Piratoons

In der Schänke zu den "Vier Weltmeeren", wo Rum und Met in Strömen fließen, geben sich Piraten ihren Tagträumen hin und lauschen Geschichten von längst vergessenen Schätzen. Heute ist die Anspannung groß, denn eine Geschichte hat die Piraten besonders in ihren Bann gezogen. Merkt auf, Piraten: die Legende der "Pelikanzunge" verspricht jedem, der dort anheuert, endlosen Reichtum und Ruhm! Söldner und Piraten, Männer und Frauen, sie alle würden ihr Leben lassen für einen Platz auf diesem Schiff. Heute ist der Vorabend dessen, was das größte Piratenabenteuer aller Zeiten zu werden verspricht! Dies ist nicht die Zeit für langwierige Überlegungen! Ihr müsst schnell handeln, um Euch Euren Platz auf der "Pelikanzunge" zu sichern. Dann stehen Euch alle Weltmeere offen!
Spielidee:

Die Spieler plündern Ausrüstungs-und Schiffsteile um das beste Piratenschiff zusammenzustellen. Dazu besetzen die Matrosen der Spieler die verfügbaren Stücke und was übrig bleibt kann noch ersteigert werden. Wer die Schiffsteile und Aufbauten erwischt, die am besten zusammenpassen, wird nach acht Runden das stolzeste Piratenschiff gebaut haben und wird zum legendären Freibeuter.

Ausstattung:

Die Spieleschachtel ist mehr als gut gefüllt. Hier wandern fast zwei Kilogramm Spiel über den Ladentisch. Das liegt vorallem am dicken, hochwertigen Karton, aus dem 32 Schiffsteile und 48 Ausrüstungsteile gefertigt sind. Die Golddublonen und Punktemarker sind aus dem selben Material und neben der Schatztruhe mit Deckel finden sich auch noch als Spielhilfe zwei Kartons, auf denen der Spielablauf und die Punktewertung in Form von Piktogrammen dargestellt ist. Ergänzt wird der Inhalt noch durch 24 hölzerne Matrosen in klassischer Meepleform, einer Sanduhr (15 Sekunden) und ausreichend Ziplockbeutel um alle kleineren Teile gut unterzubringen.

Die Spielanleitung ist zwar nur in französisch, englisch und holländisch beigepackt, eine deutsche Version findet sich aber auf der Webseite des Heidelbergerverlages zum Download. Die Teile des Spiels kommen dank der tollen Illustrationen gänzlich ohne Text aus und sind somit sprachunabhängig. Alles in Allem also eine Ausstattung wie man sie gerne bei jedem Spiel hätte.

Spielablauf:

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Piraten und wählt sechs Crewsteine einer Farbe, Bug und Heckteil des entsprechenden Schiffes und drei Dublonen.
Die Truhe wird in der Mitte des Spielbereichs platziert. Die Schiffsteile werden gemischt und als verdeckter Stapel neben die Truhe gelegt. Auch die Ausrüstungsteile werden gemischt und in acht Stapeln mit je sechs Ausrüstungsteilen verdeckt daneben gelegt (pro Runde wird ein Stapel verbraucht).  Ein Spieler wird für die erste Runde zum Kapitän ernannt und darf beginnen. Die Rolle des Kapitäns wird jede der acht Runde im Uhrzeigersinn weitergegeben.

Am Beginn jeder Runde wird die Schatztruhe vom Kapitän mit sechs Ausrüstungs- und drei Schiffsteilen verdeckt befüllt, mit dem Truhendeckel verschlossen und die Truhe umgedreht. Die Bildseiten der darin enthaltenen Teile zeigen jetzt nach oben, werden aber noch von der Truhenplatte verborgen. Nun dreht der Kapitän die Sanduhr um und entfernt die oben liegende Truhenplatte. Sobald die Truhe geöffnet wurde, dürfen alle Spieler gleichzeitig ihre Crewsteine auf den Teilen platzieren. Wenn die Sanduhr abgelaufen ist, ist es jedem Spieler erlaubt, "Stop!" zu rufen und die Runde damit sofort zu beenden. Ab jetzt dürfen keine Crewsteine mehr platziert werden. Ruft keiner der Spieler nach Ablaufen der Sanduhr "Stop!", geht das Plündern weiter, bis einer dies tut.

Nachdem "Stop" erhält jeder Spieler diejenigen Teile, auf denen seine Crewsteine die Mehrheit besitzen. Gleichstände heben sich gegenseitig auf. Die Teile, die nicht geplündert wurden, werden für die Auktionsphase in der Truhe gelassen. Jeder Spieler erhält für jeden Crewstein, den er in der Plünderungsphase nicht platziert hat, eine Dublone.

In der Auktionsphase dürfen die Spieler eines der in der Truhe befindlichen Teile ersteigern. Für die Auktion bietet jeder Spieler eine von ihm festgelegte Anzahl Dublonen versteckt in seiner Faust. Alle Spieler strecken ihre Faust vor sich aus und geben dann gleichzeitig den Inhalt preis. Auch hier heben sich Gleichstände gegenseitig auf, die gebotenen Dublonen wandern in diesem Fall in die jeweiligen Vorräte zurück. Derjenige Spieler, der die meisten Dublonen geboten hat, darf sich ein in der Truhe verbliebenes Teil aussuchen und bezahlt dafür die von ihm gebotenen Dublonen. Als nächstes darf sich der Spieler, der die zweithöchste Menge an Dublonen geboten hat, ein Teil aussuchen und die gebotenen Dublonen dafür bezahlen, anschließend der mit der dritthöchsten Menge und so weiter. Alle Teile, die nach der Plünderungs- und der Auktionsphase übrig bleiben, werden über Bord geworfen und sind für den Rest des Spiels verloren.

Jetzt werden die Schiffsteile so geschickt wie möglich miteinander verbunden, also die auf jedem Stockwerk vorhandenen Symbole möglichst vervollständigt: Den Anker auf dem ersten Stockwerk, die Kompassrose auf dem zweiten, das Wappen auf dem dritten und den Rettungsring auf dem vierten Stockwerk. Der Anbau eines Ausrüstungsteils unterliegt folgenden Regeln: Ein Segel- oder Deckteil auf einem Deckfeld mit Mast. Ein Deckteil auf einem Deckfeld. Ein Bullaugenteil auf einem Bullaugenfeld. Ein Schießlukenteil auf einem Schießlukenfeld. Ein Quartiersteil auf einem Quartiersfeld. Ein Spieler darf jederzeit die Anordnung seiner Teile ändern (beispielsweise, um Masten oder Deckfelder für den Anbau von entsprechenden Ausrüstungsteilen verfügbar zu machen oder eine vollständige Kombination der Schiffsteile zu erreichen). Ein Ausrüstungsteil, das an kein Schiffsteil angebaut werden kann (weil kein entsprechendes Feld vorhanden ist), wird über Bord geworfen. Dort wird es bis zur nächsten Auktion sichtbar im Wasser treiben.

Nun wird der nächste Spieler zum Kapitän und beginnt mit dem Befüllen der Truhe. Das Spiel endet nach der achten Runde (nach dem Ende der letzten Auktionsphase). Nachdem jeder Spieler genügend Zeit hatte, um sein Schiff zu optimieren (um letzte Änderungen an der Verbindung oder Platzierung von Teilen vorzunehmen, beispielsweise), werden die Punkte der Spieler mit Hilfe der Bombenmarker zusammengezählt. Der Pirat mit den meisten Punkten nach der finalen Wertung gewinnt das Spiel und geht als Legende in die Geschichte der Piraterie ein!

So werden die Punkte vergeben:
SCHNELLER (das Schiff mit den meisten Segelteilen), REICHER (Der Pirat mit den meisten Dublonen), GRÖSSER (Das größte Schiff mit den meisten Fässern im Wasser) - Der Spieler mit der Mehrheit der betreffenden Spielelemente erhält fünf Punkte, der in der Anzahl nachfolgende Spieler erhält zwei Punkte, alle anderen Spieler erhalten keine Punkte.
KORREKTE SCHIFFSVERBINDUNGEN - Jede korrekte Verbindung zwischen Schiffsteilen ist zwei Punkte wert. Für jede inkorrekte Verbindung zwischen Schiffsteilen werden zwei Punkte abgezogen.
LEERE FELDER - Für jedes unbesetzte Deckfeld, Quartier, Bullauge, Schießluke und für die meisten zusammengezählten leeren Felder werden dem Spieler mit den meisten leeren Feldern zwei Punkte abgezogen.
ANBAUTEILE-SETS - Die Spieler erhalten 5 Punkte für jedes vollständige, aus drei gleichen Anbauteilen bestehende Set. Die Spieler erhalten vier Punkte für jedes aus drei unterschiedlichen Anbauteilen bestehende Set. Die Anbauteile müssen zu dem gleichen Feldtyp gehören (z. B. Bullaugen). Die Spieler erhalten zwei Punkte für jedes Paar gleicher Anbauteile.

Spieletester

26.02.2017

Fazit

Die Illustrationen und das Spielmaterial sind wirklich top. Viel besser kann man Material, Aussehen, Spielmechanik und Spieltitel nicht vereinen. Die Anleitung ist witzig und gut geschrieben und enthält sogar eine Box über "Ehrenhaftes Verhalten gemäß des Internationalen Piraten Codex" - was muss beim Plündern (Setzen der Meeple um Schiffs- und Aufbauteile zu erhalten) eingehalten werden. Acuh die Übersichtskarten für die Punktewertung sind sehr hilfreich.

Den Kern von Piratoons macht das Plündern, also das Platzieren der Spielsteine auf den zur Verfügung stehenden Schiffs- und Aufbauteilen, innerhalb von gerade mal fünfzehn Sekunden aus. Hier muss man nicht nur schnell erkennen, welche Teile für das eigene Schiff die wichtigsten sind, sondern auch wo man seine Matrosen am Besten platziert ohne von den anderen Piraten überstimmt zu werden. Dazu wäre es natürlich besser erst später zu setzen, aber sobald jemand "STOP" ruft, ist es vorbei und man erhält nur noch eine Dublone für jeden ungesetzten Meeple. In anderen Worten: Adrenalin pur. Immerhin bietet sich danach noch die Auktionsphase an, um ein Teil zu ergattern, aber hier ist die große Frage: "Was bieten die anderen und sollten die das selbe wie ich bieten, sind wir beide chancenlos."

Ein Taktikkracher ist Piratoons naürlich nicht, aber als Zwischendurchspiel sind auch Vielspieler begeistert, denn es macht einfach Spaß. Generell ist es für alle Spielerklassen wie Kinder, Gelegenheits-, Familien- und auch Vielspieler geeignet, man muss nur vorsichtig sein, hier die Klassen nicht zu sehr zu mischen.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Preis: 35,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2016
Zubehör:

  • 2 beidseitig bedruckte Truhenplatten
  • 48 Ausrüstungsteile
  • 24 Schiffsteile
  • 24 Crewsteine
  • 40 Dublonen
  • 32 mit Bomben bedruckte Punktemarker
  • 1 Sanduhr (15 Sekunden)
  • 4 Bug- und 4 Heckteile
  • 2 Übersichtstafeln
  • 1 Spielregel (englisch, französich, spanisch)

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7240 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2316 Berichte.