Der Flatiron ist ein hässlicher Gnom. Er haust im Untergrund von New York City. Seine Lieblingsgegend ist Manhattan. Dort macht der Flatiron das FLAT IRON, das berühmteste Hochhaus von Manhattan, unsicher.
Es gibt gute Einleitungen (kann man bei Udo Bartsch nachlesen), über die Qualität der obigen lässt sich streiten. Aber sorry, Flatiron klingt für mich nach einem furzenden Monster, einer Kombination des Bösen aus Herr der Ringe und Harry Potter. Es ist jedoch ein legendäres Hochhaus in New York, das seinen Spitznamen seiner coolen - eigentlich heißen - Form wegen bekommen hat. Flat Iron steht nämlich für altmodisches Bügeleisen.
Wir bauen das Flatiron
Gemeinsam.
Zwei Bauherren braucht ein Gebäude wie dieses schon. Gegenseitige Unterstützung steht jedoch nicht in der Jobdescription, vielmehr geht es um Ausnutzen von Vorlagen und die Überwachung des anderen. Die Züge am Anfang der Bautätigkeit sind geprägt vom Erwerb von Straßenkarten. Es gibt sie für die 22nd STREET, 23rd STREET, 5th AVENUE und den BROADWAY. Das sind auch die vier Einsatzplätze für unsere Spielfigur.
In jedem Zug muss ein neuer Platz eingenommen werden. An Ort und Stelle kauft man, sofern man liquid ist, die oberste, offen liegende Karte vom dortigen Stapel - es befinden sich Karten jeder Straße darinnen - und deponiert sie in entsprechender Straße oberhalb oder unterhalb des eigenen Firmenplans. Die Straßenkarten bieten stets zwei Optionen, nur eine davon kann im weiteren Spielverlauf genutzt werden, die zweite Option verschwindet unter dem Firmenplan.
Die zweite Option ist der Zugriff auf zwei Dollar, die dritte und mächtigste ist die Aktivierung der Straße, an der man steht. Dabei werden die Aktionen der Straße am eigenen Firmenplan von oben nach unten abgewickelt. Karten, die oben unter den Plan geschoben werden, kommen dabei zuerst an die Reihe, danach die fixen Aktionen des Firmenplans und danach jene der unten eingeschobenen Karten. Die Aktionen bringen Geld, erlauben den Kauf oder Verkauf von Säulen, gestatten den Bau von einer oder zwei Säulen oder einer Etage.
Alles ist kostenpflchtig, bringt aber auch Punkte. Und liefert eventuell Vorlagen für den zweiten Baumeister.
Fünf Plätze - Fünf Schätze
Meine Spielfigur muss wandern. Sie darf nicht auf der Stelle treten und nicht zur gegnerischen Spielfigur gezogen werden. Damit bleiben nicht mehr fünf sondern nur mehr drei Plätze. Neben den vier Straßen gibt es nämlich auch noch die City-Hall, dort gibt es wiederum zwei Dollar, eine von sechs ausliegenden käuflichen City-Hall-Karten oder man nutzt die Option der dort ausliegenden Zeitung. Zeitung lesen ist als Option relativ schwach und zwei Dollar sind halt nur zwei Dollar, manchmal aber wichtig. City-Hall-Karten wiederum verstopfen die vier Straßen des Firmenplans und entfalten ihre Wirkung erst bei der Schlusswertung.
Was mit "verstopfen" gemeint ist? In jeder Firmenplanstraße finden nur drei Karten Platz. Oben oder unten. Maximal eine darf aus der City-Hall stammen. Produktiv sind diese nicht. Daher Verstopfung. Weil fünf auf nur drei freie Plätze schrumpfen, muss entweder gut geplant oder gut gejammert werden. Beides ist zulässig.
Ein bisschen Frust kann an dieser Stelle schon aufkommen und das Gefühl, gespielt zu werden, drängt sich ins Spielerbewusstsein. Vorallem dann, wenn nur Straßenkarten verfügbar sind, die ich nicht kaufen will oder nicht kaufen darf weil der Slot voll ist.
Man achte auf das Kleingedruckte
Auf den Karten sind oben und unten kleine Daumen-hoch oder Daumen-runter-Symbole zu finden (wenn man genau schaut). Jede Firmenstraße sollte bei Spielende im Plus sein, das wird mit fünf Pluspunkten belohnt. Zu viele rote Daumen und damit ein ein negativer like-Gesamtwert bringt drei Minuspunkte. Die ausgeglichene Daumenbilanz ändert nichts.
Die meisten City-Hall-Karten liefern nur dislikes. Auf ausgeglichene beziehungsweise leicht positive like-Bilanz sollte schon während des Spiels geachtet werden. Korrekturmaßnahmen sind möglich, einzelne likes sind verfügbar, aber fast nur über Bonus-Belohnungen beim Säulenbau zu bekommen. Falls der andere Baumeister nicht schneller ist.
Vier Etagen und das Dach
Insgesamt sind vier Etagen, jeweils gestützt von drei verschieden farbigen Säulen, und das Dach darauf zu bauen. Mit dem Dach endet das Spiel sofort am Ende des Spielzugs. Zu den während des Spiels erworbenen Punkten gesellen sich noch jene durch die City-Hall-Karten. Man muss aber wirklich genau abwägen, ob der Nutzen dieser Karten die Kosten übersteigt. Schließlich holt man sich dislikes in die Firma, die wieder ausgelichen werden sollten. Ein paar Kleinigkeiten habe ich nicht besonders erwähnt (der Zeitungsjunge auf der Wertungsleiste, die Spezial-Fähigkeit jeder Etage) und es gibt noch ein paar weitere zu entdecken.
SOLO auf der Baustelle
Alleine ist man auch solo nicht, man spielt gegen Daniel Burnham und führt die Züge des wirklichen Architekten des Flatiorns mit den neun Daniel-Zugkarten aus. Für Daniel ist alles kostenlos, ich spiele genau wie bisher zu Zweit und vergleiche mich am Ende mit Daniel. Er bekommt auch Punkte für seine Bautätigkeiten und am Ende addiert man zu seinem score die Preise aller Straßenkarten, die er im Lauf des Spiels bekommen hat. SOLO ist administrativ etwas aufwändig, macht aber wirklich Spaß und es ist nicht so einfach, Daniel zu besiegen.
Spieletester
Fazit
Die Spiele von dem Autorenduo Sheila und Israel haben Tiefgang, das ist bei FLATIRON nicht anders.
Es kommt viel auf den richtigen Zeitpunkt an.
Wann ziehe ich zu welcher Straße?
Welche Karte kaufe ich und lege ich sie oberhalb oder unterhalb in meine Firma?
Muss ich den Gegenspieler am BROADWAY blockieren?
Grundsätzlich ist der Spielzug einfach. Man muss aber sehr aufmerksam sein und darf sich nicht verwirren lassen, dass etwa am blauen BROADWAY eine gelbe 23rd STREET - Karte angeboten wird. Kauft man sie, wird sie in den Slot der 23rd STREET gelegt und nicht zum BROADWAY. Dieser Mechanismus und auch die Option, Karten oben oder unten an den Firmenplan zu legen, ist nichts für Gelegenheitsspieler. Oben gelegt kommt die Option bei der Nutzung der Straßenaktion früher dran. Das ist früh planerisch zu beachten, dann bekommt man vier nette, kleine Maschinen, die relativ gut geschmiert laufen können.
Das Spiel und die Maschinen laufen langsam an, beides nimmt Fahrt bald auf und alles kann schnell vorbei sein. Ich mag die Ideen im Spiel und ich mag auch das fertige Bügeleisen. Ich kann aber auch verstehen was meine Frau daran nicht mag (siehe Minus-Kasten).
Plus
- sehr gelungene Gestaltung
- ein spannendes Thema, jeder liebt bügeln :-)
- gutes Material und gute Regel
- ein hartes Duell
- gut spielbarer SOLO-Modus
- sehr moderater Preis
Minus
- phasenweise sind nur Alibizüge möglich
- unnötig aufgeblasen (Zeitungsjunge)
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Details
1 Wertungsplan
32 Straßenkarten
10 City-Hall-Karten
1 City-Hall-Plan
15 Etagen
1 Dach
9 Daniel-Zugkarten
4 doppelseitige Firmenpläne
1 Manhattan-Plan
26 Dollarmünzen
4 Rufplättchen
28 Säulen
14 Zeitungsplättchen
1 Zeitungsjunge
2 Spielfiguren
2 Wertungsmarker
Spielanleitung
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