Metallum

Viel weiter draußen im All als die Enterprise je hingelangte gibt es Planeten mit dem heilsbringenden Metallum, einem Material mit kosmischen Fähigkeiten. Die Planeten sind voll davon. Komm, mein zweipersonenspielerprobter galaktischer Freund, satteln wir die Frachtmaschinen und reisen zum Rand des Universums, unermesslichem Ruhm und Reichtum entgegen.

"Metallum ist ein Science Fiction-Strategiespiel für 2 Spieler. Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Konzern-Piloten, der eines der großen Fabrikraumschiffe fliegt. Ihre Aufgabe ist es, um das wertvollste Mineral des Universums zu kämpfen – Metallum. Jeder Spieler muss ein effizientes Programm für sein Raumschiff entwickeln. Dieses soll ihre Raumschiffe durch das System lenken, Roboter entsenden, um verschiedene Planeten zu durchforsten, alte Forschungsanlagen erforschen und die nützlichsten von ihnen erwerben."
So bewirbt Heidelberger das Spiel.

Wir sollen ein Programm entwickeln.
Für das Raumschiff und die Roboter.
In Basic?
Fortran?
Cobol?
RPG?
Assembler?
Hat es gar was mit SAP zu tun?
Keine Angst. Computeruntaugliche Spieler haben ebenso eine Chance wie untaugliche Computerspieler.

Das Handling des Spielmaterials macht Spaß. Dicker, wahrscheinlich mit Metallum verstärkter Karton wurde für die Planeten, die Raumschiffe und die anderen Stanzteile verwendet. Die Spielvorbereitung geht strukturiert von der Hand. Alle Komponenten haben ihren Platz. Die Raumschiffe starten beim Planeten Alpha und in der Ferne erahnen die interstellar geeichten Kameras den Planeten Omega. Dazwischen hängen fünf weitere Planeten unerkannt (weil verdeckt) im All. Meteoritenschauer behindern die Sicht. Bodennebel kann es wohl nicht sein.

Die Programmierutensilien werden hinter dem Sichtschirm versteckt. Es handelt sich dabei aber nicht um syntaktisch richtig zu verwendende Kommandos einer der erwähnten Programmiersprachen, vielmehr werden bereits ausprogrammierte Module aneinander gehängt und somit ergeben sich verwendbare Befehlssequenzen für die eigenen Roboter oder auch das eigene Transportschiff.

Als Programmierer haben wir folgende Module zur Auswahl:
- Bewegung des Transporters um einen, zwei oder drei Planeten
- Aussetzen von einem, zwei oder drei Robotern
- Kauf von Aktionskarten
- Wertung eines Planeten
- Änderung des Metallumvorkommens eines Planeten
- Zusatzaktivierung einer Planeteninstallation

Diese Module werden nach gewissen Programmierregeln aneinandergefügt. Die wichtigste Regel schreibt die zwingende Verwendung genau eines Bewegungsmoduls in jedem Programm vor. Mit den vorhandenen drei Bewegungsmodulen sind damit genau drei Programme (=Runden), die nacheinander gespielt eine Sequenz ergeben, möglich. Durch die Komplexität der einzelnen Module ergibt sich eine Gesamtkomplexität des ganzen Programms. Der Spieler mit niedrigerer Gesamtkomplexität bestimmt den Startspieler einer Runde.

Die bis zu vier Programmierschritte können dann in beliebiger Reihenfolge ausgeführt werden und sind als programmierte Subroutinen zu verstehen. Dazwischen darf die Installation jenes Planeten genutzt werden auf dem das eigene Frachtschiff steht.

Die Planeteninstallationen erlauben den Einsatz weiterer Roboter auf den Planeten, den Robotertransfer zu anderen Planeten, den Tausch eines eigenen mit einem gegnerischen Roboter oder das Entfernen eines eigenen und zwei fremden Robotern. Das Ziel aller dieser Manipulationen sind Robotermehrheiten auf den Planeten. Auch die um Siegpunkte erwerbbaren Aktionskarten unterstützen diese.
Nach Ende der Aktionsphasen der Spieler werden diese Mehrheiten ausgewertet und in harten Siegpunkten abgegolten. Eine Mehrheit bringt je nach Planetenergiebigkeit einen bis fünf $, der Spieler mit weniger Robotern vor Ort bekommt null bis zwei $. Markiert werden diese „Einnahmen“ mit dem Siegpunktmarker. Einen mageren Siegpunkt gibt es auch für die Entdeckung eines neuen Planeten.
Das dürfte in Metallumfrachtschiffkapitänskreisen nichts von Bedeutung sein.

Insgesamt werden drei Sequenzen zu je drei Programmdurchläufen gespielt.
Wer danach die meisten Siegpunkte hat gewinnt den Wettlauf um Metallum.

Spieletester

04.05.2015

Fazit

Das wirklich sehr schöne Material, lediglich die verwendeten Icons sind verbesserungswürdig, legt die Latte für das Spiel selbst recht hoch. Leider kann es nicht so ganz mithalten. Die Programmiermöglichkeiten (beide Testspieler sind in dem Metier tätig) erscheinen uns etwas zu eingeschränkt, da wäre unseres Erachtens nach mehr Variation möglich gewesen. Die Aktionskarten hingegen hätten wir gerne komplett weggelassen, sie bringen Ungleichgewicht und Regelunklarheiten mit ins Spiel. Die mehrheitsverändernden Mechanismen für sich sind gut und brauchen diese Karten nicht. Vielleicht hätte man statt der Karten noch mehr Zeit in weitere Programmiermodule stecken sollen. Verglichen mit Perry Rhodan - Die Kosmische Hanse, das auch im luftleeren Raum rund um auszubeutende Planeten spiel, ist es doch deutlich schwächer.
Redaktionelle Wertung:

Plus

Minus

Teilen mit facebook twitter

Kommentar verfassen

Details

Auszeichnungen:
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: 20,00 Euro
Erscheinungsjahr: 2014
Grafiker: Tomasz Maronski
Genre: Strategie
Zubehör:

9 Planetenplättchen, 7 Vorkommensmarker (Reich/Gering), 2 Sichtschirme, 24 Subroutinen-Marker (12 pro Spieler), 50 Bergbauroboter (25 pro Spieler), 2 Fabrikraumschiff-Marker und Plastikaufsteller (1 pro Spieler), 21 Modulkarten, 2 Punktezähler, Modulmarktleiste, 2 Wertmarker Wert 100, Spielanleitung

Anzeige

Statistik

Derzeit findest Du auf spieletest.at 7101 Gesellschaftsspiele-,
1656 Videospielrezensionen
2304 Berichte.