Aquaria

Mit einem leeren Glasbecken, ein paar Kieseln und der Vision einer schillernden Unterwasserwelt wirst du zum Aquarianer. Schaffst du es, Sauerstoffgehalt, Fütterung und die Bedürfnisse exotischer Fische so zu balancieren, dass am Ende das prachtvollste Ökosystem entsteht? Tauch ein, aber pass auf, dass dir nicht die Luft ausgeht!

Über vier Runden mit jeweils vier Spielzügen konkurrieren wir um das schönste Heimaquarium. Die Aktionsauswahl erfolgt über sechs Aktionsräder mit fünf verschiedenen Aktionen in verschiedenen Stärken und ist das Herzstück des Spiels. Wir kaufen Fische und setzen sie in unser eigenes Becken, füllen Sauerstoffvorräte auf oder sammeln Wissen in der Enzyklopädie. Besonders clever: Wechseln wir zu einem benachbarten Rad, winkt ein Bonus.

Ökosystem im Miniaturformat

Das Aquarium-Management will wohl bedacht sein, denn jeder Fisch hat diverse Bedürfnisse. Sauerstoff, die richtige Bepflanzung und am Rundenende füttern sind elementare Dinge, die erledigt werden müssen. Die acht Drehregler an unserem Spielerboard bestimmen Parameter wie Licht oder Temperatur. Wer sie passend zur Rundenfarbe dreht, kassiert wertvolle Boni und Punkte. Die eigenen Filter zur Wasserreinigung müssen stetig ausgebaut werden. Sobald der fünfte Schwamm sitzt, werden mächtige Bonuseffekte ausgelöst.

Aquaria spielt sich wie ein präzises Uhrwerk. Da man insgesamt nur 16 Züge hat, fühlt sich jede Entscheidung gewichtig an. Es gibt keinen Leerlauf, aber man steht unter einem konstanten, angenehmen Optimierungsdruck. Besonders belohnend ist das Puzzeln der Karten. Wenn man einen Fisch so platziert, dass drei Symbole gleichzeitig matchen und man dadurch sofort eine Gratis-Aktion auslöst, fühlt sich das extrem befriedigend an.

Bis zur dritten Runde werden die Regler meist dazu genutzt, um Algen als Nahrung, Sauerstoff oder Geld zu generieren. In der letzten Runde sollte man versuchen, so viele Regler wie möglich auf die aktuelle Rundenfarbe zu drehen. Jeder korrekt eingestellte Regler bringt in der Endabrechnung zwei Siegpunkte. Bei acht Reglern könnten das am Ende bis zu 16 Punkte werden, was oftmals der entscheidende Vorsprung ist. Dabei ist die Nutzung der Flora-Aktion in der letzten Runde fast schon Pflicht, weil damit gleich mehrere Regler gedreht werden dürfen.

Die Interaktion tritt allerdings eher in den Hintergrund. Man schnappt sich höchstens gegenseitig die besten Fische vom Markt weg oder konkurriert um Meilensteine. Es ist ein Spiel, bei dem man sich auf sein eigenes Aquarium konzentriert, während man die Konkurrenz nur aus dem Augenwinkel beobachtet.

Sobald der finale Zug gemacht wurde, erfolgt die Schlusswertung, bei der es noch Punkte für Fischkarten, das Vorankommen auf dem Wissenspfad und für die eigene Microflora gibt. Wer am Ende die meisten Punkte und somit das schönste Aquarium hat, gewinnt das Spiel.

 

Spieletester

Fazit

Aquaria ist ein echtes Highlight für alle, die Lust auf ein entspanntes, aber taktisch cleveres Spielerlebnis unter der Wasseroberfläche haben, quasi das Wellness-Wochenende unter den Brettspielen – nur ohne den Chlorgeruch und die nassen Handtücher. Doch aufgepasst, hinter der friedlichen Optik von Aquaria verbirgt sich ein knallhartes Optimierungspuzzle.

Trotzdem ist es ein ideales Spiel unter Freunden mit Wohlfühlgarantie, das auch Vielspieler als Absacker oder für eine Runde zwischendurch begeistert. Wer Puzzlemechaniken und ein thematisch dichtes, als auch mechanisch elegantes Spiel mag, kommt an diesem Unterwasser-Abenteuer kaum vorbei.

Das Spiel skaliert gut, fühlt sich aber zu zweit am strategischsten an. In Vollbesetzung verändert sich die Auslage bis zum nächsten eigenen Zug massiv, was die Planung erschwert und die Downtime spürbar verlängert, da die Kettenreaktionen beim Puzzeln der Mitspieler Zeit fressen. Besonders bei vier Spielern kann es hierbei zu "Analysis Paralysis" kommen, wenn jemand sehr lange über seinen Kettenzügen grübelt und erst damit beginnen kann, wenn er selber am Zug ist. 

Mir lag das englische Original von Delicious Games vor. Die deutsche Ausgabe ist bei Skellig Games erschienen. Das Spielmaterial ist komplett sprachneutral.

 

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • belohnende Kettenreaktionen
  • innovatives Aktionsrad
  • wunderschöne Gestaltung
  • großer Wiederspielwert
  • mit Solo-Modus

Minus

  • eher sanfte Interaktion
  • Glücksfaktor der Auslage

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 bis 120 Minuten
Preis: 54,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Delicious Games
Autor: Tomáš Holek
Zubehör:

1 Aktionsplan (5 Teile)

1 zweiseitiger Wissensplan

5 zweiseitige Bonusaktions-Tableaus

4 Aquarien (1 pro Farbe)

8 Startressourcen-Plättchen

10 Feuerfisch-Karten

4 zweiseitige Wertungsübersichten

30 Wissensplättchen

4 Rundenfarben-Plättchen

32 Aufkleber (für die Mikroflora-Anzeiger)

8 Punktemarker (je 2 pro Farbe)

5 Plastikniete

20 Filterschwämme (je 5 pro Farbe)

27 Filterbonus-Plättchen

8 Solo-Plättchen

24 Perlen

32 Mikroflora-Anzeiger

45 Futterdosen (je 15 in blau, grün und gelb)

20 Scheiben (je 5 pro Farbe)

4 Aktionswürfel (1 pro Farbe)

100 Aquariumkarten (je 25 in grün, gelb, rot und blau)

1 Anleitung

 

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