Polaris

Polaris ist ein anderer Name für den Nordstern. Alle anderen Sterne bewegen sich scheinbar um ihn herum. Dabei ist jeder Stern einem Sternbild zugeordnet, die hellsten sind als mehr oder weniger abstrakte Strichfiguren verbunden.

Der Spielplan

Zentraler Punkt des Spielplans ist Polaris höchstpersönlich. Um ihn herum sind fünf Segmente angeordnet, die es am wahren Himmel so nicht gibt. In Summe ergeben die Segmente vier konzentrische Kreise um Polaris herum. Noch scheint nur das Licht von Polaris, der Rest unseres Weltall-Spielplans ist finster. Aber es gibt eine ganze Menge von Vertiefungen am Spielplan, in denen Sterne zu leuchten beginnen können.

Ist es wirklich überall finster? Nein, denn da ist ja noch die Spielplanumrandung. Sie Zeigt Mondphasen von Neumond, über Sichelmond und Halbmond bis Vollmond und wieder retour. Aus astronomischer Sicht macht das wenig Sinn, aber für das Spiel ist es ein wichtiger Indikator, welche Karte wo abgelegt werden kann.

Der Spielablauf

Ein gewisser Fokus liegt stehts auf dem Bereich, der gerade Neumond zeigt. Dort liegt nämlich die aktuelle Zielkarte. Sie verspricht Punkte für jene, die die Vorgabe möglichst gut erfüllen (oder Minuspunkte, wenn man ganz mies ist). Zum Beispiel kann ein Ziel sein, viele Sterne am innersten Ring zu haben, oder auf den Grenzen zwischen den Sektoren.

Aber wie kommen meine Sterne, von denen jeder Spieler 35 hat, auf den Spielplan? Ganz einfach: Über die Aktionskarten. Von denen hat man eine kleine Starthand und im weiteren Verlauf des Spiels kann man weitere bekommen. Möchte ich eine der wirkungsvolleren Spezialaktionskarten nehmen, muss ich das mit einer Sternschnuppe bezahlen. Auch Sternschnuppen bekomme ich im Lauf des Spiels. Sowohl für das Nehmen einer Aktionskarte als auch für das Nehmen von Sternschnuppen muss ich einen Spielzug aufwenden. Das bringt mich nur bedingt weiter, denn am liebsten würde ich immer Aktionskarten ausspielen.

Die Aktionskarten

Jede Aktionskarte zeigt einen (selten zwei oder mehr) Sektoren an, in denen ich die aufgedruckten Dinge legen darf. Diese Dinge sind Sterne, sowie waagrechte und/oder senkrechte Verbindungslinien. Gewisse Felder bringen einen Bonus oder Malus (ich bekomme oder zahle eine Sternschnuppe), auch manche Karten bringen von sich aus eine Sternschnuppe.

Im Prinzip darf ich beliebig viele meiner Handkarten in einem Zug ausspielen. Jedoch gibt es eine wichtige Einschränkung: Alle Karten müssen denselben Sektor zeigen!
Wäre doch gelacht, wenn es hier kein Schlupfloch gäbe: Für die Abgabe von zwei Sternschnuppen, darf ich den Sektoraufdruck einer Karte ignorieren.

Eine wichtige Sache habe ich nicht erwähnt: Viele Karten tragen ein Dämmerungssymbol. Ist eine gewisse Anzahl von Dämmerungssymbolen ausgespielt worden, endet eine Runde und die Zielkarte wird gewertet. Dabei gibt es Boni für den, der das Rundenende eingeläutet hat und für denjenigen, der das Ziel am besten erfüllt. Anschließend wird die Spielfeldumrandung um einen Sektor weitergedreht. Eine Besonderheit des Spiels ist, dass jede Zielkarte ab sofort einen Platz auf der Ablageleiste blockiert. So werden es von Runde zu Runde weniger Dämmerungssymbole, die das Rundenende bewirken.

Abschließende Wertung

Sind alle fünf Zielkarten gewertet, gibt es Punkte für die eigenen Sternbilder sowie die persönliche Zielkarte, die einem am Spielbeginn zugelost wurde. Beide haben mit meinen gelegten Sternen und Verbindungslinien zu tun. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sterne ein Sternbild (also eine verbundene Gruppe) umfasst, desto mehr Punkte gibt es. Allerdings hat dies eine Deckelung. Auf der anderen Seite gibt es Minuspunkte, wenn einer meiner Sterne gar keinen gleichfarbigen Partner hat.

Während des Spiels habe ich hoffentlich viele Sterne und Verbindungen so gelegt, dass sie die Anordnung auf meiner persönlichen Zielkarte repräsentieren. Je öfter mir das gelingt, desto mehr Punkte bekomme ich. Wer nun in der Addition die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

 

Spieletester

20.02.2026

Fazit

Polaris hat ein paar kleine Mängel in der Ausstattung: Zum einen sind die persönliche Zielkarten verwirrend. Warum sind hier drei Ringe gezeigt, wenn das Spielfeld vier Ringe hat, und die Formen meist nur zwei Ringe belegen? Zum anderen hat der Kranz mit den Mondphasen sehr viel Spalt  zum Spielfeld, was nicht sehr wertig aussieht.
Dem gegenüber stehen zum Beispiel Karten mit Silberrand, oder die matten Stern-Spielsteine, die vermutlich aus Glas sind.

Anfangs geht das Spiel flott vorwärts. Dieser Eindruck wechselt aber spätestens zur Mitte des Spiels und wird gegen Ende ganz arg: Man hat viele Möglichkeiten, aber mit welchen kann man noch Punkte scheffeln? Leidenschaftliche Grübler finden hier ihre Erfüllung, während sie den Mitspielern den Nerv rauben.

Eigentlich hat das Spiel eine gute Idee. Was mich aber persönlich am meisten gestört hat: Speziell gegen Spielende hat man manchmal nur einen einzigen Spielzug von einer Wertung zur nächsten. Je mehr Spieler teilnehmen, desto wahrscheinlich ist dies. Was will ich schon groß in einem Zug ausrichten? Es gilt also, schon während des Spiels auch auf die späten Wertungen hin zu arbeiten. Was die Wertungskriterien sein werden, weiß man ja schon vom Beginn an.

 

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • interessantes Wertungstiming durch Einbeziehung vorheriger Rundenkarten

Minus

  • gegen Ende kann man an seiner Situation nur noch wenig ändern, speziell wenn viele Spieler teilnehmen
  • mit Fortdauer des Spiels gibt es immer mehr Möglichkeiten, wodurch das Spiel langsamer wird
  • kleinere Mängel in der Spielausstattung

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 bis 50 Minuten
Preis: 35,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Grafiker: Luna Vargas
Zubehör:

1 Spielplanmittelteil
5 Spielplansegmente
5 Umrandungssegmente
1 Wertungs- und Ablageleiste
1 Teleskopplättchen
140 Stern-Steine
40 einfache Aktionskarten
24 Spezialaktionskarten
80 Sternverbindungsplättchen
40 Sternschnuppenplättchen
4 Siegpunktplättchen
4 Siegpunktmarker
15 allgemeine Zielkarten
10 persönliche Zielkarten
4 Übersichtsblätter
1 Spielanleitung

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