Wir versenken die Hände im „Schlamm“, tasten nach schwarzen Aalen und hoffen, dass nicht zu viele rote Schlangen mitkommen. Wer das Timing beim Greifen, Aufdecken und Aussteigen beherrscht, sammelt schnell Punkte – und verliert in einem Schlag die ganze Ausbeute, wenn er daneben greift.
Wie läuft das Spiel?
Reihum greifen wir mit einer Hand in den Beutel und ziehen null bis vier „Tiere“ (zu zweit null bis sechs), ohne hinzusehen. Wir behalten die Beute in der Faust, bis alle gezogen haben, dann öffnen wir gleichzeitig. Liegt die Gesamtzahl roter Schlangen am Tisch unter der spielerzahlspezifischen Schwelle, legen alle ihre Schlangen in die Mitte und sichern alle Aale als Punkte. Überschreiten wir als Gruppe die Schwelle, kommt es zum Schlangenausbruch: Die Person mit den meisten Tieren in der Hand verliert alle Aale dieser Runde, alle anderen kassieren Punkte entsprechend der Anzahl ihrer Aale.
Anschließend wandern alle Tiere zurück in den Beutel und werden durchgemischt. So geht es Runde für Runde, bis jemand mindestens zwanzig Punkte erreicht.
Spannung, Tempo, Tischgefühl
Der Kniff sitzt im Gruppenschwellenwert für Schlangen. Wir spüren den Nervenkitzel beim gleichzeitigen Öffnen, planen über die Runden mit und dosieren unser Risiko: wenige Tiere, um nicht die meisten zu haben und alles zu verlieren? Oder doch noch einmal „groß“ greifen und hoffen, dass nicht zu viele Schlangen kommen oder die anderen mehr Steine halten? Zu zweit spielt sich Aalles oder Nichtsss taktischer, in großen Runden ist es einen Zacken glücksabhängiger.
Die Regeln passen auf ein Blatt, der Ablauf flutscht ab der ersten Partie, und die Mischung aus Glück, Bluff und Gier trägt auch mehrere Runden am Stück.
Spieletester
Fazit
Aalles oder Nichtsss macht uns richtig viel Spaß. Die Regeln sind super einfach und schnell erklärt, es gibt quasi keine Wartezeiten, und bei jedem Öffnen der Faust folgen erneut Spannung, Frust- und Erfolgsmomente. Das Gefühl, wenn man viel riskiert, vier Tiere nimmt, obwohl wir schon kurz vor dem Schlangenausbruch stehen, und es dann auch noch funktioniert, ist grandios. Auf der anderen Skala verwünschen wir den Zufall, wenn fast nur Schlangen gezogen werden.
Explizit lobenswert ist das clevere Design. Quasi sämtliche Kurzregeln stehen auf dem Beutel, den wir sowieso in jeder Runde in der Hand haben – Schwelle für den Schlangenausbruch, wie viele Schlangen im Spiel sind, mit wie vielen Punkten gewonnen wird. So müssen wir selbst in der ersten Partie kaum noch Regeln nachlesen. Klasse mitgedacht!
Plus
- quasi keine Downtimes
- gutes Push-your-Luck-Gefühl
- gut durchdachtes Spielmaterial
- Mitspieler "lesen" zu können bringt Vorteile
Minus
- mit zu viel Pech etwas frustrierend
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Details
1 Beutel
51 Holz-Aale
17 Holz-Schlangen
32 Punkte-Chips
1 Spielanleitung
Statistik
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