Crime Scene: Brooklyn 2002

Ein weiterer Eintrag in Piatniks „Crime-Scene“-Reihe. Diesmal möchte ein brutaler Mord im Brooklyn des Jahres 2002 gelöst werden.

Brooklyn, New York. 22. November 2002

Den Anblick in Zimmer 407 des Night Inn Motels werden wir nie wieder vergessen. Die Leiche einer Frau liegt mit dem Gesicht nach oben in einer emaillierten, bis zum Rand mit Wasserstoffperoxid gefüllten Badewanne.
Weitere Details möchte wir den Lesern an dieser Stelle ersparen. (Keine Sorge, im wieder sehr atmosphärisch geschriebenen Story-Buch des Spiels werden diese Details nicht ausgespart. 18+ aus Gründen, würden wir einmal behaupten.)

Jedenfalls liegt es nun an uns, im Chaos des Hotelzimmers die richtigen Hinweise zu finden, um den Täter rechtzeitig dingfest machen zu können, bevor er sich sonst wohin absetzen kann.

Das Rätselsystem: bekannt

Auch wenn sich Zeitpunkte und Orte der Fälle der Crime-Scene-Reihe quer durch sämtliche Epochen und über den ganzen Globus erstrecken: Das Rätselsystem bleibt dennoch weitestgehend ident.
Für Details empfehlen wir also unseren Test zu Crime Scene: London 1892.

Kurz umrissen: Wir lesen das Kapitel einer Geschichte, decken dann eine Indizienkarte auf. Befindet sich darauf ein Text mit einem unterstrichenen Wort, müssen wir diesen Gegenstand auf dem in nummerierte Abschnitte unterteilten Szenenbild suchen und dann die nächste Indizienkarte mit der Nummer des entsprechenden Bildausschnitts umdrehen.
Ist darauf jedoch ein Bilderrätsel, so ist die Lösung stets eine Zahl. Diese schlagen wir auf der zugehörigen Dokumentenkarte nach und schauen, ob diese Zahl eine der vier abgedruckten Vorschläge ist. Daneben befindet sich die Angabe zu Kapitel, Zeile und Satzstelle; das hier angegebene Wort ist unser nächster zu suchender Gegenstand.

Kommen wir mal nicht weiter und benötigen einen Hinweis, gibt es entsprechende Hinweiskarten. Verwenden wir eine, müssen wir auch eine Reputationskarte abgeben – und damit einen Buchstaben unseres final benötigten Lösungswortes.

Die Indizienkarten legen wir vor uns auf dem Tisch ab. Um sicherzustellen, dass wir die richtige Karte ausgewählt haben, sind diese mit farbigen Schnüren gekennzeichnet, die zur vorigen Karte passen sollten. Aber…

Unterschiede zwischen London und Brooklyn

Was uns gleich positiv gestimmt hat: Die Karten waren richtig herum sortiert in der Packung. Die falsche Reihenfolge der Karten in London 1892 hat also kein System, sondern scheint nur ein Fehler gewesen zu sein.
Auch erfreulich: Das Szenebild bildet wirklich den Tatort ab und nicht eine zwar atmosphärische, aber eigentlich generische Szene.

Was uns in London besser gefallen hat, war, dass die Fallakte auch tatsächlich genutzt wurde, war in ihr doch die Karte Londons abgedruckt, die wir für einige Rätsel benötigt haben.
Hier liegt uns lediglich ein Ordner ohne Inhalt vor, den es scheinbar nur gibt, weil andere Spiele der Serie ihn eben auch verwenden – atmosphärisch, aber keine Ahnung, was wir damit anfangen sollen.

Kommen wir nun zum „Aber“ des vorangegangenen Absatzes. Aus London 1892 waren wir gewohnt, dass die verbindenden Fäden der Indizienkarten auch halbwegs auf gleicher Höhe der anliegenden Karte zu finden ist. Dass gleich bei Karte drei der Faden auf komplett unterschiedlicher Höhe und in zwei sehr unterschiedlichen Farbtönen (lila und blau, siehe Bildergalerie) abgedruckt waren, hat uns so verwirrt, dass wir dachten, eine falsche Karte gezogen zu haben.
Da das ja ein Kontrollmechanismus sein soll, bringt doch bitte keinen so unnötigen Unsicherheitsfaktor in das Spiel. Vor allem, wenn ihr scheinbar die Farbtreue eures Druckers nicht ganz im Griff habt.

Nicht ganz so rätselhaft

Abgesehen von einem Rätsel, bei dem nicht ganz klar war, welchem der Bildausschnitte ein Gegenstand nun genau zuzuordnen war und dem finalen Rätsel, von dessen Schlüss(el)igkeit [Anm.: when you know, you know] wir auch nach Zuhilfenahme der Lösung noch nicht wirklich überzeugt waren würden wir den Schwierigkeitslevel doch unter dem von London 1892 einordnen und das Spiel damit als besseren Einstieg in die Serie sehen.

Spieletester

06.12.2025

Fazit

Auch bei Brooklyn 2002 ist die im Film-Noir-Stil verfasste Geschichte der Hauptdarsteller des Spiels. So atmosphärisch kommen nicht viele Spiele daher.
Da verzeihen wir auch die kurze Irreführung im Indiziensystem, das eine unnötig komplizierte und uneindeutige Rätsel und dass die große letzte Entscheidung, auf die wir das ganze Spiel über eigentlich hinarbeiten, in Wahrheit schon wieder keinen Unterschied macht. Diesmal nämlich wirklich gar nicht (zumindest für den Fall nicht). Aber sei es drum: Bis dahin wurden wir ganz gut unterhalten.

Durch die unterschiedlichen Rätselsysteme können auch weniger Logikspiel-affine Mitspieler eingebunden werden (die lösen dann halt z. B. die Wimmelbilder) und das Material wird nicht zerstört und kann im Anschluss (Widerspielwert geht wie für solche Spiele üblich gegen null) problemlos weitergegeben werden.

Hardcore Rätselfans werden aber wohl eher enttäuscht oder unterfordert sein.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • sehr atmosphärische Geschichte
  • großteils sehr einsteigerfreundliche Rätsel

Minus

  • etwas ungenauer Kontrollmechanismus 
  • nicht alle Rätsel logisch
  • Spielmechanik für das Finale zu leicht und eher unbefriedigend

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 1 bis 16
Alter: ab 18 Jahren
Spieldauer: 120 Minuten
Preis: 15,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2023
Verlag: Piatnik
Zubehör:

60 Karten
1 Beweisfoto
1 Fallakte
1 Storybuch
1 Spielanleitung

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