Wespen, Raupen, Käfer, Heuschrecken, Fliegen und Spinnen, sie alle fristen ihr Dasein als Gefangene tief unten im Verlies. Bewacht werden sie ausgerechnet von Wesen, die harmlos wirken. Flauschige Vögel, verspielte Kätzchen und treu dreinblickende Hunde. Doch der Schein trügt, denn genau diese putzigen Kreaturen entpuppen sich als die wahren Bösewichte.
Unsere sechs-, acht- und noch mehrbeinigen Freunde haben daher einen ebenso mutigen wie pragmatischen Plan geschmiedet. Bewaffnet euch, übersteht die vier Dungeon-Level, kämpft euch bis aufs Dach vor und entkommt in die Freiheit. Ach ja! Eine Kleinigkeit noch. Versucht dabei bitte nicht zu sterben und sammelt unterwegs möglichst viele Siegpunkte. Schließlich soll sich der Ausbruch auch lohnen.
Der Fluchtplan im Detail
Ausrüstung beschaffen
Wie überaus praktisch, dass sich mitten im Verlies ein Händler niedergelassen hat. Hier können sich die Gefangenen mit allem ausstatten, was für eine gelungene Flucht nötig ist. Rüstungen, Waffen, Pfeile, Lebenspunkte, Tränke und allerlei andere nützliche Hilfsmittel. Wer hier klug investiert, erhöht seine Überlebenschancen erheblich.
Erkunden
Nun beginnt der eigentliche Ausbruch. Alle Insekten/Spinnen müssen den Dungeon von links nach rechts durchqueren, bis sie sich am Ende des Stockwerks wieder an den Stufen treffen, um gemeinsam in die nächste Ebene vorzustoßen. Ein Zurück gibt es nicht.
In ihrem Zug können sich die Spieler fortbewegen, dabei Karten überspringen oder eine Aktion ausführen. Dazu zählt unter anderem der Kampf gegen die Wachen. Diese lassen sich entweder im Nahkampf mit Schwert oder aus sicherer Entfernung mit Pfeil und Bogen angreifen. Dazu werden die Angriffswürfel geworfen und die Schadenssymbole der ausgerüsteten Waffen addiert. Die Symbole zeigen, wie erfolgreich der Angriff war und ob die Wache besiegt werden konnte.
Doch Vorsicht! Im Nahkampf besteht immer die Gefahr, selbst verletzt zu werden. Der Fernkampf ist sicherer vorausgesetzt, man verfügt über genügend Pfeile. Wer eine Wache bezwingt, wird mit Gold, Siegespunkten und oft auch mit hilfreichen Gegenständen für kommende Herausforderungen belohnt. Allerdings ist gutes Timing entscheidend. Wird eine Wache nur schwer verwundet, lauert vielleicht schon ein anderer Abenteurer auf den entscheidenden Schlag, um sich die Belohnung zu sichern. Neben Kämpfen warten auch Quests und Aufgaben, die große Gewinne versprechen, aber ebenso schmerzhafte Verluste mit sich bringen können.
Warten an den Stufen
Am Ende jedes Stockwerks treffen sich alle Helden wieder an den Stufen. Wer besonders schnell war und dort auf trödelnde Mitstreiter warten muss, wird dafür belohnt. Etwa mit Leben, Gold, Pfeilen oder zusätzlichen Siegespunkten.
Gelegentlich kommt es auch unter den Helden zu Raufereien. Diese werden direkt an den Stufen in einem kurzen Kampf ausgetragen. Ohne bleibende Verletzungen, dafür mit einem selbstzufriedenen Lächeln und Belohnungen bei den Siegern, geht es anschließend gemeinsam weiter ins nächste Level.
Ausblick auf das nächste Level
Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Stockwerks wird die Stufenkarte umgedreht und neben dem Spielplan platziert. So entsteht nach und nach der finale Fluchtplan. Gleichzeitig wird das nächste Level mit neuen Wachen und Quests aufgebaut, die frische Herausforderungen bereithalten.
Die finale Flucht
Haben die Helden alle vier Dungeon-Level überwunden, erreichen sie schließlich das Dach, der letzte Schritt in die Freiheit. Über die vergangenen Runden hinweg hat sich neben dem Spielplan der finale Fluchtplan zusammengesetzt. Nun treten die Helden einzeln an und versuchen, diesen möglichst erfolgreich umzusetzen.
Dabei müssen hart erkämpfte Ressourcen geopfert, letzte Kämpfe bestritten und das eigene Glück aufs Spiel gesetzt werden. Wer die Flucht meistert, darf sich über bis zu zehn zusätzliche Siegespunkte freuen.
Am Ende gelingt allen unseren krabbelnden und fliegenden Freunden die Flucht in den schützenden Wald. Dort wird noch einmal abgerechnet. Das Insekt oder die Spinne mit den meisten Siegespunkten kehrt nicht nur als freies Wesen, sondern auch als glorreicher Sieger nach Hause zurück.
Spieletester
Fazit
Bug Run ist ein zugänglicher und kurzweiliger Dungeon-Crawler, der vor allem von der Interaktion zwischen den Spielern lebt. Das ständige Wechselspiel aus gemeinsamem Kämpfen und gleichzeitigem Konkurrenzkampf um Siegpunkte sorgt immer wieder für spannende, überraschende und oft auch sehr witzige Momente.
Die Regeln sind grundsätzlich gut und verständlich erklärt, fallen jedoch recht umfangreich aus. Als Unterstüzung stellt der Verlag auch ein Erklärvideo zur Verfügung. Gerade in den ersten Partien kann es jedoch vorkommen, dass man zwischendurch noch einmal im Regelwerk nachschlagen muss.
Spielerisch bleibt Bug Run eher einfach. Die Mechaniken sind nicht besonders tief, und auch ein spürbarer Ressourcenmangel stellt sich nur selten ein. Genau dadurch bleibt das Spieltempo jedoch angenehm hoch, was Bug Run besonders gut für gemischte Spielrunden und Familien geeignet macht. Insgesamt ist es ein unterhaltsames Spiel für alle, die keine hochkomplexe Strategie erwarten, sondern Freude an etwas Chaos, kleinen Gemeinheiten und einem lockeren Wettlauf um den Sieg haben – weniger allerdings für Spieler, die eine tiefgehende oder stark thematische Dungeon-Erfahrung suchen.
Plus
- schönes Artwork und Schachtelinlays
- flüssiges und spaßiges Spielgefühl
- toller Familienspaß
- Erklärvideo
Minus
- Regelumfang zu Beginn
- begrenzte strategische Tiefe
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Details
1 Spieleanleitung
1 Spielbrett
6 Helden-Sets bestehend aus
2 Würfel
1 Heldentoken
1 Schriftrolle
3 Marker
40 Monsterkarten
24 Erkundungskarten
9 Levelkarten
10 Treppenkarten
76 Siegespunkttoken
11 Holztoken
6 Wendemarker
44 Wundtoken
12 Schloss- / Besiegtmarker
32 Bazaarkarten
16 Basic-Equipementkarten
32 Lootkarten
Statistik
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