Betrayal at House on the Hill

Was macht einen guten Horrorfilm oder Thriller aus? Richtig, die Spannung und Ungewissheit, dass jederzeit etwas unerwartetes passieren kann. Genau diese Atmosphäre spielt bei „Betrayal at House on the Hill“ eine sehr große Rolle. Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: eine scheinbar zufällig zusammen gewürfelte Gruppe von bis zu sechs Leuten (man kann aus 12 Personen wählen, die alle eine detaillierte Biografie und unterschiedliche Werte haben) entdecken ein leeres Haus und beschließen es zu untersuchen. Nachdem sich alle im Foyer eingefunden haben, fällt die Eingangstür ins Schloss und lässt sich nicht mehr öffnen. Die Möchtegern-Abenteurer machen sich jetzt auf den Weg das Haus zu erkunden und einen Weg zu finden, der wieder ins Freie führt.

Das Spiel gliedert sich in zwei Phasen. In Phase 1 wird das Haus erforscht und man findet schon Hinweise und nützliche Gegenstände. In dieser Phase passiert den Spielern nichts Schlimmes, sprich man kann nicht sterben egal wie dumm man sich auch anstellt. Um das Haus zu erforschen legt man, wenn man einen Raum durch einen noch nicht erforschten Ausgang verlässt, ein Raumplättchen so an, dass die Türen und Wände richtig platziert sind (hier kann man aber auch mit einer der Hausregeln spielen, dass nur der Eingang des Raumes richtig sein muss - schließlich handelt es sich ja um ein verfluchtes Haus, oder?). Diese Raumplättchen haben auf der Rückseite ein bis drei Anlegemöglichkeiten, je nachdem in welcher Etage des Hauses (von denen es drei gibt: Keller, Erdgeschoss und 1. Stock) sich dieser Raum befinden kann.

Zu Beginn hat man je einen Raum im Keller und im 1. Stock, und drei im Erdgeschoss. In den ersten Stock führen Treppen, in den Keller kann man noch nicht, dies ergibt sich erst mit der Zeit. Die Raumplättchen haben außerdem Namen (z.B. Graveyard, Pentagram Chamber oder Ballroom) und fast immer ein Symbol. Wenn man das erste Mal auf ein Plättchen mit einem Symbol kommt, zieht man eine Karte vom entsprechenden Stapel und liest sie laut vor. Kartentypen gibt es drei: Item (Gegenstände), Events (Ereignisse) und Omen (hier kommt nichts Gutes). Die wichtigste Kategorie sind die Omenkarten, von denen es 13 Stück gibt. Zufall? Sicher nicht, denn nachdem man den Effekt der Omenkarte ausgeführt hat, muss man mit 6 Würfeln (die jeweils zwei Seiten mit 0, 1 oder 2 Punkten haben) mindestens die Anzahl der bereits ausliegenden Omenkarten erwürfeln sonst tritt Phase 2 in Kraft. Ein Beispiel: es liegen 4 Omenkarten aus und ein Spieler zieht ein neues Raumplättchen mit einem Omensymbol und legt es an. Er/Sie zieht eine Omenkarte, liest sie vor und der Effekt tritt ein. Danach muss er/sie mit den 6 Würfeln mindestens 5 oder mehr würfeln, damit Phase 2 (The Haunt) nicht beginnt.

Sobald der Haunt ausgelöst worden ist, verläuft jedes Spiel anders. Anhand einer Tabelle, kann man jetzt ablesen welches Szenario gespielt wird und wer der Verräter ist. Richtig, es läuft ab dann auf ein Duell zwischen den restlichen Helden und einer bösen Macht (sei es nun z.B. ein Rudel Werwölfe oder ein Hexer) hinaus. Der Verräter bekommt ein eigenes Heft (Traitors Tome), wo die Ziele des Bösen erklärt werden, die Helden hingegen bekommen das entsprechende Äquivalent (Survival Guide), das Tipps zum Überleben gibt. Der Verräter sollte seinen Text allerdings nicht im selben Raum wie die Helden lesen, da diese sich jetzt absprechen sollten wie sie die von dem Survival Guide angegebenen Aufgaben erfüllen können, um dem Bösen ein Ende zu bereiten und das Haus wieder lebendig verlassen können.

Die Phase 2 unterscheidet sich meist nicht sehr von der Phase 1, man kann weiterhin das Haus erforschen und Gegenstände einsammeln (außer das Szenario verbietet dies explizit). Meist muss man das sowieso tun um bestimmte Aktionen setzen zu können, sei es nun von Seiten des Guten oder des Bösen. Da der Ausgang der Phase 2 meist vom Ableben der Helden oder der Monster abhängt, ist es leider auch mit dem Sicherheitsnetz in punkto Sterben vorbei. Wer jetzt einen seiner vier Grundwerte unter das Minimum verliert, ist und bleibt für das Szenario tot. Wobei auch das nicht immer das Schlimmste sein muss, wenn man z.B. als Held stirbt und die Monster damit um eine Runde aufhalten kann, ist das möglicherweise die eine Runde, die notwendig ist, um das geheime Ritual ungestört zu sprechen, das die Monster für immer vernichten kann. Der Phantasie und vor allem den Strategien sind keine Grenzen gesetzt und man kann sich nach Herzenslust austoben. Das Spiel endet, wenn einer der beiden Parteien sein Ziel erreicht hat und dann triumphal den Abschlusstext vorlesen darf.

Spieletester

30.11.2004

Fazit

Betrayal at House on the Hill ist für mich eines der besten und innovativsten Spielneuheiten des heurigen Jahres. Die Atmosphäre die während des Spiels entsteht und die 50 verschiedenen Szenarien bieten einen immer wiederkehrenden Spielspaß. Der Kreativität sind auch keine Grenzen gesetzt, da man mit dem reichlich vorhandem Spielmaterial selber etliche Szenarien erfinden kann und es dadurch eigentlich nie fad werden sollte.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

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Besucherkommentare

Baki | 14.01.2005

Ein hervorragendes Spiel, das zwar ab und an bei der Vielzahl von Szenarien ein wenig "hakelt", was aber zu keiner Abwertung berechtigen würde. Wir sind keine Rollenspieler und trotzdem fasziniert. Wer die guten alten Horror-Filme mit Bela Lugosi, Boris Karloff, Vincent Price, Christopher Lee usw. könnte an diesem Spiel gefallen. Für alle anderen ist es genauso ein Tipp!

Mobbi | 03.03.2005

Super Spiel! Macht rundum Spaß!

Lucky | 03.03.2005

geniales Spiel^^
Der einzige Kritikpunkt ist, dass es noch ein paar Fehler hat, die man hätte korrigieren können. Wie zum Beispiel die Underground lake-raumkarte, die laut dem Spiel ins obere Stockwerk gehört.

Aber es spricht für das Spiel, dass es trotz vieler Fehler doch einen gewaltigen Spaß macht : )

Aber es ist auf jeden Fall nicht verkehrt sich die faqs anzuschauen.

http://www.wizards.com/default.asp?x=ah/faqs/hoth

Pia | 01.06.2005

Habe "Betrayal" am Wochenende ausprobiert und war begeistert... Hoffe, dass das Spiel auch bald in Deutsch herauskommt damit ich es auch im Bekanntenkreis problemlos spielen kann ;-)

Über die paar kleinen Fehler wie den Underground Lake kann ich bei dem Spielumfang hinwegsehen.

stetsch | 02.01.2006

Also nach mehrmaligen "Betrayal at House on the Hill" Spielrunden, kann ich sagen, daß BAHOTH echt ein Spitzenspiel ist. Relativ leichte kurze Spielregeln, aber trotzdem ein komplexes, anspruchsvolles und abwechslungsreiches Spiel mit einer tollen "gruseligen" Atmosphäre. Ein Spiel, das bei uns (im richtigen Spielerkreis) fast bei jeder Spielerunde 1-2x gespielt wird. Trotzdem ist BAHOTH sicher nicht für jeden geeignet. Gelegenheits- und Familienspiele-Spieler, sowie der englischen Sprache Unkundige oder Ungeübte sollten von BAHOTH eher die Finger lassen. Ansonsten sollte das Spiel meiner Meinung nach in keiner Spielesammlung fehlen!

Thomas | 18.09.2006

Es tut mir wirklich im Herzen leid und in der Seele weh, aber ich kann die allgemeine Euphorie diesem Spiel gegenüber nicht teilen. So sehr ich das Spiel wegen seiner Idee und seines Themas auch mögen WOLLTE !!!

Denn nach mehrmaligen Spielen wurde mir leider klar: Betrayal At House On The Hill WIRKT... aber es FUNKTIONIERT nicht !!!

Abgesehen davon, dass Du NICHTS beeinflussen kannst - Du bist hoffnungsloses Opfer der Würfel - wurde dem Spiel (es tut ernsthaft weh, das zu schreiben) das "Keiner weiß, was kommt" - System zum Verhängnis. In 70% aller Fälle war ab dem Moment, in dem der Haunt revealed wurde, klar wer gewinnt. Einer der Helden stand im oder gleich neben dem zu suchenden Raum, der Verräter war so aufmagaziniert, dass er nicht mehr zu besiegen war und und und...

Zudem musste ich feststellen, dass die Szenarios mit fortlaufender Nummer immer mieser werden (der bisherige Tiefpunkt: "Tick Tick Tick"... Nr. 48 glaub ich), und das Spiel auch leider nicht 50 Szenarien, sondern ca. 5 Szenarien 50 mal bietet. Und mehr als die Hälfte der Szanrien beschränkt sich auf "gehe in diesen Raum und mach einen Intelligence - Wurf auf 5+".

Es schmerzt ernsthaft, dass zu schreiben. Ich LIEBE Schauer/Gothic/Horror. Ich LIEBE Geisterhäuser. Ich LIEBE die Idee. Nur BAHOTH hats leider nicht geschafft...

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Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 3 bis 6
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: 50,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2004
Verlag: Avalon Hill
Autor: Bruce Glassco
Zubehör:

1x Spielanleitung, 1x Survival Guide, 1x Traitors Tome, 45x Raumplättchen, 6x Spielfiguren und Charakterkarten, 80x Spielkarten (Events, Items, Omen), 291x verschiedenste Token, 8x Würfel (mit je zwei

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