Biathlon Blast

Biathlon hat vermutlich jeder schon mal gesehen: Menschen gehen, mit einem Gewehr auf dem Rücken, langlaufen. Zwischendurch müssen sie Schießübungen machen, bei denen Fehler empfindlich bestraft werden. Probier diesen Sport selbst spielerisch aus!

Spielaufbau

Bevor es losgeht, müssen einige Entscheidungen getroffen werden:
Auf welcher Spielplanseite wollen wir spielen?
Nehmen wir die lange oder kurze Strecke?
Welche Spielerfarbe möchte ich haben?
Welche Nation möchte ich verkörpern?
All diese Entscheidungen führen zu einem variablen Spielaufbau, der Abwechslung für sehr viele Partien garantiert.

Wir nehmen also die Tafel unserer Spielerfarbe und bestücken sie mit Patronen und Skiwachs. Hinzu kommt die Anzeige für Zielgenauigkeit meines Athleten und ein Anzeiger für den aktuellen Puls. Weiters haben wir ein kleines Kartenpack und einen Aufsteller, den wir in Skier unserer Spielerfarbe stecken. Die Sportler stellen sich hinter der Startlinie auf.
Am Spielplan stecken wir noch schnell die Umrandung des Schießplatzes ein, würfeln die fünf Schießwürfel, legen den Windanzeiger daneben und decken zwei neutrale Karten auf.

Auf die Plätze, fertig, los!

Am Beginn der Runde wählt jeder Spieler geheim eine seiner Handkarten aus. Dies bestimmt unsere Bewegungsoptionen in unserem nächsten Spielzug. Aber wer kommt zuerst dran? Das wird durch den Initiativwert auf der gewählten Karte bestimmt. In manchen Fällen ist er fix, in anderen Fällen abhängig vom gleichfarbigen Schusswürfel. Gleichstände werden durch eine fixe Spielerfarbpriorität aufgelöst.

Die Rennstrecke besteht aus Feldern, die in ebenes Gelände, Bergauf- und Bergabpassagen unterteilt sind. Wie weit ich komme, hängt also von meiner gewählten Karte ab. Sie zeigt, wie viele Schritte ich in schwierigem, mittlerem und leichtem Gelände machen darf. Natürlich darf ich "höherwertige" Schritte auch für "einfacheres" Gelände verwenden. Mit meiner Anstrengung verknüpft ist, dass sich mein Pulsschlag ändert (meist steigt er). Vereinzelte Karten geben mir zudem das Recht, die Windrichtung zu ändern. Durch den Einsatz von Skiwachs kann ich, abhängig von meiner Spielerfarbe, zusätzliche Schritte in einer der Geländeformen machen, den Puls senken oder den Wind verändern. Weitere Modifikatoren der Zugweite und Pulsänderung warten in Form von Betreuern entlang der Strecke, der aktuellen Windrichtung und Windschattenfahrten. An dieser Stelle sei gleich gewarnt: Wer sich überanstrengt und den Puls über die zulässige Grenze schnellen lässt, ist raus aus dem Spiel. Speziell auf den langen Strecken darf man diese Gefahr nicht unterschätzen.

Schon wieder eine Entscheidung zu treffen

Halt, was ist das? Meine Karte zeigt zwei Sets von Schritten an! Ja, genau: Da gibt es eine Standard-Aktion und eine Power-Aktion. Die Power-Aktion erlaubt mehr und/oder höherwertige Schritte, eine andere Pulsänderung und vielleicht eine Windbeeinflussung.
Da die Power-Aktion höherwertig ist (zumindest in manchem Bereichen, andere Bereiche können durchaus nachteiliger für mich sein), werde ich doch immer diese verwenden. Oder? Schön wäre es, aber so funktioniert das nicht: Mit meinem Start-Kartensatz muss ich bis zum Spielende haushalten. Ich bekomme immer nur dann eine von den neutralen Karten dazu, wenn ich über die Start-Ziel-Linie gehe; also dreimal im Spiel. Eine genutzte Power-Aktion führt aber zum Verlust der gewählten Karte. Begnüge ich mich hingegen mit der Standardaktion, bekomme ich die gewählte Karte später wieder auf die Hand zurück. Das ist übrigens immer der Fall, wenn ich meine Handkarten aufgebraucht habe. Ich kann mir die Rücknahme aber auch durch das Bezahlen einer Patrone frühzeitig erkaufen.

Peng! Peng!

Nach knapp einer Runde haben wir den Schießplatz erreicht. Man nimmt Aufstellung und... Tja, man muss sich mal wieder entscheiden: Möchte ich diese Runde verschnaufen? Dann lege ich eine Karte wirkungslos ab und senke meinen Puls. Möchte ich schießen? Dann verliere ich die gewählte Karte und werfe die Schusswürfel. Die Zielgenauigkeit meines Sportlers, gepaart mit seinem aktuellen Puls und den Werten der Würfel, sowie dem Einfluss des aktuellen Windes, ergibt die Anzahl der Treffer. Anders als in der Realität werden nicht Fehlschüsse bestraft, sondern Treffer belohnt: Pro Treffer fahre ich sofort zwei Felder vorwärts, ungeachtet dessen, über welches Terrain ich mich bewege. Mittels Patronen kann ich Fehlschüsse ausgleichen.

Zieleinlauf

Nach zwei kompletten Runden geht es in Richtung Ziel. Wer dieses als Erster erreicht, hat gewonnen!

Spieletester

26.11.2025

Fazit

Biathlon Blast besticht durch seine Variabilität und das ungewöhnliche Thema. Jeder Sportler hat andere Eigenschaften: Der eine schießt brillant, beim nächsten steigt der Puls kaum und beim dritten ist das Tempo in der Loipe überragend. Jeder Spielerfarbe hat andere Eigenschaften: Der eine hat mehr Patronen, dafür aber kein Wachs, der andere weniger Patronen, dafür Wachs für schwierige Streckenabschnitte, wieder ein anderer ist überall schwach, dafür wird er bei der Farbpriorität bevorzugt... Ich gebe zu: Ich habe nicht alle möglichen Kombinationen gespielt, sonst würde diese Rezension erst nach Jahren fertig werden. Bislang konnte ich aber keine "Killerkombination" ausmachen, die einem den Sieg geradezu garantiert.

Was mir gefällt, ist das optische Erscheinungsbild des Spiels. Grafisch ist es schön anzusehen, die Ikonografie ist klar. Eine kleine Hilfstabelle am Spielplan wäre nicht verkehrt, um die Einflüsse von Wind und Windschatten stets parat zu haben. Bei den Athleten hat man ja auch ein hübsches Übersichtsblatt, auf dem die Stärken und Schwächen gelistet sind. Eigentlich braucht man das Übersichtsblatt gar nicht, weil alles in der Grafik untergebracht ist! Schweden zum Beispiel hat in seiner Flagge blau und gelb, also ist die Schwedin in gelb (flaches Niveau) und blau (Pulskontrolle) gut. Und über die Startnummer weiß man sofort, wie die Zielgenauigkeit eines Athleten ist.

Eine Sache hat mich dann doch verwirrt: Warum ist das Spiel als "ab 14" ausgewiesen? Der Spielablauf geht wohl schon ab 10 oder so. Hier ist der Verlag rechtlich auf Nummer sicher gegangen. Ab 14 heißt "für Erwachsene" und hat deutlich weniger gesetzliche Auflagen als Dinge für jüngeres Alter ("für Kinder"). Hoffen wir, dass sie dadurch, und durch den Preis, nicht allzu viele Käufer abschrecken lassen. Ihnen würde ein klasse Spiel entgehen.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • tolle Ausstattung
  • unverbrauchtes Thema
  • sehr gute Umsetzung des Biathlon-Sports in ein Brettspiel

Minus

  • die Altersangabe ist deutlich zu hoch

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 6
Alter: ab 40 Jahren
Spieldauer: 70 Minuten
Preis: 69,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: carlMax
Autor: Carl Tenland
Genre: Wettlauf
Zubehör:

1 doppelseitiger Spielplan
1 Schießplatzumrandung
8 Athletenfiguren
9 Kartenboxen
12 Skier
6 Spielertafeln
8 Zielgenauigkeits-Tafeln
6 Puls-Marker
19 Patronen-Steine
14 Wachs-Steine
1 Wolkenfigur
5 Spezialwürfel
9 Kartenboxen
100 Karten
1 mehrteiliger Schachteleinsatz
1 Athletenübersicht
1 Spielplan
1 englische Spielanleitung (deutsche Anleitung als Download auf Biathlon Blast verfügbar)

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 8000 Gesellschaftsspiele-,
1678 Videospielrezensionen
2336 Berichte.