Golfie

Auf, auf den Golfplatz! Jeder träumt von einem Hole in One, aber das alleine ist zu wenig für einen Sieg. Achtzehn Löcher wollen absolviert werden, bevor man aufs Treppchen steigen darf. Gesäumt ist der Weg von Eagles, Birdies, Pars und Bogeys.

Spielaufbau

Das Spiel besteht komplett aus Karten: Da sind mal die Spielerkarten. Wählt euch einen Charakter, wodurch euch gleichzeitig eines der vier Symbole zugeordnet wird. Weiters haben wir Schlagkarten, die mit Zahlen von 1-6 sowie "+1" versehen sind. Von denen nehmt ihr euch neun Stück, legt sie in einer 3x3-Anordnung verdeckt vor euch und deckt eine in der obersten Reihe auf. Und dann sind da noch die Aktionskarten. Ganz unten liegt eine "einlochen"-Karte, darüber eine Mischung von verdeckten einlochen- und aufdecken/verschieben-Karten.

Spielablauf

Eine Aktionskarte nach der anderen wird aufgedeckt und von allen Spielern ausgeführt.
Beim Einlochen wählt man eine seiner Karten aus der obersten Reihe, offen oder verdeckt. Ihr Zahlenwert ist das Ergebnis, das wir am aktuellen Loch für uns notieren dürfen. Natürlich ist es sicherer, wenn man den Zahlenwert vorher weiß, also viele Karten offen hat. Allerdings kann es dumm laufen, und ich habe nur hohe Werte bei mir liegen. Dann will ich die Karten von dort wegbekommen. Das geht mittels Verschiebe-Aktion.

Karten für Aufdecken und Verschieben gibt es einige im Aktionsstapel. Dabei gibt es Karten, die jeden Platz in der Auslage als Austragungsort der Aktion erlauben. Andere Karten schränken die Aktionen auf gewisse Plätze ein. Neben ein bis zwei Plätzen, die für alle gelten, gibt es nochmal so viele Plätze mit Spielersymbolen. Diese dürfen von Spielern, die einen Charakter mit dem entsprechenden Symbol haben, alternativ benutzt werden.

Spezialfälle

Wer eine Karte mit "+1" aufdeckt, hat sich einen Strafschlag eingefangen. Sie wird sofort mit einer offenen Schlagkarte ersetzt. So hätte ich es zumindest gemacht. Die Anleitung ist nicht ganz so klar: Ich würde behaupten, dass +1 zu einer sofortigen Unterbrechung und Wertung führt, auch wenn eigentlich gerade das Einlochen Thema ist. Es ist logisch gut herleitbar, aber nicht explizit ausgeführt. Besser gesagt wird sogar das Gegenteil suggeriert: "Zuerst die Aktion ausführen, dann überprüfen, ob eine +1 offen liegt". Speziell Letzteres macht überhaupt keinen Sinn, da ich ja dann keine Karte zum Einlochen aufgedeckt habe. Oder trage ich ein Hole in One ein? Hier muss in der Anleitung nachgebessert werden.
Hat ein Spieler drei Karten mit gleichen Werten waagrecht oder senkrecht angeordnet, werden vom Ergebnis sofort zwei Schläge abgezogen. Die drei Karten werden entfernt und sofort durch verdeckte Karten ersetzt.

Nach 18 Löchern (im verkürzten Spiel: 9 Löcher) endet das Spiel. Wer die wenigsten Schläge notiert hat, ist Gewinner des Turniers.

Spieletester

Fazit

Golf ist ein Sport, der stark von Präzision und Vorausplanung geprägt ist. Ganz anders das Spiel Golfie: Ein klein wenig Vorausplanung, wird mit einer großen Portion Glück, und einer Prise Skyjo kombiniert.

Bei den "+1"-Karten ist es pures Glück (oder besser gesagt: Pech), wer sie bekommt und aufdeckt. Auch ob ein Verschieben kommt, oder gleich das nächste Einlochen passiert, ist rein zufällig.
Die Bildung von Dreierreihen aus Karten gleichen Werts, ist bedingt taktisch geprägt. Aber auch hier braucht es das Glück, dass entsprechende Karten halbwegs nebeneinander auftauchen; und dass dann entsprechende Verschiebeaktionen durchgeführt werden können, welche die Karten in die richtige Anordnung bringen.

Golfie hat klare, teils lustige Illustrationen und Piktogramme. Die Spielregeln sind schnell verstanden, das Spiel wird deshalb als Familienspiel angepriesen. Mit dieser Kategorisierung habe ich ein bisschen ein Problem: Für mich sind Familienspiele solche Spiele, in denen man miteinander spielt. Bei Golfie hingegen spielt man komplett nebeneinander, eine Interaktion gibt es nicht im Entferntesten. Erst am Ende finden sich alle zusammen und vergleichen ihr Ergebnis (und darum ist das Spiel auch problemlos solo spielbar).
Auf der anderen Seite steht der große Glücksanteil, was wohl Taktiker abschreckt. Somit sitzt das Spiel ein wenig zwischen den Stühlen.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • witzige Illustrationen

Minus

  • die Spielanleitung ist wiedersprüchlich
  • es gibt keinerlei Interaktion
  • es dominiert das Glück

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 8
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
Preis: 20,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: HUCH & friends
Autor: Jimmy Dorion
Grafiker: Mylène Villeneuve
Zubehör:

126 Schlagkarten
28 Aktionskarten
8 Spielerkarten
1 Wertungsblock
1 Spielanleitung

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