Calupum

Beschützt eure Schafe vor den listigen Wölfen. Seid selber schlau und nutzt Hecken und andere Schafe im Winter. Und im Sommer, wenn auf den Hügeln und Weiden noch mehr los ist, helfen zusätzlich die Schäferin und ihr Bobtail dabei.

Bemerkenswertes Spielmaterial

Wer sich beim Anheben der fast drei Kilogramm schweren Spieleschachtel keine Bruch gehoben hat, der wird beim Öffnen das eine oder andere Ahh und Ohh von sich geben. Sauber aufgeteilte kleine Abteile mit extra Deckel, magnetisches Spielmaterial und vier echt schwere Spielplanteile, die ebenfalls einen magnetischen Kern haben, sind schon sehr außergewöhnlich für ein kindlich angehauchtes Schafe-Versteckspiel, das es in sich hat. Und im Kern ist es gar nicht so kindlich-verspielt, denn wir haben es hier mit einem taktisch anspruchsvollen Familienspiel zu tun.

Als Einstieg spielen wir zunächst die Version auf dem verschneiten Winterplan. Zum Kennerlernen ideal und auch für eine einfache schnelle Runde für zwischendurch super geeignet. Hierbei lernen wir die grundlegenden Regeln des Schafe- und Wölfebewegens. Jeder spielt verdeckt eine Karte, auf dem die Bewegung sowohl eines eigenen Schafes, als auch der beiden Wölfe angegeben ist. Während die Schritte eines eigenen Schafes zwingend sind, wird die Bewegungsweite der Wölfe erst durch den höchsten Wert aller in der laufenden Runde gespielten Karten bestimmt.

Wenn alle eines ihrer Schafe bewegt haben, kommen beide Wölfe dran und blicken von ihrer neuen Position die Reihe entlang. Erblicken sie ein Schaf, verliert es einen Lebenspunkt. Also versucht jeder, seine eigenen Tiere hinter Hecken oder anderen Artgenossen zu verstecken, denn der böse Wolf sieht immer nur das erste Schaf - oder keines.

Insgesamt werden immer zwölf Runden gespielt, gekennzeichnet durch die zwölf Hecken, die einzeln nach jeder Runde verschwinden. Wer am Ende noch die meisten Lebenspunkte mit seiner Herde nachweisen kann, gewinnt.

Im Sommer ist deutlich mehr los

Auf der Sommerweide sind die vier grünen Weiden ebenfalls mit zwölf Hecken bestückt, zusätzlich spielen die Schäferin und ihr agiler Bobtail als ausgebildeter Hütehund mit. Weil es jetzt auch noch Zielkarten gibt, sind auf dem ganzen Plan verschiedene Objekte verteilt sowie ein unterirdischer Geheimgang, der quasi zwei Felder direkt miteinander verbindet. Zusätzlich stehen auch noch Hundekarten zur Verfügung, die diverse Aufgaben und Boni bieten.

Schäferin und Bobtail werden mit den Schafkarten bewegt, so dass man immer die Wahl hat, entweder einen der beiden oder ein eigenes Schaf zu bewegen. Zusätzlich kann man mit der Schäferin gezielt Lebenspunkte eines Schafes erhöhen, wenn beide auf dem selben Feld landen.

Am Ende einer Runde werden die Zielkarten geprüft. Wer auf beiden Objekten jeweils ein eigenes Schaf stehen hat, hat das Ziel erfüllt und bekommt die entsprechende Karte. Diese ist bei Spielende zwei Punkte wert und wird auf die verbliebenen Lebenspunkte der eigenen Schafe addiert.

 

Spieletester

Fazit

Calupum begeistert in erster Linie durch sein mehr als bemerkenswertes und wertiges Material. Da mutet das eigentliche Spielziel schon fast trivial an: Wir versuchen unsere Schafe vor den gierigen Blicken der beiden um den Spielplan lauernden Wölfe zu schützen.

Auf dem Winterplan verlaufen Partien eher ruhig, was vor allem mit jüngeren Familienmitgliedern gut zu händeln ist. Hier muss nicht so viel bedacht werden, blockierte Sichtlinien sind einfacher zu erreichen. Im Sommer wird Calupum schon deutlich anspruchsvoller und es geht taktischer zu. Neben den Bewegungen der eigenen Schafe und gierigen Wölfe unterstützen Schäferin und ihr Hütehund, müssen aber auch in die eigenen Überlegungen passend einfließen. Das Ganze ist dann nicht mehr so einfach miteinander zu verbinden, Überlegungen des nächsten Zuges können die Downtime deutlich erhöhen.

Der Glücksfaktor durch die verdeckte Ablage der Schafkarten, mit denen nach dem Aufdecken auch die Laufweite der beiden Wölfe bestimmt wird, ist in sowohl im Winter als Sommer nicht zu unterschätzen und macht das Spiel auch ein bißchen unberechenbar. Wer eine 0 ablegt und darauf hofft, dass die Wölfe stehen bleiben, erlebt oftmals eine Enttäuschung, wenn einer der anderen Spieler eine 2 oder 3 ausspielt und die eigenen Schafe doch in Gefahr geraten.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • sehr hochwertiges Material
  • zwei Spielmodi
  • Magnete halten alles dort wo es hin soll
  • taktisch anspruchsvoll

Minus

  • doch nicht so planbar wie zuerst gedacht

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 45,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Boardgame Box
Autor: Adrian Dinu
Grafiker: Sonja Müller
Genre: Taktik
Zubehör:

4 doppelseitig (Sommer/Winter) bedruckte Spielbretter (magnetisch)

24 Schafe aus Holz in 4 Spielerfarben

24 Hecken aus Holz (magnetisch)

1 Holzfigur Bobtail, der Schäferhund (magnetisch)

1 Holzfigur Schäferin (magnetisch)

1 Startspieler Holzfigur First Johnny

2 Holzfiguren Wölfe

12 Objekte + Tunnel aus Holz (magnetisch)

23 Zielkarten

46 Hunde- und Schafkarten

2 Spielanleitungen (Winter/Sommer) DE & EN

 

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