie (ein Gleichstand ist strikt verboten). Damit zwingt uns das Spiel zu klaren Entscheidungen: Greift wir an, oder sichern wir uns ab? Der Umstand, dass wir nur drei(!) eigene Figuren haben, macht die Entscheidung nicht gerade leichter...
Im dritten Schritt können wir Wasserfälle platzieren, allerdings erst ab Ebene vier. Jede Terrasse darf maximal einen tragen, und für jeden herabfließenden Wasserfall gibt es bei der Wertung zehn Punkte, allerdings für den Spieler, der die Terrasse darunter kontrolliert. Damit müssen wir beim Platzieren der Figuren auch noch die Schwerkraft des Wassers miteinberechnen.
Als letzten Schritt ziehen wir Karten nach.
Wir wollen hoch hinaus
Die Ernte-Phase bringt schließlich Punkte. Alle Terrassen mit Tierfigurmehrheit werden gewertet: Parzellenzahl mal Höhe ergibt die Siegpunkte, plus Wasserfall-Boni und fünf Extrapunkte für die höchste Terrasse auf dem Plan. Das Rechnen hält sich somit in Grenzen. Meistens gilt: Je mehr und je höher, desto besser. Aber der Wasserfall muss zwingend mitgerechnet werden. Wer nach vier Runden die meisten Punkte hat, hat gewonnen.
Unsere Ereigniskarten helfen uns maßgeblich dabei, die Partie zu unseren Gunsten zu entscheiden. Wir haben jeder für die gesamte Partie nur zwei davon zur Verfügung. Einige verändern die Platzierungsregeln in der Wachstumsphase, andere greifen direkt in die Wertung ein.
Was die Skalierung angeht: Da immer dieselbe Anzahl an Reisfeldern platziert wird, ist die Spieldauer unabhängig von der Spieleranzahl. Mit mehr Mitspielern kommen wir seltener an die Reihe, bevor eine Runde endet. Das verändert den Rhythmus deutlich. Varianz entsteht maßgeblich durch die Startkarten.
Spieletester
Fazit
Paddy spielt sich taktisch, ohne mit Regeln zu erschlagen. Schnell ist klar: Höhe ist wichtig, Wasserfälle noch wichtiger und drei Figuren sind eigentlich immer zu wenig für unsere Ambitionen. Aber da unsere Mitspieler auch nur drei Figuren haben, hält sich der dieses Problem in Grenzen ;-)
Die ganzen Spielmechaniken passen einfach gut zusammen: Das Ausspielen der Kombination "welches Plättchen darf ich wo platzieren" ist eine echte strategische Überlegung. Das Platzieren der Figuren sowieso. Und diese Wasserfälle machen es nicht gerade leichter.
Die Ereigniskarten drehen manchen Spielverlauf nochmal gehörig auf Links, ohne das komplette eigentliche Spielgeschehen obsolet zu machen.
Das Material ist aus hochwertigen Holz. Nur die Vorder- und Rückseiten der Karten ähneln sich zu sehr. Das ist ein unnötiger Designschnitzer, der manchmal kurzzeitig für Verwirrung sorgt. Nicht schlimm, aber unnötig.
Für den ganz, ganz großen Wurf fehlt es Paddy auf Dauer an Wiederspielbarkeit. Irgendwann sind es halt doch nur drei verschiedene Plättchenformen und zwei verschiedene Platzierungsmöglichkeiten. Aber bis wir uns satt gespielt haben, dauert es eine Weile, und das spricht für sich.
Plus
- jede Entscheidung fühlt sich gewichtig an
- Punktewertung kommt ohne viel Rechnen aus
- dreidimensionales Denken beim Platzieren erforderlich
- griffiges und gutes Material
Minus
- kleine Designschwäche bei den Karten
- auf (lange) Dauer etwas wenig Varianz
Kommentar verfassen
Details
1 Spielfeld
1 Wertungstafel
1 Zyklus-Marker
8 Wasserfälle
8 Wertungsplättchen (2 pro Spieler)
12 Tierspielfiguren (3 pro Spieler)
4 Hilfekarten
56 Reisfeld-Plättchen (28x 1er, 16x 3er, 12x 4er)
45 Karten (13 Reisfeld, 12 Tag-/Nacht, 16 Ereignis, 4 Hilfe)
Anleitung
Statistik
Derzeit findest Du auf spieletest.at
7889 Gesellschaftsspiele-,
1675 Videospielrezensionen
2319 Berichte.