Space Expatriate

Wir wandern ins All aus und terraformen die Welt wiediwiediwie sie uns gefällt.
Weil sich die Punkte bei der Schlusswertung quasi aus dem Produkt von Terraforming-Punkten und errichteten Space-Kolonien errechnen, ist klar, dass man beides mit hohen Werten haben will.
Eine kryptische Tabelle hilft bei der Schlusswertung.

SPACE EXPATRIATE ist ein Spiel mit vier verschiedenen Aktionsmöglichkeiten, zumindest für den Startspieler der Runde.
Er wählt zwischen 
Delivery = Rohstoffe beschaffen, verändern und verbrauchen
Engineering = Erweiterung der eigenen Space Station
Terraforming = Schaffung von Weltraum-Kolonien
Military = Vergleich der militärischen Stärke und Ermittlung des neuen Startspielers
Jene Option, die der Startspieler wählte und die entsprechende Aktionskarte seiner Space Station hinzufügt, steht den folgenden nicht mehr zur Verfügung.
Weil es aber stets Aktionen für den aktiven (mehr) und die passiven (weniger) Spieler gibt, ist immer was zu tun.

Delivery - Rohstoffbeschaffung und Verwendung

Diese Aktion liefert Rohstoffe durch die Delivery Module der Space Station - je mehr desto besser - und ermöglicht beziehungsweise verlangt die sofortige Verarbeitung dieser durch die Engineering Module 
sowie ihre darauf folgende Verwendung in den Terraforming Modulen, wo Terraformingpunkte generiert werden.
Der aktive Spieler darf sich vorher für eine von zwei Optionen entscheiden. Entweder er nimmt einen beliebigen Rohstoff aus dem Vorrat ODER er entfernt eine 
Rohstoffsorte von der Spacemüllkarte, um seine Rohstofferträge zu verbessern.
Spacemüll ist nämlich lästig, er frisst eben erzeugte Rohstoffe weg.
Rohstoffbeschaffung und Müllentsorgung gilt für alle Spieler.
Der Aktive kann hier in seinem Sinn etwas manipulieren.
Die Rohstoffe dürfen gleich darauf durch die Engineering Module weiterverarbeitet und durch Terraforming Module zu Terraformingpunkten veredelt werden.
Die Engineering Module müssen für ihre Arbeit mit Energie gefüttert werden, das kostet entweder einen passenden Rohstoff für einen Generator oder eine 
Handkarte. Die Rohstoffe werden dann auf die Terraforming Module verteilt, alles was nicht unmittelbar verwendet werden kann ist Müll und wandert auf die Garbage Karte.
Wir haben einfach zu wenig Platz in unserem Weltalleigenheim.

Engineering und Terraforming - Vergleichsweise einfache Aktionen

Engineering erweitert die Space Station um drei Module für den aktiven und ein Modul für die passiven Spieler. 
Das ist gut, denn die Aktion Terraforming verbraucht - so man denn eine Kolonie gründen will - vier verschiedene oder drei gleiche Module, die dann auf 
den intergalaktischen Schrottplatz wandern. Welche drei für eine Kolonie reichen, definiert der aktive Spieler.
Wie eingangs erwähnt sind Kolonien quasi als Multiplikator zur Siegpunktermittlung wichtig, andererseits gewähren sie auch gewisse Boni.
Manche sind echt stark und dauerhaft verfügbar.
Kolonien gehen nicht mehr 
Die verkleinerte Space Station bringt damit aber leider wieder weniger Rohstoffe und muss erst wieder aufgepäppelt werden.

Military - Wer ist stärker?

Militär gibt es in vier Ausprägungen, jeder Spieler vergleicht sich mit dem aktiven Spieler und bestimmt seine Überlegenheit oder Unterlegenheit in 
den vier Kategorien. Der entsprechende Marker zeigt überlegenes Blau oder sonst Rot. Bei Gleichstand kommt der Marker zur Seite. 
Wieder hat der aktive Spieler dann die Wahl zwischen zwei alternativen Abläufen.
Entweder jeder Spieler zieht eine beliebige Modulkarte von einem Stapel und der aktive noch weitere, je nach der Anzahl roter Marker bei einem Spieler ODER 
alle außer dem Aktiven ziehen eine Karte und er klaut einem anderen Spieler eine aus dessen Space Station.
Das ist böse, das Opfer darf aber pro rotem Marker eine Karte nachziehen.
Will man ihm das erlauben?
Immerhin, Karten sind ja auch als Energieschub für das Engineering zu sehen.
Auch die Spielreihenfolge für die nächste Runde wird durch die militärischen Verhältnisse definiert.

Das Spiel endet wenn ein Spieler zehn Kolonien gegründet hat oder die Spieler gemeinsam zehn, 15 oder 20 bei zwei bis vier Spielern.
Der Gewinner ergibt sich durch einen Blick auf die Siegpunkttabelle.
Oder einen zweiten Blick außerhalb der Tabelle, wenn man zuviele Terraformingpunkte während des Spiels angehäuft hat.

Spieletester

17.10.2023

Fazit

Das Spiel ist ohne ernsthafte Verlagsunterstützung realisiert worden und vielleicht ist das der Grund, warum ich mir mit der Spielregel (nur in englisch verfügbar) und dem Einstieg etwas schwer tat. Der Autor hat aber alle Fragen umgehend beantwortet (Many thanks, Taras!) und eigentlich sind die Abläufe einfach, trotzdem bleibt es sperrig und irgendwie kleinteilig.
Der Vorteil, ein Spiel komplett in Eigenregie zu machen, liegt aber auf der Hand. Beispielsweise ist der Startspielermarker eher als Space Station Orden 1. Klasse zu sehen. Heavy metal in space.
Günstig wirkt sich aus dass jeder in jedem Zug was tun darf, damit ist auch die downtime gefühlt trotz mitunter längerer Überlegungen des Startspielers recht kurz. 
Und Überlegungen müssen schon sein.
Leider verliert man manchmal den spielerischen Faden, was auch auf redaktionelle Mängel zurückzuführen ist und die Spieldauer von 30 Minuten bei 2 Spielern ist 
absolut illusorisch.
Aus gut informierter Quelle weiß ich aber dass - sogar mit namhafter, noch geheimer Unterstützung - an einer verbesserten Neuauflage gearbeitet wird.
Das ist gut, das Spiel hat es verdient.

Redaktionelle Wertung:

Plus

  • Toller Startspielermarker aus Metall
  • Pfiffige Mechanismen
  • Optisch klar aufbereitet und illustriert
  • Gutes Spielmaterial
  • Spezielle Karten sind im Anhang erklärt

Minus

  • Spielregel und manche Begriffe etwas sperrig
  • Startspielerermittlung etwas mühsam und könnte als ungerecht empfunden werden
  • Die Siegpunktabelle ist wenig elegant
  • Redaktionell verbesserungsfähig

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 11 Jahren
Spieldauer: 30 bis 90 Minuten
Preis: 40,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2022
Zubehör:

125 Stationsmodulkarten
28 Koloniekarten
4 doppelseitige Übersichtskarten
1 Spacemüllkarte
1 Startspielermarker
43 Resourcenwürfel in 6 Farben
17 doppelseitige Marker für militärische Stärke
Siegpunktmarker (Terraforming Points)
Spielanleitung

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