CATAN-connect

Ihr spielt Catan gerne mit vielen Personen? Und ihr mögt es nicht, wenn Spieler ewig grübeln? Dann ist Catan Connect vielleicht das Richtige für euch! Alle spielen gleichzeitig, es gibt eine fixe Maximalzeit pro Zug, und man kann es praktisch mit unendlich vielen Personen spielen.

Bedenken?

"Wie soll ich Catan mit unendlich vielen Spielern spielen? Da werden wir ja mit dem Handeln nicht fertig." Naja, man hat nur zu manchen Spielern Kontakt. Genau gesagt zu den Spielern an den Spielplänen direkt links und rechts neben mir, sowie zu meinem Gegenüber. Ja, richtig gehört: Es gibt Spielpläne, an denen sich zwei Spieler gegenüber sitzen. An dieser Stelle sei gleich gesagt: Es braucht immer zwei Personen pro Spielplan, womit die Spielerzahl bei Catan Connect immer eine gerade sein muss. Hat man eine Packung, kann man zu viert oder zu sechst spielen. Mit einer zweiten Packung können auch acht, zehn oder zwölf Personen teilnehmen, mit drei Packungen bis zu achtzehn... Der zum Zeitpunkt der Rezension bestehende Weltrekord liegt bei 1.170 Personen (siehe unser Bericht Catan knackt Weltrekord).
Zu viert wird der Spielplan behandelt, als würde das linke Ende direkt an das rechte Ende grenzen. Ab sechs Spielern werden die Randspielpläne eingesetzt. Zu sechst sind sie einfach nur Baugebiete (und alle Spieler handeln miteinander), ab acht Spielern sind die Randspielpläne ein Tauschplatz für Waren.

Spielregeln

Grundsätzlich gelten die Regeln des Basisspiels: Mit einem Würfelwurf erlangt man (hoffentlich) Rohstoffe (die man stets offen vor sich liegen hat), mit denen man in weiterer Folge handeln kann (mit Mitspielern, dem Markt oder Handelsposten) und natürlich bauen. Wie gehabt bauen wir Straßen, um an Kreuzungen (mit entsprechendem Abstand) Dörfer zu bauen, welche man wiederum zu Städten upgraden kann. Die guten, alten Entwicklungskarten gibt es natürlich auch noch.

Und wir spielen wieder bis 10 Siegpunkte? Nein! 18 Punkte braucht man, um Catan Connect zu gewinnen. Praktischerweise legt man schon mit zwei Dörfern und einer Stadt los, hat also bereits am Start vier Siegpunkte. Weitere Bauten bringen weitere Punkte, wobei man sich anfangs auf seiner Hälfte des Spielplans austobt. Ja, richtig gehört: Jeder Spielplan ist in zwei Teile aufgeteilt, jeder Spieler hat anfangs einen Teil für sich. In weiterer Folge will man aber auch zu den Nachbarn expandieren (sowohl zu dem auf dem Heim-Spielplan, als auch zu dem auf dem Spielplan nebenan), da dies auf jeder Seite zwei fixe Siegpunkte bringt. Ebenso zwei Siegpunkte, allerdings verlierbar, gibt es für längste Handelsstraßen und größte Rittermächte. Ja, das habe ich absichtlich im Plural geschrieben. Diese beiden Wertungen werden nämlich pro Spielplan ausgefochten.

Der Räuber

Ihr fragt euch sicher, was beim Würfeln einer Sieben passiert? Der Räuber kommt! Besser gesagt: Er ist immer da. Pro Spielplanhälfte gibt es nämlich einen Räuber, das heißt jeder Spieler hat einen von diesen dunklen Gesellen am Hals. Welches Feld er bei einer Sieben besetzt? Das bestimmt ein weiterer Würfelwurf.

Zeitdruck

Wie ganz oben angesprochen, spielen alle gleichzeitig und haben die Uhr im Nacken. Eine kleine Asymmetrie gibt es aber doch: Die Spielplanseiten sind abwechselnd als aktive Spieler am Zug, die anderen haben einen passiven Zug. Nur wenn man aktiver Spieler ist, darf man bauen und Entwicklungskarten kaufen bzw. einsetzen. Standardmäßig spielt man mit 30 bis 45 Sekunden pro Spielrunde.

Spieletester

Fazit

Kaum Wartezeiten? Beliebig viele Mitspieler? Verhältnismäßig geringe Spieldauer? Großartig!
Zeitdruck? Spielen auf dünnen Kartonspielplänen? Keine Möglichkeit, sich durch kluges Platzieren von Siedlungen oder Räuber einen Vorteil zu verschaffen? Verringerte Interaktion? Hm...
An Catan Connect scheiden sich die Geister. Ich persönlich finde es etwas schade, dass der Kampf um die besten Plätze in den Hintergrund gerückt wurde, beginnend schon bei der Wahl der Startorte. Überhaupt wurden viele destruktive/ negativ besetzte Elemente des Ur-Spiels entfernt, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Aber wenn die Reibungspunkte fehlen, ist das Weichwaschen einen Schritt zu weit gegangen. Versteht mich nicht falsch: Catan Connect ist kein schlechtes Spiel, aber für meinen Geschmack ist es so zu einfach und zu wenig interaktiv.

Mit dem Spielmaterial bin ich größtenteils zufrieden, inklusive der Spielanleitung. Plättchen statt Karten für die Rohstoffe zu haben, fühlte sich anfangs ungewohnt an, aber man gewöhnt sich daran. Was ebenfalls gut funktioniert, ist die Würfel- und Timer-App. Ich empfehle ab und zu auf Pause zu drücken, damit jeder seine Siegpunkte kontrolliert. Es passiert einem immer wieder, dass man Punkte nicht festhält. Da alle simultan spielen, verlässt man sich auf den angezeigten Wert bei den Mitspielern. Wenn dieser zu niedrig ist, wiegt man sich schlimmstenfalls zu Unrecht in Sicherheit.

Auf catan.de wird das Spiel übrigens als Nachfolger des Catan - Big Game - Event Kit bezeichnet. Dort gibt es aber aber, im Gegensatz zu Catan Connect, auch noch die Seefahrer. Die braucht man, um von der Heimatinsel, die man sich mit einem anderen Spieler teilt, zu den anderen Spielplänen/ Inseln zu kommen. Man hatte also am Heimatspielplan mehr Berührpunkte mit dem Gegenüber.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • geringe Spieldauer
  • fast keine Wartezeiten
  • kaum destruktive Elemente
  • gute Changengleichheit
  • auch für große Gruppen (man braucht aber mehrere Boxen)

Minus

  • einfache Spielpläne
  • geringe Variabilität
  • reduzierte Interaktion
  • der Schwierigkeitsgrad ist mir zu niedrig

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 4 bis 6
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 bis 40 Minuten
Preis: 50,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Kosmos
Genre: Strategie
Zubehör:

3 Spielpläne
2 Randspielpläne
30 Städte
30 Dörfer
108 Straßen
6 Räuberfiguren
24 Marker
150 Rohstoffplättchen
27 Entwicklungskarten
1 Spielanleitung

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